FC Bayern München: Karl-Heinz Rummenigge setzt Thomas Müller unter Druck

Kapitänsbinde am Arm, Tor im Testspiel, glänzende Laune, den einen oder anderen Spruch auf den Lippen und ein ansteckendes Lachen: Bayern-Star Thomas Müller zeigt, wie froh er doch ist, wieder auf dem Rasen zu stehen.
| dpa/SID
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Selten so gelacht: Thomas Müller.
Selten so gelacht: Thomas Müller. © Rauchensteiner/Augenklick

München - Thomas Müller ist zurück: Im Testspiel beim Bayernligisten BCF Wolfratshausen führte er die Mannschaft des FC Bayern als Kapitän aufs Feld. Ein schönes Gefühl für den 27-jährigen Nationalspieler. Gut, der deutsche Rekordmeister hatte gerade mal vier Profis dabei, aber Müller blickt auf schwierige Zeiten zurück.

Zumal der Druck deutlich spürbar ist: So setzt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge auf eine erfolgreichere Spielzeit des Weltmeisters – und formuliert das auch klar. "Er wird eine stärkere Saison hinlegen müssen", sagte er dem Münchner Merkur. "Die Konkurrenz auch auf seinen Positionen ist stark. Ich wünsche ihm eine starke Saison und viele Tore."

Nur fünf Ligatore standen 2016/2017 in Müllers Bundesliga-Bilanz. Nach 20 Toren in der Spielzeit 2015/2016 und davor dreimal je 13 Toren blieb seine Ausbeute wie zuletzt 2012 (sieben Treffer) wieder einstellig. Müller zählt nun zu den Bayern-Stars, die von Anfang in die Vorbereitung starteten. Beim 4:1 im Freundschaftsspiel am Donnerstag in Wolfratshausen traf der Weltmeister gleich.

Nach einer Daumen-Operation lief Müller mit einem bandagierten rechten Unterarm auf, nachdem er vor der OP schon ein halbes Jahr Probleme hatte. "Ich bin schon auf einem guten Weg, das ist bald wieder verheilt", sagte der 27-Jährige. "Ein Problem wird es nur, wenn ich irgendwie blöd drauf falle, das ist ein gewisses Berufsrisiko."

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Gut gelaunt war er, das Lachen war zurück, der eine oder andere lockere Spruch kam ihm über die Lippen. "Es ist nicht so, dass man sich fünf Wochen auf eine einsame Insel legt und den ganzen Tag nicht weiß, was man tun soll. Der Rasen muss auch gemäht werden zu Hause", sagte er über den gerade beendeten Urlaub.

Neustart geplant

Es kommt einiges zu auf den Stürmer-Schlaks: Wie DFB-Kapitän Manuel Neuer und Mats Hummels kommt er als Nachfolger von Kapitän Philipp Lahm in Frage, soll auch in der Hierarchie der Mannschaft noch mehr Verantwortung übernehmen. Nicht so leicht für einen, der zuletzt nicht mehr unumstrittener Stammspieler war. Er wolle wieder eine größere Rolle spielen, sagte er bereits.

Die Konkurrenz ist groß, egal auf welcher Position. Aber Müller ist nicht der Typ, der Unruhe stiftet. Dann schon eher Franck Ribéry: Der emotionale Franzose war schon in der vergangenen Saison nicht glücklich über einige Auswechslungen oder Pausen. Da sich der 34-Jährige nach wie vor nicht als Auslaufmodell sieht, droht Ärger. Zumal Kingsley Coman mehr Einsatzzeiten bekommen soll.

Gleiches gilt für Weltmeister Jérôme Boateng, der etwa im Pokal-Halbfinale gegen Dortmund hinter Mats Hummels und Javi Martínez nur noch die Nummer drei in der Innenverteidigung war. Ein Zustand, den Boateng nicht akzeptiert und intern schon zur Sprache gebracht hat. Seit Wochen wird er immer wieder einmal als Abgang gehandelt. Chelsea soll Interesse haben. Auch Torjäger Robert Lewandowski klagte zuletzt öffentlich über mangelnde Unterstützung im Saisonfinale. Dies ist bei einigen Kollegen angeblich gar nicht gut angekommen.

Müller lobt Confed-Cup-Auftritt

Für das deutsche Nationalteam sieht Müller ein Jahr vor der WM in Russland glänzende Perspektiven "Es ist eine überragende Situation für den deutschen Fußball und für den Bundestrainer, dass wir auf so viele überdurchschnittlich gute Spieler zurückgreifen können. Das tut immer gut", sagte er. Und: "Es sind alles gute Jungs. Wenn man sieht, wie die sich zusammengefunden haben in der kurzen Zeit. Mir hat es wirklich Spaß gemacht, zuzuschauen. Natürlich hat es auch ein bisschen gekitzelt, man hätte dann doch vor allem das Halbfinale und Finale gerne mitgespielt."

Bundestrainer Joachim Löw hatte ein Jahr vor der anvisierten Titelverteidigung bei der WM in Russland weitestgehend auf seine großen Stars verzichtet und ein verjüngtes Team an den Start geschickt. Dieses gewann erstmals den Confed Cup durch ein 1:0 gegen Chile im Finale. "Ich habe schon mitgefiebert. Vor allem die letzte Viertelstunde gegen Chile war packend", erinnerte sich Müller am Rande des Freundschaftsspiels in Wolfratshausen.

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