FC Bayern München: James rennt frustriert aus Allianz Arena - bald weg?

Auch gegen Ajax Amsterdam kommt James, der vergangene Saison unter Heynckes brillierte, wieder nur zu einem Kurzeinsatz – er verlässt die Arena fluchtartig. Trennen sich die Wege im Sommer?
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Durfte nur eine halbe Stunde ran: Bayerns James (l.), hier gegen Ajax-Kapitän de Ligt.
Sven Hoppe/dpa Durfte nur eine halbe Stunde ran: Bayerns James (l.), hier gegen Ajax-Kapitän de Ligt.

München – Ganz schnell war er weg. Bereits um kurz nach 23 Uhr am Dienstagabend, wenige Minuten nach Schlusspfiff der Partie gegen Ajax (1:1), eilte James Rodríguez aus der Arena. Als erster Spieler des FC Bayern. Kommentarlos. Einen Schluck aus der Wasserflasche gönnte sich der Kolumbianer noch – dann bog er um die Ecke und war nicht mehr zu sehen. Der nächste Frustabend des Ballkünstlers in dieser Saison. Und diesmal wollte James seine schlechte Laune auch gar nicht mehr verbergen.

Trainer Niko Kovac hatte den 27-Jährigen abermals auf der Ersatzbank gelassen, erst in der 62. Minute wurde James für Arjen Robben eingewechselt. Nach einem Pass von Serge Gnabry vergab James dann die beste Bayern-Chance der zweiten Halbzeit, als Ajax-Keeper André Onana seinen Schuss aus kurzer Distanz parierte (77.).

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James ist unzufrieden - erreicht ihn Kovac nicht?

Wie unzufrieden James ist, war wenige Augenblicke später zu sehen: Schiedsrichter Pavel Kralovec wertete einen James-Zweikampf als Foulspiel, der Kolumbianer drosch den Ball weg. Und sah die Gelbe Karte. Bezeichnend. Genauso seine Flucht vom Rasen in die Kabine kurz nach Spielende.

"James ist eine hochsensible Seele", sagte Ex-Bayern-Trainer Jupp Heynckes kürzlich im AZ-Interview. Doch diese scheint dessen Nachfolger Kovac aktuell nicht zu erreichen. In acht Spielen dieser Saison, in denen James zum Kader gehörte, stand er nur dreimal in der Startelf. Zu wenig aus Sicht des Spielmachers, der in der vergangenen Rückrunde unter Heynckes zu den herausragenden Akteuren gezählt hatte.

Kürzlich, vor dem 1:1 gegen den FC Augsburg, hatte der Coach seinen Star, der die Startphase der Saison wegen Waden- und Sprunggelenksproblemen zum Teil verpasst hatte, noch ausdrücklich gelobt. James belebe das Spiel . Und er stelle sich stets in den Dienst der Mannschaft. "Von Tag zu Tag, von Training zu Training fühle ich mich besser. Ich bin auf einem guten Level", sagte James selbst. Zwei Tore und zwei Vorlagen sind bei sieben Einsätzen ja auch keine schlechte Bilanz. Und doch: Einen Status wie unter Heynckes hat James bei Kovac nicht. Thomas Müller und Thiago werden vom neuen Coach im zentralen Mittelfeld bevorzugt.

James als Außenstürmer? Keine optimale Lösung

Kovac stellt James bisweilen als Außenstürmer auf. Dort kommen die technischen, strategischen und kämpferischen Fähigkeiten des Feingeistes aber nicht perfekt zur Geltung. James sei einer, der wie Bastian Schweinsteiger "fighten kann", sagte Ex-Coach Heynckes der AZ: "Das muss man als Trainer aus ihm herauskitzeln." Speziell in den Champions-League-Duellen im Halbfinale der vergangenen Saison brillierte James – als Spielgestalter, Torschütze, aber auch als Anführer. Heynckes nennt James einen "hochbegabten Fußballer".

Grundsätzlich sieht das auch Kovac so, doch er hat die ideale Rolle für ihn noch nicht gefunden. Knifflig ist die Situation auch deshalb, weil James‘ Zukunft in München ungeklärt ist. Die Bayern besitzen eine Kaufoption in Höhe von 42 Millionen Euro, die sie nach dieser Spielzeit ziehen können. Doch schon im Sommer gab es Gerüchte, James wolle zu Real Madrid zurückkehren.

Offenbar hat das die Bayern-Bosse verunsichert. Und nun scheint Kovacs Personalpolitik James zu verunsichern. Kein guter Kreislauf für alle Beteiligten.

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