Mehr als Kane und Olise: Die unterschätzten Leistungsträger des FCB
Für Josip Stanisic hatte Bayern-Sportdirektor Christoph Freund nach dem 4:0 gegen Union Berlin ein besonderes Lob parat. "Ich glaube, das ist der beste Stani, den es je gegeben hat", sagte Freund nach der nächsten Top-Leistung des kroatischen Nationalspielers. Stanisic sicherte nicht nur souverän die rechte Seite ab, sondern leitete immer wieder auch Angriffe ein. Dem 25-Jährigen ist die Spielfreude gerade in jeder Partie anzumerken, er wird immer selbstbewusster und sicherer.
Stanisic blüht beim FC Bayern auf
"Er spielt sehr viele Minuten, hat einen super Rhythmus, ist extrem fit", schwärmte Freund. Stanisic könne "natürlich auch mehrere Positionen spielen. In dieser Mannschaft mit so vielen guten Fußballern um ihn herum macht es ihm viel Spaß zu zocken und nicht nur zu verteidigen." Das sieht man, das spürt man. Genauso wie Konrad Laimer auf der linken Seite gibt Stanisic dem Team viel Energie, seine Flexibilität hilft enorm weiter.

Königsklassen-Prüfung gegen Real
"Er arbeitet jeden Tag sehr hart an sich, ist sehr ehrgeizig, hat auch hohe Ansprüche an sich", ergänzte Freund, "und da sieht man einfach, was da für eine Entwicklung stattfindet." Zweifellos. Speziell in der Rückrunde gehört Stanisic zu den besten und stabilsten Bayern-Akteuren, aktuell hat er seinen Stammplatz sicher. Im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid (7. und 15. April) werden Stanisic und Laimer auf den Außenverteidiger-Positionen erwartet, Alphonso Davies wird nach seiner Oberschenkelzerrung gerade erst wieder fit. Mit den Real-Stars Vinicius Junior, Kylian Mbappé und Fede Valverde wird geballte Qualität und Geschwindigkeit auf Stanisic und Laimer zukommen. Doch man darf ihnen zutrauen, diese Augabe zu lösen.
Stille Helden des FC Bayern
Denn wie einige andere Spieler im Kader gehören Stanisic und Laimer zu den stillen Helden im Kader, die in der Öffentlichkeit nicht so oft gefeiert werden wie etwa Harry Kane oder Michael Olise. Die aber ebenfalls großen Anteil am Erfolg in dieser Saison haben. Dazu zählt auch Torhüter Jonas Urbig. Der 22-Jährige, der am Montag erstmals zur deutschen Nationalmannschaft reiste, vertritt Kapitän Manuel Neuer in dieser Spielzeit exzellent, gegen Union agierte er erneut überzeugend.

"Wenn da was war, war unser starker Torwart da, der auch wieder eine sehr gute Leistung geboten hat", sagte Freund über Urbig: "Vor allem auch, wie er mitspielt mit dem Fuß, wie präsent er ist, das ist schon beeindruckend. Es ist immer schön, wenn wir zu null spielen, das war wieder mal wichtig." Urbig hat eine Menge von Neuer gelernt und sein Niveau stetig gesteigert. Inzwischen wird ihm intern zugetraut, das Neuer-Erbe anzutreten - ob schon im Sommer oder ein Jahr später. Neuers Entscheidung über seine Zukunft naht, am Freitag wird der Routinier 40 Jahre alt.
Gnabry als Schlüsselspieler beim FC Bayern
Weiter vorne im Angriff ist noch ein heimlicher Held des FC Bayern zu finden: Serge Gnabry. Gegen Union schnürte der 30-Jährige einen Doppelpack, insgesamt kommt er auf zehn Tore und zehn Vorlagen in 34 Saisonspielen. "Ich bin gerne sogar ein bisschen positiver bei Serge Gnabry als bei allen anderen. Das sage ich ganz ehrlich", lobte Trainer Vincent Kompany: "Vom Talent und der Qualität her gibt es ganz wenig Unterschied zu den anderen Jungs, die wir vorne haben."

Verlängerung als Bekenntnis
Gnabry, der Jamal Musiala als Zehner herausragend vertritt, habe "in dieser Saison immer für uns abgeliefert", ergänzte Kompany: "Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, auf dem Platz und in der Kabine." Das sieht auch Freund so, der ergänzte: "Er ist immer torgefährlich und ist echt gut drauf." Jetzt sei es "einfach wichtig", ergänzte der Österreicher, dass Gnabry genau wie der Rest der Mannschaft "fit bleibt, dann wird er ein ganz wichtiger Spieler in den nächsten zwei Monaten".
Und für die nächsten Jahre. "Zum Glück haben wir den verlängert!", sagte Vizekapitän Joshua Kimmich über Kumpel Gnabry, der kürzlich ein neues Arbeitspapier bis 2028 erhalten hatte. Der FC Bayern weiß, was er an einem seiner stillen Helden hat.

