Hoeneß' Drohungen gegen DFB: Der Rotseher

Der AZ-Sportchef über die Boykott-Drohung von Hoeneß.
| Matthias Kerber
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Das Gute vorweg: Uli Hoeneß twittert nicht. Würde der mehr als impulsive Bayern-Präsident es dem mehr als impulsiven US-Präsidenten Donald Trump gleichtun, stets mit dem Finger am Twitter-Abzug dasitzen und ohne Kontrolle des Kontrollzentrums Gehirn agieren, wäre Fußball-Deutschland genauso gespalten wie die einst Vereinigten, jetzt Gespaltenen, Staaten von Amerika.

Mit seinem Drohgebaren gegenüber Bundestrainer Joachim Löw, dass die Bayern ihre Spieler nicht mehr zur Nationalmannschaft schicken würden, falls Manuel Neuer als Nummer 1 im deutschen Kasten durch Marc-André ter Stegen abgelöst würde, offenbart er eine bedauerlicherweise fast Trumpsche Geisteshaltung.

Im emotionalisierten Zustand – und der ist bei Hoeneß schnell erreicht – verengt sich der Weitblick, den er sonst zuweilen an den Tag legt. Dann gibt es nur noch Gutmenschen (Freunde des FC Bayern) und Schlechtmenschen (Feinde des FC Bayern).

Drohen führt zur Roten Karte

Und es dauert bei Hoeneß, bis er wieder Herr seiner Emotionen ist. Erst nach einer Woche ließ er nun über sein Büro verlauten, dass er seine Aussage Mit seinem Poltergeist macht Hoeneß vieles kaputt. Denn: Man kann – und muss – Löw etwa für sein Verhalten bei der Ausbootung von Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller aus der Nationalmannschaft kritisieren.

Und es ist auch verständlich, wenn bei Hoeneß in der Causa Neuer die Gluckenmentalität durchbricht und er rot sieht. Doch mit seiner Art – und der Wahl der Auseinandersetzung – zerstört er sogleich die Basis für legitime Diskussionen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – und Drohen führt automatisch zur Roten Karte. Uli, der Rotseher.

Lesen Sie hier: Rummenigge erklärt - So soll Talenten beim FC Bayern der Durchbruch gelingen

 

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