Ist bei Bayern wirklich alles "rosarot"?

Die Bayern eilen von Rekord zu Rekord. Rummenigge setzt in der AZ zum Generallob an – und dennoch gibt es nach den jüngsten Glanzlos-Auftritten Fragen.
| Patrick Strasser
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Die Spieler des FC Bayern München feiern den 1:0-Sieg bei Viktoria Pilsen in der Champions League. Pep Guardiola grübelt am Spielfeldrand.
dpa Die Spieler des FC Bayern München feiern den 1:0-Sieg bei Viktoria Pilsen in der Champions League. Pep Guardiola grübelt am Spielfeldrand.

Die Bayern eilen von Rekord zu Rekord, gewinnen ihre Spiele am Fließband. Boss Karl-Heinz Rummenigge setzt in der AZ zum Generallob an – und dennoch gibt es nach den jüngsten Glanzlos-Auftritten Fragen.

Pilsen -  Von der Begrüßung bis zur Buffet-Eröffnung benötigte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nicht einmal zwei Minuten während seiner Bankettrede. 1:0 in Pilsen. Vier Spiele, vier Siege in der Champions-League-Vorrunde, neun hintereinander – wieder ein Rekord. Die Vips und Sponsoren applaudierten höflich, keinesfalls euphorisch. Historisches? Tagesgeschäft. Fast schon Routine.

Also bemühte sich Rummenigge, an die Spieler zu appellieren mit Blick auf das Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr, Sky live) gegen den FC Augsburg, der nächsten Schwelle zum Einmaligen. „Nehmt den Rekord mit! Das sind Rekorde für die Ewigkeit.”

Mit dann 37 Liga-Siegen hintereinander wäre der HSV-Rekord aus den 80er Jahren gelöscht. Rummenigge: „Das würde ich euch dringend empfehlen, weil das auch schön für die Tabellenführung wäre.” Aus einem einzigen Grund: Wegen Borussia Dortmund, dem Gegner am 23. November. Nach dem vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde der Champions League bleibt neben dem Fifa-Weltpokal (17. bis 21. Dezember) nur der Vergleich mit dem BVB als Prüfung für die Rekordesammler.

In Pilsen haben sie ihre Pflicht erfüllt, in einem Regionalliga-anmutenden Stadion auf Europa-League-Format gespielt. Schnödes Handwerk, keine Kür. Gar Dienst nach Vorschrift? „Es war kein Zuckerschlecken”, sagte Thomas Müller, „die Erwartungen an uns waren nach dem 5:0 in München sehr hoch. Wir brauchen jetzt nicht groß negativ werden, aber wir können besser spielen. Uns fehlt die Leichtigkeit.”

Und die Konstanz. Den bisherigen Saisonhöhepunkt hatte man Anfang September, als innerhalb von vier Tagen Manchester City (3:1) und Bayer Leverkusen (dennoch nur 1:1) spielerisch auseinander genommen wurden. „Dieses Niveau war unglaublich”, sagte Trainer Pep Guardiola, „aber das kann man nicht vergleichen.” Will sagen: Champions-League-Sieger bringen ihre Höchstleistungen in Manchester, Madrid, Dortmund, im Frühjahr, in Finals – nicht in Pilsen. Zaubern? Vertagt.

Aktuell muss Guardiola den schleppenden Beginn und die seltsame Lethargie der ersten Halbzeiten hinterfragen. „Es kann auf diesem Weg auch mal Schwierigkeiten geben”, stellte Matthias Sammer fest, „ich möchte daran erinnern, dass wir vor einem Jahr gegen Borissow verloren haben, jetzt kein Spiel.” Und Guardiola verwies auf 2008/09, seine Debüt-Saison als Chefcoach beim FC Barcelona: „In meinem ersten Jahr gab es auch immer ein Auf und Ab.” An dessen Ende Barça Meisterschaft und Champions League gewann .

„Im Moment kann man nur zufrieden und glücklich sein”, sagte Rummenigge zur AZ, „sportlich ist das ein Jahr wie ich es auch noch nie erlebt habe. Die finanzielle Situation des Klubs ist sehr gut, sehr zufriedenstellend. Unsere Aussichten derzeit sind rosarot.”

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