Guardiolas Kettenregel: Fixpunkt Lewandowski

Dreier-, Vierer- oder Fünferkette? Pep Guardiola experimentiert in der Vorbereitung des FC Bayern mit verschiedenen Systemen. Nur eines ist klar: Robert Lewandowski ist gesetzt.
| Rainer Nachtwey
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Neuzugang Robert Lewandowski im Bayern-Traiing. Er wird seinen Platz in der Startelf finden.
imago Neuzugang Robert Lewandowski im Bayern-Traiing. Er wird seinen Platz in der Startelf finden.

 Dreier-, Vierer- oder Fünferkette? Pep Guardiola experimentiert in der Vorbereitung des FC Bayern mit verschiedenen Systemen. Nur eines ist klar: Robert Lewandowski ist gesetzt.

München -  Pep Guardiola ist ein Getriebener, einer der ständig auf der Suche nach Verbesserung ist. Der Trainer des FC Bayern will sein Team dem perfekten Fußball nahe bringen. Wirklich perfekt – das weiß er – gibt es nicht. Schließlich entwickelt sich der Fußball immer weiter. Dies hat auch die WM gezeigt. Teams wie Chile, Mexiko und Costa Rica haben mit ihrer Art zu spielen, den großen Nationen Probleme bereitet. Grund hierfür: ein massives Mittelfeld, das die Räume sehr eng macht.

 Erkenntnisse, die Guardiola bereits aus den Champions-League-Halbfinals gegen Real Madrid gewonnen haben dürfte. Ganz anders am Montagabend. Welche Erkenntnisse brachte das 1:1 im Test gegen Duisburg? Dass Robert Lewandowski durch den Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern seine überragende Technik nicht verlernt hat? Ballan- und –mitnahme beim 1:0 suchen Ihresgleichen und nicht erst seit diesem Tor ist klar: Lewandowski ist bei Guardiola gesetzt.

Aber was noch? Dass der Coach noch viel Arbeit vor sich hat sowohl im athletischen als auch im taktischen Bereich? Keine große Erkenntnis, viel mehr ein zu erwartender Fakt, nachdem er sein Team noch keine zwei Wochen um sich hat und der eigentliche Kader aufgrund von Urlaub und Verletzungen nicht einmal zur Hälfte zur Verfügung steht. Einer, der Guardiola zur Verfügung steht, ist David Alaba.

Am Österreicher lässt sich Guardiolas Experimentieren verschiedener taktischer Systeme festmachen. Hätte es für das Spiel gegen Duisburg wie bei der WM eine sogenannte Heat-Map für jeden einzelnen Spieler gegeben, Alabas Spielfeld hätte rot geglüht. Der Österreicher fegte wie ein Derwisch über den Platz – angefangen als Innenverteidiger einer Viererkette, der immer wieder nach vorne schiebt und das Aufbauspiel steuert, bis zur offensiven Schaltzentrale.

Lesen Sie hier: Sammer erwägt weitere Verstärkungen

Aber was bedeutet das für das Guardiolasche System? Wie plant Guardiola den Abgang von Toni Kroos zu kompensieren? Im Training und den Testspielen deutet sich eine Abkehr von einer starren Vierer-Abwehrkette an. Wie bereits im Pokalfinale gegen Dortmund. Dort operierte Guardiola erstmals mit der Dreierkette Dante – Martínez – Boateng. Zudem experimentiert Guardiola auch mit Varianten einer Vierer- bis hin zur Fünferkette – so wie die WM-Teilnehmer Chile (Dreierkette), Mexiko (verschiebende Viererkette) und Costa Rica (Fünferkette).

Für diese Adaption an die jeweiligen Spielsituationen braucht Guardiola „intelligente Spieler“, wie er es einst bezeichnet hat – Spieler wie Philipp Lahm, der laut Guardiola überall spielen kann, Bastian Schweinsteiger – oder eben Alaba. Der Österreicher ist ein Kandidat für die vakante Position im Mittelfeld, die Toni Kroos mit seinem Wechsel zu Real Madrid hinterlässt. In der ÖFB-Auswahl füllt er die Position aus und bringt sich selbst ins Spiel. „Es ist kein Geheimnis, dass ich mich auch im Zentrum wohlfühle“, sagte Alaba vor kurzem der „Sport-Bild“. „Es gibt Beispiele wie Bastian Schweinsteiger, der auch zunächst außen gespielt hat und dann ins Zentrum gewechselt ist.“

Auch Sportvorstand Matthias Sammer sieht den Linksfuß als Alternative. Dazu Pierre-Emile Hojbjerg und Mario Götze. Zumal Thiago Alcántara nach einer Knie-OP im Mai laut Sammer erst „Ende September oder Anfang Oktober, vielleicht auch ein bisschen früher“ zurückkehrt. Eine andere Möglichkeit wäre noch ein Transfer. „Wir müssen uns überlegen, ob das genug ist, oder ob wir noch etwas tun“, sagte Sammer dem TV-Sender Sport1. „Aber diese Situation sehen wir sehr, sehr entspannt.“ Eine Absage erteilte er den Gerüchten um Juan Cuadrado vom AC Florenz.

Mit „völliger Blödsinn“ wies Sammer die Spekulationen zurück. Aber eines ist klar: Sollten die Münchner noch einen Spieler verpflichten, muss es einer sein, der Guardiolas Anforderungen erfüllt, ob dieser nun mit Dreier-, Vierer- oder Fünferkette spielen lässt.

 

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