Hoeneß gegen die Bayern: Wie der Hoffenheim-Coach die Münchner ärgern will

Sebastian, der Sohn von Dieter und Neffe von Uli Hoeneß, trifft als Trainer der TSG Hoffenheim auf seinen Ex-Verein FC Bayern. "Es geht darum, sie mit einer mutigen Herangehensweise zu ärgern."
| Maximilian Koch
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Neuer Coach bei der TSG 1899 Hoffenheim: Sebastian Hoeneß.
Neuer Coach bei der TSG 1899 Hoffenheim: Sebastian Hoeneß. © Hendrik Schmidt/dpa

München/Sinsheim - Beim letzten Aufeinandertreffen zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern in Sinsheim wurde es denkwürdig. 6:0 führten die Münchner an jenem 29. Februar dieses Jahres bereits, als Hetzplakate im Gäste-Fanblock gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp zu zwei Spielunterbrechungen führten – und beinahe zum Abbruch der Partie.

Die Folge: Beide Teams spielten sich in der Schlussphase der Partie nur noch locker den Ball zu, von Bayern-Seite gab es Solidaritätsbekundungen für Hopp und später harsche Kritik am eigenen Anhang.

Ein derartiger Eklat ist für die Begegnung am Sonntag (15.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) nicht zu erwarten. Bayern-Ultras werden ja gar nicht im Stadion sein, nur insgesamt 6.030 Zuschauer sind in der Arena zugelassen.

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Auf Hoeneß wartet der erste große Prüfstein

Denkwürdig könnte es aber trotzdem wieder werden. Denn Sebastian Hoeneß, der Sohn von Dieter und Neffe von Uli, trifft als Trainer der Hoffenheimer erstmals auf seinen früheren Verein Bayern. Und was wäre das für eine Geschichte, wenn ausgerechnet Hoeneß die Serie der Münchner beenden würde: 23 Siege gab es für das Team von Coach Hansi Flick in Folge, das letzte Remis datiert vom 9. Februar (0:0 gegen RB Leipzig), die letzte Niederlage vom 7. Dezember 2019 (1:2 in Gladbach). Eine solche Bilanz hat in den europäischen Top-Ligen noch kein Team hinbekommen. Wird nun Hoeneß zum Serienbrecher?

"Freude, große Freude", verspüre er vor dem Wiedersehen mit Bayern, sagte Hoeneß, der die Amateure der Münchner in der vergangenen Saison zur Meisterschaft in der 3. Liga geführt hatte. Zu viel Freundlichkeit darf die Flick-Elf vom Hoeneß-Team allerdings nicht erwarten. "Es geht darum, das Spiel offen zu gestalten und die Bayern mit einer mutigen Herangehensweise zu ärgern", ergänzte er. Sevilla hat im europäischen Supercup ja gezeigt, wie das funktionieren kann.

Bis Sommer 2020 bei Bayern:Hoeneß, hier mit Jamal Musiala (r.) und Wooyeong Jeong.
Bis Sommer 2020 bei Bayern:Hoeneß, hier mit Jamal Musiala (r.) und Wooyeong Jeong. © firo/Augenklick

Nach zwei knappen und nur bedingt überzeugenden Pflichtspielsiegen im DFB-Pokal und zum Ligaauftakt wartet auf den Bundesliga-Neuling Hoeneß der erste große Prüfstein. Doch nicht nur der Respekt vor dem so formstarken Quadruple-Gewinner aus München ist groß, sondern auch das Selbstvertrauen.

TSG-Überraschung gegen Bayern? "Ich bin guter Dinge"

"Bayern stellt momentan vielleicht die beste Mannschaft der Welt, oder zumindest in Europa", sagte der 38-jährige Hoeneß: "Es ist spannend und herausfordernd, sich mit den Besten zu messen." Sein Team müsse "präsent, leidensfähig und mutig" sein, zudem "Nadelstiche setzen" – dann kann es auch mit einer Überraschung gegen die Bayern klappen. "Ich bin guter Dinge", sagte der TSG-Coach.

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Besonders ist das Duell mit den Bayern auf jeden Fall, haben doch Vater Dieter und Onkel Uli ihre größten Erfolge mit den Münchnern gefeiert. Auch für Sebastian Hoeneß besitzt Bayern einen hohen Stellenwert – schon seit Kindertagen. "Ich war Bayern-Fan", sagte er, "die Sympathie ist durchgängig da gewesen." Umgekehrt ist es genauso. Bei den Amateuren ließ man Hoeneß im Sommer nur mit Bauchschmerzen ziehen.

Am Ende überwog die Dankbarkeit dem erfolgreichen Coach gegenüber, man wollte ihm den Aufstieg in die Bundesliga nicht verwehren. Jetzt kommt es zum Duell: Hoeneß gegen die Bayern. Ein bisschen seltsam klingt es ja schon.

Stellt Flick in der Abwehr um?

Personell könnte es bei den Supercup-Champions aus München zwei Wechsel geben. Alphonso Davies ist eine Alternative zu Lucas Hernández. Und in der Innenverteidigung könnte Jérôme Boateng für Niklas Süle ins Team rücken. Wie auch immer Flick sich entscheidet: Denkwürdig muss es diesmal nicht werden, ein Arbeitssieg würde Bayern in Sinsheim genügen.

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