FC Bayern München: Karl-Heinz Rummenigge und sein Fazit der Asien-Reise

Nachdem der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern die Asien-Reise als "totalen Erfolg" eingeordnet hat, relativiert auch Präsident Hoeneß seine Kritik. Rummenigge rüffelt Leipzig-Coach Hasenhüttl.  
| Maximilian Koch
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Zwischen den Bayern-Bossen Uli Hoeneß (links) und Karl-Heinz Rummenigge liegen manchmal Welten.
GES/Augenklick Zwischen den Bayern-Bossen Uli Hoeneß (links) und Karl-Heinz Rummenigge liegen manchmal Welten.

Nachdem der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern die Asien-Reise als "totalen Erfolg" eingeordnet hat, relativiert auch Präsident Hoeneß seine Kritik. Rummenigge rüffelt Leipzig-Coach Hasenhüttl.

München/Singapur - Zwischen "grenzwertig" und "wunderbar" liegen beim FC Bayern manchmal nur wenige Tage. Zwischen den Bossen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge manchmal Welten.

Bei der Analyse der zwölftägigen Asien-Reise, die an diesem Freitagmorgen am Münchner Airport endete, waren sich Hoeneß und Rummenigge nicht einig. Der Präsident hatte die Strapazen der Marketingtour mit vier Spielen und Flügen in zwei Länder als "grenzwertig" bezeichnet und interne Diskussionen angekündigt.

Bei Rummenigge klang das Fazit am Donnerstag so: "Es war die effektivste, beste und schönste Tour. Wir haben alle Ziele erreicht. Eine großartige Reise, ein totaler Erfolg. Alles wunderbar."

Wie es zu diesen konträren Ansichten kommen kann? Rummenigge hatte dafür eine einfache Erklärung. "Alle kennen Uli: Wenn man 0:4 gegen Milan verloren hat, dann ist das bei ihm der emotionale Knopf", meinte der Vorstandsboss. Hoeneß’ Emotionalität sei "dem Ergebnis geschuldet" gewesen.

"Totaler Blödsinn"

Nun ja. Eigentlich wirkten die Aussagen des Präsidenten wohl überlegt, zwischen der Milan-Pleite und seiner Kritik lagen immerhin zwei volle Tage. Jedenfalls sah sich Hoeneß veranlasst, die Äußerungen vom Montag abzuschwächen. Man könnte auch sagen: komplett umzudrehen.

"Es wurde so ein bisschen hineininterpretiert, als hätte ich das kritisiert", sagte der Präsident. "Das ist totaler Blödsinn." Eine Wendung um 180 Grad, wohl auf Anraten Rummenigges. Die Reise sei "fantastisch" gewesen, sagte Hoeneß nun, "dringend notwendig".

Bei einem Punkt blieb er aber: "Wenn wir das nochmal machen - und wir werden das nochmal machen - sollte man darüber nachdenken, in diesen zwölf Tagen vielleicht nur drei Spiele zu machen. Dann ist alles wunderbar."

"Die Bestnote"

Solch strapaziöse Reisen wird's auch in Zukunft geben. Stichwort: Gewinnmaximierung. Stärken der Marke. Um jeden Preis? Die Belastungen für die Spieler werden definitiv weiter in Kauf genommen.

Jörg Wacker, Bayerns Vorstand für Internationalisierung, gab dem Trip die "Bestnote". Wie viel Umsatz gemacht worden sei, wollten er und Rummenigge nicht verraten. Man könne aber davon ausgehen, dass ein "sehr, sehr stattlicher Betrag" zusammengekommen sei, so Rummenigge: "Es war wirtschaftlich die erfolgreichste Reise für uns."

Rummenigge reagierte auch auf die Kritik von Ralph Hasenhüttl. Der Trainer von RB Leipzig hatte es als "krass" bezeichnet, was den Spielern auf Marketingtrips wie nach Asien zugemutet werde. "Ich finde diese Aussage ein Stück zynisch und auch unsolidarisch", entgegnete Rummenigge.

Klose macht's nicht

"Die Klubs, die hier in Asien waren und auch die, die in Amerika waren, haben etwas pro Bundesliga-TV-Vermarktung geleistet. Und bei den Klubs, die nach wie vor den einfachen Weg wählen und sich in Österreich und der Schweiz vorbereiten, bin ich sehr skeptisch, ob die einen großen Beitrag zum Wohle der Bundesliga damit leisten", begründete der 61-Jährige.

Nichts Konkretes gibt es weiter bei der Sportdirektor-Suche. "Wir haben da ein gewisses Prozedere einzuhalten. Uli Hoeneß muss sich mit seinen Kollegen im Aufsichtsrat abstimmen und das beschließen", sagte Rummenigge. "Dem möchte ich nichts vorwegnehmen."

Miroslav Klose scheidet als Kandidat aus. "Unser Wunsch ist, dass Miro die Rolle des Botschafters übernimmt, wenn er dafür Lust und Zeit hat", so Rummenigge. Eine Entscheidung über den neuen Sportdirektor könne schon nächste Woche fallen, erklärte der Vorstandsboss weiter.

In einem Punkt war sich Rummenigge mit Hoeneß einig: "Ich möchte Uli den Part überlassen, die Entscheidung kundzutun."

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