Julian Nagelsmann: Bayern-Trainer? "Manchmal muss ich mich schon kneifen"

Seit dem 1. Juli ist Julian Nagelsmann Trainer des FC Bayern. Vor seiner ersten Trainingseinheit gewährt der 33-Jährige einen Einblick in sein Innenleben und gibt sich kämpferisch: "Ich bin nicht ängstlich."
| AZ/SID
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Julian Nagelsmann an seinem neuen Arbeitsplatz, dem Trainingsgelände an der Säbener Straße.
Julian Nagelsmann an seinem neuen Arbeitsplatz, dem Trainingsgelände an der Säbener Straße. © imago/Philippe Ruiz

München - Manchmal, sagt Julian Nagelsmann, müsse er "sich schon kneifen, ob das alles real ist. Es ist schon ein verrückter Verlauf, weil ich erst 33 bin". Es ist real: Der gebürtige Bayer Nagelsmann ist seit dem 1. Juli Trainer beim FC Bayern.

Er sei jetzt "quasi wieder in der Heimat. Und dann bei einem der größten Klubs in Europa arbeiten zu dürfen, ist natürlich eine außergewöhnliche Kombination, die mich sehr, sehr glücklich macht", sagte er vor dem ersten Mannschaftstraining am Mittwoch im Porträt auf der Vereins-Homepage.

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Auch wenn Druck und Erwartungshaltung beim deutschen Rekordmeister von Beginn an groß sind - Nagelsmann geht seine neue Aufgabe entspannt an. "Bedenken, da erfolgreich sein zu können, darfst du nicht haben", hatte er zuletzt betont. Respekt habe er, "aber ich bin nicht ängstlich". Er sei überzeugt, "dass ich das leisten kann".

Nagelsmann will "offensiven, variablen und mitreißenden Fußball" sehen

Und Nagelsmann, der schon als Kind in Bayern-Bettwäsche schlief, muss bei seinem Herzensverein sehr viel leisten. Der FC Bayern habe nach wie vor "die höchsten Ziele", sagte Präsident Herbert Hainer.

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Und Vorstandschef Oliver Kahn legte am Montag noch einmal nach. Unabhängig von der zehnten Meisterschaft in Serie und großen Ambitionen in der Champions League solle Nagelsmann doch bitteschön "jüngere Spieler entwickeln und aufs nächste Niveau bringen".

Herausforderungen, die Nagelsmann nicht erschrecken. Er kenne "die Vorgaben und die Historie" des Vereins. Er werde versuchen, "den erfolgreichen Weg weiterzuführen. Da geht es nicht darum, alles auf den Kopf zu stellen, alles neu zu machen." Das Ziel: "offensiver, variabler und mitreißender Fußball".

Seine lockere und offene Art will der frühere Hoffenheim- und Leipzig-Trainer trotz aller Anforderungen beibehalten. Er werde, betonte er, an der Linie auch weiterhin "recht laut" sein. Und vor allem: "Ich werde emotional bleiben."

Nagelsmann: "Da können sich die Paparazzi schon mal freuen"

Und authentisch: Nagelsmann fährt hin und wieder gerne Skateboard. Das wird er auch in München nicht bleiben lassen. "Da können sich", sagte er mit einem Schmunzeln, "die Paparazzi schon mal freuen." Ansonsten hat der junge Coach nicht vor, für Schlagzeilen abseits des Platzes zu sorgen. "Ein ruhiges Arbeitsklima", betonte er, "ist gut für den Erfolg."

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Ruhe gibt es beim FC Bayern aber eher selten. Auch wenn sich Nagelsmann einen "gewissen Einfluss" im Verein wünscht - Vorstandschef Kahn oder Sportvorstand Hasan Salihamidzic werden immer das letzte Wort haben. Schon Vorgänger Hansi Flick hatte dies trotz aller Erfolge schmerzvoll erfahren müssen.

Auch jetzt hat Kahn in Bezug auf die Mannschaft trotz der Abgänge der Führungsspieler David Alaba, Jerome Boateng und Javi Martinez klargestellt: "Wir sind total überzeugt von diesem Kader, wir sind sehr gut aufgestellt." Punkt.

FC Bayern: Weitere Großtransfers im Sommer ausgeschlossen

In Dayot Upamecano, der für 42,5 Millionen Euro von Leipzig verpflichtet wurde, und dem englischen Zweitliga-Profi Omar Richards (FC Reading), gibt es zwei Zugänge. Weitere Millionentransfers hatten die Bosse angesichts von 150 Millionen Euro Umsatzverlust wegen der Corona-Pandemie zuletzt wiederholt ausgeschlossen.

Alles kein Problem, meinte Kahn: "Julian Nagelsmann übernimmt ein Team, mit dem vieles möglich ist. Wir haben schon jetzt viele Spieler in unseren Reihen, die das Zeug für eine neue Ära haben." Mit dem jungen Nagelsmann als Trainer.

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