Goretzka, Kimmich, Müller: Die neue Mittelfeldmacht des FC Bayern

Beim Sieg gegen Leipzig profitieren die Münchner besonders von ihrem magischen Mittelfeld-Dreieck Müller, Kimmich und Goretzka. Letzterer will vorzeitig verlängern: "Tendenz geht klar zu Bayern."
| Patrick Strasser
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Breite Brust: Nach Ablage von Thomas Müller (r.) jagt Leon Goretzka den Ball zum 1:0 gegen Leipzig ins Netz - die Vorentscheidung im Titelkampf.
Breite Brust: Nach Ablage von Thomas Müller (r.) jagt Leon Goretzka den Ball zum 1:0 gegen Leipzig ins Netz - die Vorentscheidung im Titelkampf. © picture alliance/dpa/Getty POOL

München - Das Trio hat es zu einem gemeinsamen Wikipedia-Eintrag geschafft, und das will was heißen. Gemeint ist nicht die 80er-Jahre Band "Trio" mit ihrem Leadsänger Stephan Remmler und dem eindringlichen Neue-Deutsche-Welle Hit "Da Da Da", sondern eine kickende Dreierkombo, über die es bei Wikipedia wörtlich heißt: "Das Magische Dreieck war die Bezeichnung für ein offensives Fußballspieler-Trio beim VfB Stuttgart, das in den Bundesliga-Spielzeiten 1995/96 und 1996/97 für Furore sorgte. Es bestand aus dem bulgarischen Mittelfeldspieler Krassimir Balakow, dem brasilianischen Stürmer Giovane Élber und dem deutschen Stürmer Fredi Bobic."

Bayerns magisches Dreieck im Mittelfeld: Goretzka, Kimmich, Müller

Die Bayern haben aktuell auch ein magisches Dreieck, das allerdings etwas weiter hinten zu finden ist in der Mannschaftsformation: Bestehend aus dem Sechser Joshua Kimmich (Spitzname "Jo" oder wahlweise "Josh"), dem Achter Leon Goretzka (Spitzname folgt) und dem Zehner Thomas Müller (der so viele Spitznamen hat). Gemeinsam und in perfekter Co-Produktion sorgten sie für den Siegtreffer bei RB Leipzig. Chip-Pass Kimmich in die Tiefe, perfekter Laufweg von Müller samt eleganter Ballverarbeitung, Nassmachung von Gegenspieler Tyler Adams und umsichtigem Rückpass zu Goretzka, der knallhart sowie schnörkel- und humorlos zum 1:0 vollstreckte.

Strammer Strahl: Goretzka hämmert den Ball in die Maschen.
Strammer Strahl: Goretzka hämmert den Ball in die Maschen. © sampics/Augenklick

Bayern-Trainer Flick: Müller "spielt eine sensationelle Saison"

Fertig war die Fast-Schon-Meisterschaft, zu der sich Goretzka (drei Treffer in den vergangenen vier Partien) nicht gratulieren lassen wollte: "Wir sind überglücklich, dass wir gewinnen konnten. Es ist ein großer Schritt, aber noch nicht der entscheidende. Es sind noch 21 Punkte zu vergeben, das ist 'ne ganze Menge. Also ist es noch keine endgültige Entscheidung." Mit der unfreiwilligen Betonung auf: noch. Noch hat auch Bundestrainer Joachim Löw den Müller nicht in die Nationalelf zurückgeholt. Im Mai, zur Vorbereitung auf die EM wird es soweit sein. Wer zweifelt noch daran? "Thomas spielt eine sensationelle Saison", wiederholte Bayern-Trainer Hansi Flick seine Lobeshymnen und erklärte: "Er ist wichtig für uns, kann wichtig für andere Mannschaften sein, aber das muss Joachim Löw entscheiden."

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15 Tore hat Müller in dieser Bundesliga-Saison nun schon vorbereitet, letzte Saison waren es 22 - da winkt eine erneute Bestmarke. Keiner schaffte mehr, die ehemaligen Wolfsburger Zvjezdan Misimovic (2008/09) und Kevin De Bruyne (2014/15) sowie der Leipziger Emil Forsberg (2016/17) kamen auf denselben Wert in einer Spielzeit. Und noch eine beeindruckende Zahl: Der 31-Jährige war an elf der 29 Tore in seinen letzten zehn Ligaspielen (gegen Bielefeld und in Frankfurt fehlte er wegen seiner Corona-Infektion) beteiligt, hat dabei vier selbst erzielt und sieben vorbereitet.

Ein Teil des magischen Dreiecks: Joshua Kimmich (l.).
Ein Teil des magischen Dreiecks: Joshua Kimmich (l.). © picture alliance/dpa/Getty POOL

Leon Goretzka wahrscheinlich auch künftig beim FC Bayern

Ergo: Das bayerische Mittelfeldtrio wäre nach dem 1:2-Stimmungskiller der Nationalelf gegen Underdog Nordmazedonien reif für einen gemeinsamen EM-Auftritt. In Puncto Spitznamenfindung sind die Kandidaten bereits in Turnierform. Während Goretzka den Mann vom Ammersee, der meist "Radio Müller" gerufen wird, kurioserweise "Mull" (wie der Spitzname des legendären früheren Vereinsarztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt) ruft, hatte der wiederum den gebürtigen Bochumer "Scoretzka" getauft. "Thomas hatte wohl Langeweile in der Länderspielpause. Daher musste ich liefern", meinte Goretzka trocken nach Bayerns fünftem Bundesliga-Erfolg in Serie.

Fehlt nur noch eine Unterschrift. Die von Goretzka. Der aktuelle Vertrag des 26-Jährigen läuft lediglich bis 2022 (Müller und Kimmich ein Jahr länger). Alles nur eine Frage der Zeit. "Ich fühle mich super wohl hier. Bayern hat mir in den letzten Jahren sehr geholfen, den nächsten Schritt zu machen", sagte Goretzka, "von daher geht die Tendenz auch klar zu Bayern." Ein Wink mit dem Füller an Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

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