Joshua Kimmich vom FC Bayern startet durch

Auch die Gunst von Carlo Ancelotti hat sich Joshua Kimmich in Windeseile erspielt. Der 21-Jährige setzt seinen rasanten Aufstieg in scheinbar unvermindertem Tempo fort.
| sid
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Für Joshua Kimmich gibt's sportlich derzeit nur einen Weg – und der geht nach oben.
dpa Für Joshua Kimmich gibt's sportlich derzeit nur einen Weg – und der geht nach oben.

München – Ob Joshua Kimmich seinen Tor-Einstand inzwischen besungen hat, ist nicht überliefert. Und wenn er den Überredungskünsten von Philipp Lahm doch schon nachgegeben hat, dann nicht mit großer Freude. "Singen lieber nicht", sagte der Shootingstar grinsend nach seinem ersten Pflichtspieltreffer für Bayern München bei Schalke 04 am vergangenen Freitag.

Singen scheint ja so ziemlich das Einzige zu sein, was dem begabten Allrounder zuwider ist. Auf dem Rasen ist Kimmich beim Fußball-Rekordmeister für jeden Job zu haben, er spielt, wo immer und wann immer er gebraucht wird. Und sollte sein Platz, wie beim 2:0 in Gelsenkirchen, zunächst auf der Bank sein, dann nimmt der 21-Jährige auch das klaglos hin. "Ich sitze nicht draußen und heule rum oder verbreite schlechte Stimmung", sagt Kimmich.

Champions-League-Auftakt gegen FK Rostow

Unter anderem deshalb erarbeitete er sich das Privileg, zum Champions-League-Auftakt am Dienstagabend gegen FK Rostow in der Startelf des FC Bayern zu stehen. Jedenfalls war das der Plan von Trainer Carlo Ancelotti, der vor dem Spiel eine entsprechende Frage nickend beantwortet hatte. "Er ist ein glücklicher Spieler", sagte der neue Bayern-Coach dieser Tage über Kimmich, "denn er kann viele verschiedene Positionen spielen."

Am wohlsten fühlt sich der gebürtige Baden-Württemberger auf der Sechs, im defensiven, zentralen Mittelfeld. Da kann Kimmich auch seine strategischen Fähigkeiten ausspielen. Nur ist gerade dort das Gedränge bei einem Klub wie Bayern besonders groß, weshalb Kimmich sich seine Sporen in der Vorsaison als Innenverteidiger verdienen musste. Es war damals Pep Guardiolas Idee, sie wurde skeptisch beäugt - doch Kimmich schlug sich trotz einiger Fehler insgesamt wacker. "Ich liebe diesen Jungen", meinte Guardiola einmal überschwänglich.

Der rasante Weg binnen eines Jahres von einem sehr begabten Zweitligaspieler in Leipzig zu einem durchaus bedeutenden Teil des Münchner Luxuskaders und nicht zuletzt in die Nationalmannschaft war dennoch wohl von den wenigsten vorauszusehen. Und er soll noch längst nicht zu Ende sein.

Kimmich wird mutiger

"Ich habe schon auf Dauer den Anspruch, dass ich mich im Mittelfeld durchsetze", sagte Kimmich recht selbstbewusst kürzlich dem Münchner Merkur. Aktuell ist er beim FC Bayern bereits wieder ein Stück weiter als in der Vorsaison: "Letztes Jahr hatte ich zu diesem Zeitpunkt viel weniger Spiele, jetzt bin ich in jedem Spiel reingekommen oder stand in der Startelf." Und Kimmich ist auch noch mutiger geworden, sucht vermehrt die Offensive, egal, wo er spielt.

Gruppenphase in der Champions League: FC Bayern gegen FK Rostow live sehen

Sein erstes Länderspieltor beim 3:0 in Norwegen erzielte Kimmich als Rechtsverteidiger. Auf der Position hat er sich im Eiltempo in der DFB-Auswahl etabliert, dort rechtfertigte er seine Nominierung für die EM-Endrunde in Frankreich, und dort gilt er als legitimer Nachfolger von Philipp Lahm, mit dem er nicht nur wegen der ähnlichen Statur verglichen wird. Kimmich empfindet das "als großes Kompliment", schränkt aber ein: "Philipp ist Weltklasse, da ist der Weg für mich noch weit."

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