FC Bayern: Zirkzee und Cuisance spielen jetzt auf Bewährung

Nagelsmann nimmt Zirkzee nach dessen Blackout in Schutz, klubintern werden die Zweifel immer größer. Auch Cuisance spielt jetzt auf Bewährung. Die Nationalspieler kehren zurück und machen Druck.
| Julian Buhl
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Gilt für nicht wenige beim FC Bayern bereits als "unbelehrbar": Joshua Zirkzee, der gegen Ajax ein sicheres Tor verschenkt.
Gilt für nicht wenige beim FC Bayern bereits als "unbelehrbar": Joshua Zirkzee, der gegen Ajax ein sicheres Tor verschenkt. © imago images/MIS

München - Als Joshua Zirkzee beim Test gegen Ajax (2:2) den Torwart umspielt hatte und mit dem Ball am Fuß (zu) lässig auf das Tor zulief, hatte der Bayern-Stürmer nicht nur Gegenspieler Perr Schuurs vergessen, der ihm das bereits sichere Tor zum möglichen 2:1 im letzten Moment doch noch von der Linie weggrätschte.

Auch an die namhafte Konkurrenz, gegen die er sich in München behaupten muss, schien der 20-Jährige nicht zu denken – und vertändelte die Möglichkeit. Spätestens seit Montag dürfte Zirkzee wieder bewusst sein, mit wem er sich auseinandersetzen muss.

Die Nationalspieler sind zurück

Am Vormittag trudelten die EM-Teilnehmer Niklas Süle, Benjamin Pavard, Leon Goretzka, Jamal Musiala, Kingsley Coman, Leroy Sané und Robert Lewandowski an der Säbener Straße ein. Nach Medizinchecks und Leistungstests werden die Nationalspieler am Dienstag zurück im Teamtraining erwartet. Die Rückkehr von Corentin Tolisso verzögert sich dagegen, nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass sich der Franzose mit dem Coronavirus angesteckt hat und in Frankreich in Quarantäne ist.

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Gerade Lewandowski, der vergangene Saison mit 41 Ligatreffern sogar den eigentlich für die Ewigkeit bestimmten Rekord von Gerd Müller geknackt hat, würde nicht mal im Training ein sicheres Tor derart leichtfertig herschenken. "Wir werden hier sicher nicht aufhören, wir haben Appetit auf noch mehr Titel", kündigte der Weltfußballer zu seiner Rückkehr an.

Zirkzee ist derzeit nur Stürmer Nummer drei

Ende 2019 wurde Zirkzee nach zwei Liga-Toren gegen Freiburg und Wolfsburg noch als Bayern-Retter gefeiert und hatte seinen Anteil an der historischen Wende unter Hansi Flick, die mit sechs Titeln endete. Dauerhaft war die Rolle als Lewy-Backup aber zu groß für ihn.

Die füllt Routinier Eric Maxim Choupo-Moting (32) aus. Der ehrgeizige Zirkzee hinkt als Nummer drei seinen eigenen Ansprüchen hinterher. Seine Entwicklung hatte auch die Leihe nach Parma zuletzt nicht vorangebracht. Die Zweifel an dem Nachwuchsstürmer werden größer. Wie "Spox" berichtet, gibt es klubintern nicht wenige, die Zirkzee in die Schublade mit der Aufschrift "unbelehrbar" stecken.

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Auch Cuisance konnte nicht überzeugen

Gleiches gilt für Michaël Cuisance (21), der nach seiner Leihe zu Olympique Marseille ebenfalls nicht überzeugen konnte. Beide gelten noch in diesem Sommer als Verkaufskandidaten, konkrete Angebote liegen bislang nicht vor. Oder bekommt Julian Nagelsmann die beiden Sorgenkinder noch hin?

Auch Cuisance konnte gegen Ajax nicht überzeugen.
Auch Cuisance konnte gegen Ajax nicht überzeugen. © IMAGO / ActionPictures

Der neue Bayern-Coach beließ es am Samstagabend bei einem öffentlichen Rüffel - und einer eindringlichen Ermahnung. "Ich denke, dass er in einem Pflichtspiel - oder ich hoffe es - eine andere Seriosität hat in dieser Situation", sagte der 34-Jährige nach Zirkzees Blackout: "Er hat es nicht mit Absicht gemacht, den Gegenspieler einfach nicht gesehen." Deshalb werde er jetzt auch kein Gespräch mit ihm suchen. "Er weiß, dass er das besser lösen kann."

In den sozialen Netzwerken musste der junge Offensivmann trotzdem viel Spott, Häme und komplett unangebrachten Hass über sich ergehen lassen. Die Anfeindungen bewegten ihn offenbar dazu, alle seine Fotos und Videos von seinem Instagram-Profil zu löschen und sein Profilbild einzuschwärzen.

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Letzte Bewährungsprobe gegen Gladbach

Eine letzte Bewährungsprobe dürften Zirkzee und Cuisance beim Test am Mittwoch gegen Gladbach noch bekommen. Denn nur Frühstarter Serge Gnabry wird da wohl bereits dabei sein, die restlichen Nationalspieler sollen drei Tage später gegen den SSC Neapel laut Nagelsmann "eine Option" sein. Möglicherweise auch Thomas Müller.

Der 31-Jährige, der wie Kapitän Manuel Neuer und Joshua Kimmich eigentlich noch bis Samstag Urlaub hat, war bereits gestern wieder bei Tempoläufen zu beobachten. "Wenn ich den ganzen Kader zusammen habe, trennt sich die Spreu vom Weizen", kündigte Nagelsmann an. Zirkzee und Cuisance werden hart um ihren Platz kämpfen müssen.

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