Käfer verrät: Diese Stars des FC Bayern feiern gerne länger auf dem Oktoberfest
AZ: Herr Käfer, es gehört mittlerweile zur Tradition, dass die Stars des FC Bayern mindestens einmal pro Jahr auf dem Oktoberfest zu Ihnen ins Zelt kommen. Ist das Ihr persönliches Highlight zur Wiesn-Zeit?
MICHAEL KÄFER: Es ist sicherlich eines unserer ganz großen Highlights. Wir sind auch immer ganz aufgeregt, dass alles passt, wenn die Mannschaft kommt. Das beginnt schon mit den rot-weißen Tischtüchern. Wir wollen, dass sich die Spieler, Trainer und Verantwortlichen – es sind einschließlich Kindern immer um die 100 Personen – bei uns wohlfühlen und einen schönen Nachmittag haben.
Neuer und Lahm feierten gerne länger im Käfer
Gibt es da etwas, das jedes Jahr außer den Tischdecken gleichbleibt?
Zum Essen gibt es immer ein Brotzeitbrettl und Ente oder Hendl. Es gibt immer ein paar Spieler, die bestimmte Gerichte nicht essen. Ich denke da vor allem an Franck Ribéry, der Moslem ist. Darauf muss man ein bisserl achten. Für mich ist es dann immer ganz besonders, wenn so gegen 18 Uhr Spieler zu mir kommen und fragen, ob wir nicht noch einen Tisch haben, weil sie noch sitzen bleiben wollen. Da spürt man einfach, dass es ihnen bei uns gefallen hat.
Wer sind die Kandidaten, die gerne noch länger bleiben?
Früher waren es vor allem die Brasilianer. Die haben immer besonders gerne gefeiert. Auch Philipp Lahm, der eigentlich nicht so der Feiermensch ist, hat es auf der Wiesn immer gefallen, einfach weil es uriger ist. Von den heutigen Spielern war Manuel Neuer immer einer, der gerne ein bisschen länger dablieb.
Von den heutigen Spielern war Manuel Neuer immer einer, der gerne ein bisschen länger dablieb.
Ex-Präsident Hoffmann war bereits öfter im Käfer
Normalerweise ist das Zelt jeden Tag komplett voll. Haben Sie da eine Ecke für die Bayern-Spieler, die für sie bereitsteht?
Eigentlich nicht. Aber ich frage oft Freunde, die gerade bei uns im Zelt sind, ob sie nicht noch zusammenrücken können, weil wir nochmal ein paar Plätze brauchen. Aber es ist auch schon mal passiert, dass wir keinen Platz mehr für die Spieler hatten, weil wirklich gar nichts mehr ging.
Lassen Sie uns auf die Geschichte zwischen dem FC Bayern und Käfer schauen: Ihr Vater Gerd Käfer war bereits mit dem damaligen Bayern-Präsidenten Willi Hoffmann befreundet.
Das stimmt. Der Willi hat in der Nähe gewohnt und war öfter hier im Restaurant. Mein Vater war auch gut befreundet mit dem damaligen Manager Robert Schwan. So ist das Thema auch entstanden.

Käfer war mit Sohn von Hoffmann befreundet
Können Sie das konkretisieren?
Ich glaube, es war ganz spontan. Willi Hoffmann hat zu seinen Spielern gesagt, dass er sie bei einem Sieg auf die Wiesn zu uns einlädt. Das war ja damals noch eine richtige Motivation, weil die Preisgelder noch nicht so hoch waren.
Hoffmann hatte auch den Spitznamen Champagner-Willi. Lag das daran, dass er so gerne Champagner bei Ihnen getrunken hat?
Das kam eher davon, dass er ein barocker Bayer war. Er hat einfach richtig gerne gefeiert. Gleichzeitig war er auch recht bodenständig. Die Familie Hoffmann hatte damals ein kleines Haus am Ammersee. Da bin ich mit ihm mal rausgefahren, weil einer seiner Söhne mein bester Freund war. Der hat in diesen eineinhalb Stunden nur Blasmusik gehört. Sie können sich vorstellen, dass man so eine Autofahrt nicht vergisst. (lacht)
Die Spieler konnten ganz normal unter den Leuten feiern. Das geht heute leider nicht mehr.
Andrang war früher beim Wiesn-Besuch des FC Bayern weniger
Sie waren sicherlich als kleiner Junge auch dabei, wenn Hoffmann und die Bayern zu Ihnen ins Zelt aufs Oktoberfest kamen. Wie war das?
Es war anders, als es heute ist. Der Andrang war deutlich weniger. Man musste nicht alles absperren, weil nicht so viele Fans da waren. Die Spieler konnten ganz normal unter den Leuten feiern. Das geht heute leider nicht mehr.
Hatten Sie damals einen Lieblingsspieler?
Ich bin mit der Generation von Franz Beckenbauer aufgewachsen. Ich durfte ihn dann auch kennenlernen und schätze seine Verdienste noch immer. Und jemand, der bis heute ein guter Freund von mir ist, ist Lothar Matthäus. Es sind also immer wieder mit einzelnen Spielern auf der Wiesn auch kleine Freundschaften entstanden und mit Lothar eine große.

Käfer ist eng mit Matthäus befreundet
Wie kam es zu der Freundschaft?
Wir sind fast gleich alt. Und als der Lothar zu den Bayern kam, haben wir uns über die Spieler aus seiner Mannschaft kennengelernt. Da war Lothar 21 Jahre alt.
Sie haben sicherlich eine gemeinsame Wiesn-Geschichte.
Tatsächlich fällt mir da auf die Schnelle gar keine ein. Aber Lothar war natürlich immer mit einer seiner vielen Frauen da. (lacht)
Uli Hoeneß hat da natürlich schon aufgepasst, dass seine Spieler nicht über die Stränge schlagen.
Hoeneß ließ beim P1 immer wieder aufpassen
Wenn wir auf seine Spielergeneration schauen, die den FC Bayern zum FC Hollywood machte. Wie war die beim Feiern?
Sie waren schon diszipliniert. Gerade beim Wiesn-Besuch, wenn die Verantwortlichen dabei waren. Uli Hoeneß hat da natürlich schon aufgepasst, dass seine Spieler nicht über die Stränge schlagen.
Gab es da auch mal Kontrollanrufe von Hoeneß, ob die Spieler wieder bei Ihnen auf der Wiesn feiern?
Nein. Da hat er sich zurückgehalten. Aber als ich das P1 noch hatte, ließ er dort immer wieder aufpassen. Da war er nicht ganz so glücklich darüber, wenn die Spieler wieder bis spät in die Nacht unterwegs waren.

Käfer pflegt gutes Verhältnis zu Hoeneß
Ihr Verhältnis zu Hoeneß blieb trotzdem immer sehr gut.
Ich schätze ihn wahnsinnig. Er ist ein wunderbarer Mensch. Wir durften gemeinsam tolle Feste feiern. Man muss ihn einerseits für seinen wirtschaftlichen Erfolg, den er mit dem FC Bayern hatte, loben. Aber genauso muss man ihn dafür loben, dass er Menschlichkeit in den Verein gebracht hat. Ich weiß noch, als Ottmar Hitzfeld Bayern-Trainer wurde, kam er auf mich zu und wollte, dass ich für ihn ein tolles Fest organisiere, weil er ihm zeigen wollte, dass der FC Bayern ein ganz besonderer Verein ist. Er hat aus dem Verein eine Familie gemacht.
Das Interview ist Teil der aktuellen Folge des AZ-Podcasts "Akte Säbener". Jetzt auf Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.
