Künftiger Bayern-Boss? Kahn äußert Bedenken bei Müller

"Ohne Erfahrung und Weiterbildung geht es nicht", sagt Bayerns früherer Vorstandschef. Was Hoeneß plant. 
von  Maximilian Koch
Einst als Bayern-Vorstandschef entlassen: Oliver Kahn.
Einst als Bayern-Vorstandschef entlassen: Oliver Kahn. © IMAGO/Pervin Inan-Serttas

Diese Saison zieht Thomas Müller bei den Vancouver Whitecaps in der nordamerikanischen Major-League-Soccer (MLS) noch durch - aber was passiert dann? Der 36-Jährige, der zwischendurch als Magenta-Experte die WM begleiten wird, könnte in Zukunft ein wichtiges Amt beim FC Bayern übernehmen. Das haben ihm die Bosse nach AZ-Informationen bereits signalisiert. Aber würde das unmittelbar nach der aktiven Karriere auch funktionieren?

Kahns Zweifel an einem direkten Einstieg

Oliver Kahn hat da so seine Zweifel. "Selbst wenn du Weltmeister bist und alles gewonnen hast: Als Verantwortlicher eines Klubs brauchst du andere Fähigkeiten. Die sind heute komplexer denn je. Ich bin der Meinung, ohne Erfahrung und Weiterbildung geht es nicht", sagte Kahn der "SZ". Kahn selbst war von 2020 im Vorstand des FC Bayern vertreten, ab 2021 Vorstandschef, ehe er im Mai 2023 entlassen wurde.

Bayern-Ikonen: Thomas Müller (l.) und Uli Hoeneß.
Bayern-Ikonen: Thomas Müller (l.) und Uli Hoeneß. © IMAGO/Ulrich Wagner

Neue Anforderungen an Verantwortliche

Ein Klub müsse heute "selbst Programme und Ideen entwickeln: Was ist der richtige Weg für jemanden in so einer Rolle? Wie wird er wann in welchem Bereich eingebunden? Zu glauben, man holt irgendwann einen ehemaligen Spieler, wegen seiner Vergangenheit: Das greift zu kurz", ergänzte Kahn, der Müller generell sehr schätzt: "Ich kenne Thomas schon eine Weile. Es gibt nichts Negatives, was man über ihn sagen kann. Ein sehr offener Typ, immer gesprächsbereit, mit klaren Ansichten."

Müllers Plan für die Zeit nach der Karriere

Nur eben noch ohne große Erfahrung außerhalb des Fußballs. Das soll sich nach seiner Karriere ändern. Er wolle "nach meiner Spielerlaufbahn den Ausbildungsweg ganz bewusst wahrnehmen - statt nebenbei hektisch ein Zertifikat einzustecken", sagte Müller zuletzt.

Erfolgreich in Vancouver: Müller.
Erfolgreich in Vancouver: Müller. © IMAGO/Amy Elle/SPP

Hoeneß will Müller gezielt aufbauen

Ein guter Plan, wie auch Uli Hoeneß in "Bild" meinte: "Thomas habe ich schon angeboten, dass wir ihn richtig ausbilden", sagte Bayerns Ehrenpräsident: Müller solle nach dem Karriereende "bei großen Konzernen und Top-Klubs in Europa sowie den USA hospitieren", um sich auf eine Position bei Bayern vorzubereiten. Müller habe sich das "grundsätzlich vorstellen" können, "aber noch nicht jetzt", ergänzte Hoeneß. Bald wird das Thema mit Sicherheit heiß.

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