Hoeneß lässt Zukunft von zwei Bayern-Bossen offen
Vor Max Eberl liegen herausfordernde Wochen. Schon wieder. Nach komplizierten und kostspieligen Vertragsverlängerungen in der Vergangenheit mit Dayot Upamecano, Jamal Musiala, Joshua Kimmich und Alphonso Davies muss der Sportvorstand des FC Bayern im Zusammenspiel mit Sportdirektor Christoph Freund, Trainer Vincent Kompany und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen erneut wegweisende Entscheidungen treffen: Erhält Stammtorhüter Manuel Neuer noch mal einen neuen Vertrag oder nicht? Verlängert Torjäger Harry Kane vorzeitig? Und darf jetzt auch Konrad Laimer, der bis zu 15 Millionen Euro verlangen soll, in den Kreis der Top-Verdiener aufsteigen?
Zukunft von Eberl und Dreesen offen
Der mächtige Aufsichtsrat der Münchner wird bis Sommer genau hinschauen, schließlich geht es um Eberls Zukunft. Der Vertrag des 52-Jährigen läuft Ende Juni 2027 aus, und ob dieser verlängert wird, ist nach AZ-Informationen offen. "Im Aktienrecht ist geregelt, dass wir vor dem 1. Juli - also ein Jahr vor Vertragsende - nicht darüber entscheiden dürfen", sagte Aufsichtsrat und Ehrenpräsident Uli Hoeneß nun in der "Bild" und präzisierte: "Wir werden im Juli oder August, nach Ende der Transferperiode, darüber entscheiden." Das gelte, so Hoeneß weiter, "im Übrigen auch für Jan Dreesen, dessen Vertrag ebenfalls am 30.6.27 ausläuft."

Heißt für die sportlich Verantwortlichen, die sich laut Hoeneß "gut entwickelt" hätten: Sie müssen die Bosse mit cleveren Personalentscheidungen und Transfers überzeugen - und dabei das Budget im Blick behalten. Denn genau das war in der Vergangenheit im Aufsichtsrat ein Kritikpunkt, wie die AZ weiß: Zu hohe Gehälter und zu hohe Handgelder, die Spielern und Beratern gezahlt wurden. Das soll sich in Zukunft ändern.
Kritik an Spielerberatern
Und dabei nimmt Hoeneß vor allem die Berater ins Visier. "Wir werden dieses ganze Berater-Thema zur Diskussion stellen! Und wir werden es uns nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft", sagte der Bayern-Macher. Der Beitrag der Spieleragenten stehe "zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung, die aufgerufen und am Ende auch oft gezahlt wird", führte Hoeneß nach dem jüngst abgeschlossenen Poker um die Vertragsverlängerung von Upamecano aus. "Wir werden verstärkt 'Nein' sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen."
Dabei müsse auch eine klare Haltung gegenüber den Profis kommuniziert werden. "Man kann auch dem Spieler einmal sagen: 'Wenn dein Berater weiter so unverschämt verhandelt, werden wir mit ihm nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen.' So weit muss das gehen", sagte Hoeneß. Man werde "vielleicht auch den ein oder anderen Berater - wenn er sich unfair verhält - auf eine Liste nehmen und ihm sagen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden."
Klare Kante also gegen die Berater - und ein Auftrag an Eberl und Co., diese harte Linie künftig auch umzusetzen.

