Megaparty zum 65. Geburtstag? Lothar Matthäus verrät in der AZ seine Pläne

Früher lag das Renteneintrittsalter in Deutschland bei 65 Jahren. Ein Einschnitt im Leben. Für Lothar Matthäus, der am Samstag diese Grenze erreicht, kein Thema. Rentner Lothar? No way! Mailand oder Madrid – Hauptsache Mikrofon, Hauptsache Fußball.
Matthäus liebt den Sport nach wie vor
"Ich habe immer noch eine große Liebe und Leidenschaft für den Sport, für den Fußball. Das begeistert mich nach wie vor", sagte der DFB-Rekordnationalspieler (150 Länderspiele) der AZ und erklärte: "An keinem Tag in den letzten Jahren ist es vorgekommen, dass ich mir gesagt habe: Ach, nein - jetzt schon wieder in den Flieger und da und dorthin. Nein, und wenn du dann im Stadion bist, dann wirst du dafür belohnt, all diese Reise-Strapazen auf dich zu nehmen."
Der Franke, geboren am 21. März 1961 als Sohn eines Hausmeisters in Erlangen, aufgewachsen in Herzogenaurach, gehört zum Inventar nahezu jeder Fußballübertragung im deutschen Fernsehen. Ob Bundesliga (für Sky) oder Europa League (für RTL) oder Länderspiele (RTL) der deutschen Nationalmannschaft – Lothar ist immer und überall auf Sendung und überzeugt mit Fachkompetenz.
Matthäus kommt auf fünf Ehen und vier Kinder
Jahrelang kämpfte der ehemalige Weltklassefußballer, der einzige Deutsche, der zum Weltfußballer gewählt wurde (1990), um Anerkennung der Experten als einer der ihren. Mittlerweile wird er von Zuschauern wie Fachleuten geschätzt. Auch, weil Matthäus bestens vernetzt ist in der Szene und jede Statistik kennt.
Es gibt nur wenige Titel im Fußball, die Matthäus nicht gewonnen hat. Okay, die Champions League. Aber sonst: Weltmeister, Europameister, Uefa-Cup-Sieger, deutscher Meister, italienischer Meister, um nur einige zu nennen. Und es sind deutlich mehr Titel als Ehen, die der Lebemann hinter sich hat. Fünf Ehen, vier Kinder.

Hoeneß und Rummenigge schoben Bayern-Job Riegel vor
Seine ältesten Töchter heißen Alisa und Viola, gefolgt von Sohn Loris. Im April 2014 kam sein viertes Kind, Sohn Milan, zur Welt. Über zwei Jahre war Matthäus Coach der U13 des TSV Grünwald, der Mannschaft von Milan. Bei Inter Mailand genoss "Grande Lothar", wie die Menschen ihn in Italien immer noch nennen, von 1988 bis 1992 große Wertschätzung. Bei Bayern (1984-'88 und 1992-2000) prägte er mehrere Mannschaften, wurden sieben Mal Meister.
Und doch blieb, nach dem Zoff um die Einnahmen seines Abschiedsspiels vor dem Wechsel in die US-Liga zu den New York Metro Stars, ein Spruch von Uli Hoeneß hängen: "Solange Karl-Heinz Rummenigge und ich beim FC Bayern etwas zu sagen haben, wird Matthäus nicht einmal Greenkeeper im neuen Stadion."

Matthäus: "Wenn Uli etwas sagt, geht es an mir vorbei"
Während sich Matthäus mit seinem einstigen Rivalen Jürgen Klinsmann (siehe AZ-Interview) längst versöhnt hat, geriet der Dauerzoff mit Hoeneß zur pikantesten Männerfeindschaft im deutschen Fußball. Mittlerweile sagt Matthäus: "Wenn Uli etwas sagt, geht es an mir vorbei."
Der gelernte Raumausstatter ist gelassen geworden, ruhiger. Im Alter. "Wenn man wie ich ein gewisses Alter erreicht hat, träumt man nicht mehr vom Urlaub auf den Malediven, einer Traumreise oder einem tollen Auto. Das hatte ich alles. Jetzt fangen auch bei mir ein bisschen die Wehwehchen an. Wenn man zu schnell Ski fährt, passiert was." Er lacht.
Matthäus feiert seinen 65. Geburtstag nicht
Nach einem Sturz auf eisiger Piste erlitt Matthäus im Januar einen doppelten Bänderriss an der rechen Schulter und musste operiert werden. Deshalb wünscht er sich zum 65. Geburtstag „eigentlich nur Gesundheit - nicht nur für mich, sondern auch für mein Umfeld. Da brauche ich keine Geschenke, gar nichts.“
Wie wird am Samstag gefeiert? "Gar nicht", sagt Matthäus, "ich bin für Sky in Dortmund beim Spiel gegen den HSV." Wirklich? "Ja, nicht einmal an meinem Geburtstag habe ich Ruhe", meint er lächelnd. Lothar, das Arbeitstier.