"Letzte, was wir gebrauchen konnten": Paris offenbart die Problemzone des FC Bayern

Im Halbfinalrückspiel gegen Paris Saint-Germain zeigt sich, dass es dem FC Bayern an einem Außenverteidiger vom Format Weltklasse fehlt.
von  Kilian Kreitmair
Die Bayern um Konrad Laimer hatten gegen die schnellen Außenspieler von Paris Saint-Germain ordentlich Probleme.
Die Bayern um Konrad Laimer hatten gegen die schnellen Außenspieler von Paris Saint-Germain ordentlich Probleme. © IMAGO

Die Erfahrung des Aufsichtsrates des FC Bayern ist keinesfalls zu unterschätzen. Ganz im Gegenteil: Die Riege um Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Herbert Hainer verfügt über geballte Fußballkompetenz. Und hat entsprechend ein Gespür, was der Mannschaft von Trainer Vincent Kompany zum großen Coup, dem Henkelpott, fehlt. Das ließ Bayerns Ehrenpräsident schon vor dem Halbfinalrückspiel durchklingen.

Hoeneß outet sich als Fan von Hakimi

Einen Spieler wie Achraf Hakimi würde Hoeneß gerne an der Säbener Straße sehen. Einen Außenverteidiger auf dem Niveau Weltklasse. Denn solch einen hat der Klub aktuell nicht. Das offenbarte das 1:1 gegen Paris Saint-Germain, mit dem das Aus im Halbfinale der Champions League verbunden war. Die Offensivraketen Ousmane Dembélé, Désiré Doué und Khvicha Kvaratskhelia waren, wie schon im Hinspiel, kaum zu stoppen.

Schon nach drei Minuten wurde Konrad Laimer von Letzterem gnadenlos überlaufen. Die Aktion führte zum 0:1, dem Rückschlag, schon bevor die Aufholjagd gegen den Vorjahressieger überhaupt starten konnte. "Es war bitter, dass wir so früh schon ein Gegentor bekommen haben", fasste es Josip Stanisic anschließend in der Mixed-Zone der Allianz Arena passend zusammen. "Das war das Letzte, was wir brauchen konnten."

Tat sich gegen Désiré Doué schwer: Josip Stanisic.
Tat sich gegen Désiré Doué schwer: Josip Stanisic. © IMAGO

Stanisic: "Es sind Kleinigkeiten, die den Unterschied machen"

Er selbst hatte auf seiner Seite ebenfalls reichlich Probleme mit der Geschwindigkeit von Doué. "Es sind Kleinigkeiten, die den Unterschied machen", meinte der Kroate. Die gilt es im Sommer mit schlauen Transfers auszugleichen, um die Lücke zu den Parisern zu schließen. Denn auch Bayerns dritter Außenverteidiger, Alphonso Davies, wusste in der Defensivarbeit nur bedingt zu überzeugen.

Der Kanadier, der erst im Februar seinen Vertrag bis 2030 verlängerte, gilt intern sogar nicht mehr als unverkäuflich (die AZ berichtete). Man erhofft sich mehr für das üppige Gehalt (rund 15 Millionen Euro pro Jahr), das man Davies zahlt. Entsprechend bemessen die Bosse einem neuen Außenverteidiger im Sommer höchste Priorität. "Wir wissen, was wir tun müssen", bestätigte Sportvorstand Max Eberl.

Eberl würde gerne Offensivspieler verpflichten

Ob es der FC Bayern tatsächlich bei Hakimi versucht? Klar ist: Der Niederbayer, der eigentlich gerne einen Flügelflitzer für die Offensive à la Anthony Gordon verpflichten würde, wird in den kommenden Wochen einen Plan für die Kader-Baustelle erarbeiten müssen.

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