Leroy Sané, Bayerns echter Zehner

Leroy Sané erlöst den FC Bayern mit seinem 1:0 bei Benfica, er hat seine Position gefunden – im Halbraum ist er der wahre Sané. "Herausragend!"
| Patrick Strasser
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Ich trainiere viele Freistöße, "der erste hat nicht so gut geklappt. Da war ich froh, dass der zweite drin war", sagt Sané nach seinem Geniestreich zum 1:0 für die Bayern bei Benfica Lissabon.
Ich trainiere viele Freistöße, "der erste hat nicht so gut geklappt. Da war ich froh, dass der zweite drin war", sagt Sané nach seinem Geniestreich zum 1:0 für die Bayern bei Benfica Lissabon. © picture alliance/dpa/AP

München/Lissabon - Am Ende der Partie war es wie beim 5:1 in Leverkusen. Wenn die Bayern ins Rollen kommen, fegen sie über ihre Gegner hinweg wie Herbststurm "Ignatz" übers Land. Beim 4:0 in Lissabon erzielten die Münchner drei Tore in fünf Minuten, bei Bayer waren es vier in acht Minuten.

Am Sonntag fand der Torrausch vor der Pause statt, diesmal ab der 80. Minute. Unterm Strich steht ein irrsinniger Fakt: Zum elften Mal in dieser Saison haben die Bayern drei oder mehr Tore geschossen – in 13 Pflichtspielen. Wenn sie nicht so häufig trafen, gewannen sie auch nicht. Beim 1:1 in Mönchengladbach zum Saisonstart und beim vermeidbaren, weil total überlegen geführten 1:2 gegen Eintracht Frankfurt Anfang Oktober.

Sané: Drei CL-Spiele, drei Tore, drei Vorlagen

"Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht", sagte Leroy Sané nach Schlusspfiff: "Wir wollten einfach weitermachen." Der 25-Jährige kommt in dieser Champions-League-Saison auf drei Tore und drei Assists in drei Partien.

Sein Zauberfreistoß aus 22 Metern erlöste in der 70. Minute die Münchner, denen zuvor zwei Treffer nach VAR-Überprüfung (einmal war Robert Lewandowski mit dem Oberarm dran, einmal war Thomas Müller im Abseits) aberkannt worden waren.

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Sané übt seine Zauberfreistöße im Training

"Den Freistoß schießt Leroy sensationell rein", erklärte Dino Toppmöller, sonst Nagelsmanns Assistent, am Mittwoch der Vertreter des an Corona erkrankten Cheftrainers. Toppmöller über Sané und seinen Standard-Eifer: "Die übt er im Training. Im Abschlusstraining nimmt er sich immer die Mauer und schießt zehn, 20 Freistöße auf die Kiste. Den ersten in Halbzeit eins hat er drüber geschossen, da habe ich vor dem zweiten in Halbzeit zwei auf der Bank gesagt: Im Training am Dienstag hat er jeden zweiten reingemacht, also müsste der jetzt reingehen. Umso schöner, dass der dann auch reingegangen ist und dann als Dosenöffner uns geholfen hat, das Spiel zu gewinnen."

Und das auf einer diesmal ganz anderen Position als sonst. Weil Alphonso Davies angeschlagen fehlte, ließ Nagelsmann die Statik des Aufbauspiels komplett umbauen. Der sonst mehr als Linksaußen denn als Linksverteidiger agierende Davies wurde von Kingsley Coman ersetzt, der jedoch den gelernten Verteidiger Lucas Hernández als Absicherung hinter sich hatte. Weil Serge Gnabry zunächst geschont wurde, hatte Benjamin Pavard den Auftrag, über rechts als sehr offensiver Schienenspieler zu agieren.

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Nun wird Sané seiner Rückennummer gerecht

Also war ein neuer Job für Sané, der seit Saisonbeginn stets auf der linken Außenbahn mit Drang zur Mitte agiert hatte, frei. Toppmöller erklärte: "Leroy spielt ja seit den letzten Spielen sehr oft im Halbraum und nicht mehr am Flügel. Das macht er herausragend, weil er ein sehr guter Fußballer ist und auch sehr gut zwischen den Linien spielen kann. Er hatte immer wieder gute Aktionen, ein super Positionsspiel, auch schon in der ersten Halbzeit war er sehr aktiv."

Das Spiel bei Benfica hat gezeigt: Als Zehner ist er der wahre Sané, der beste Sané. Nun wird er seiner Rückennummer, die er nach seinem Wechsel 2019 von Manchester City zu den Bayern von Vereinslegende Arjen Robben übernommen hatte, gerecht. Und erzielte das erste direkte Freistoßtor des FC Bayern in der Champions League seit Dezember 2016 – damals hatte Lewandowski gegen Atlético Madrid getroffen.

"Ich trainiere viele Freistöße", meinte Sané, "der erste hat nicht so gut geklappt. Da war ich froh, dass der zweite drin war." Diesen Geniestreich feierte er vor der Kurve der mitgereisten Fans der Bayern, die ihn nach zwischenzeitlichen Pfiffen im August nun in ihr Herz geschlossen haben. Auch das gibt ihm Kraft, macht ihn aktuell so stark.

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