FC Bayern München: Elfer-Krimi in Leipzig Steilpass für die nächsten Spiele

Bayerns Triumph im Elfer-Krimi bei RB Leipzig war Kraftprobe und Nervenschlacht zugleich. Vorstandsboss Rummenigge glaubt, dass dieser Sieg im Pokal ein "Steilpass für die nächsten Spiele" ist.  
| Patrick Strasser
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Bayern-Laola: Sven Ulreich, Arjen Robben, Mats Hummels, Marco Friedl, Jerome Boateng, Sebastian Rudy, Tom Starke, Joshua Kimmich und David Alaba (von links).
Rauchensteiner/Augenklick Bayern-Laola: Sven Ulreich, Arjen Robben, Mats Hummels, Marco Friedl, Jerome Boateng, Sebastian Rudy, Tom Starke, Joshua Kimmich und David Alaba (von links).

Bayerns Triumph im Elfer-Krimi bei RB Leipzig war Kraftprobe und Nervenschlacht zugleich. Vorstandsboss Rummenigge glaubt, dass dieser Sieg im Pokal ein "Steilpass für die nächsten Spiele" ist.

Leipzig/München - Oberkörperfrei. Enthemmt. Von den Gefühlen übermannt. Als die Mitspieler feixend und zugleich fix und fertig quer über den Rasen in Richtung Kabine der Leipziger Arena trotteten, drehte sich Arjen Robben noch einmal zu den mehr als 4.000 Bayern-Fans in der Kurve um und zeigte jubelnd seine Muckis. Ganz alleine.

Den Body angespannt, der Blick grimmig, die Endorphine entwichen wie aus einem zu prall gefüllten Luftballon. Raus damit! Weil Bayern noch drin war im DFB-Pokal, das Achtelfinale erreicht hat. Der Bayern-Kapitän hatte alles gegeben, am Ende noch sein Hemd. Das Trikot warf er in die Fankurve, nur die Kapitänsbinde beließ er am linken Oberarm.

Der letzte Emo-Ausbruch war Chefsache. 120 Minuten Powerfußball, zehn Elfmeter. Einer ging nicht rein. Der von Timo Werner, Deutschlands großer Sturmhoffnung. "Sehr viele Nerven gekostet", habe es das Spiel, so Robben, "Fußball auf sehr hohem Niveau, zwei Topmannschaften gegeneinander. Ein heißes, intensives Spiel".

Arjen Robbens Muskelspiele. Foto: dpa

Ein sogar "brutal intensives", wie Joshua Kimmich fand. "Im Fußball muss man hin und wieder leiden", sagte Karl-Heinz Rummenigge, "wir haben gelitten und uns am Ende gefreut. Dann ist es perfekt." Der Vorstandsboss und Präsident Uli Hoeneß hatten sich nach dem letzten Elfmeter zum 6:5-Endstand auf der VIP-Tribüne so herzlich umarmt, dass man annehmen muss, die beiden Alphatiere, zuletzt oft die Abteilung gespaltene Zunge, beziehen demnächst ein gemeinsames Büro an der Säbener Straße. Erfolg macht milde.

Von den Emotionen zu den Fakten, einem beeindruckenden Zahlen-Triple. Erstens: Bayern gewann sieben der letzten acht Elfmeterschießen im DFB-Pokal, scheiterte lediglich im Halbfinale 2015 gegen Borussia Dortmund (1:3), als Götze verschoss, Neuer die Latte traf und davor Lahm sowie Alonso beim Schuss ausrutschten – Matsch von gestern.

Das Geheimnis, dass es diesmal gut ging? Ganz ohne das Simulieren eines Elfmeterschießens im Training, was Trainer Jupp Heynckes ablehnt? Vor dem finalen Shoot-out riet er seinen Spielern: "Legt den Ball hin und schießt aggressiv." Der zweite Pokalfakt: In 13 der letzten 14 Pokalspiele mit Verlängerung hatte Bayern das bessere Ende für sich. Und drittens: Die Münchner kamen seit 24 Auswärtsspielen im Pokal immer weiter. Ja, immer weiter.

Rummenigge: "Nicht mit einer Hühnerbrust"

Am Samstag sieht man sich schon wieder. In der Bundesliga, Anpfiff in der Allianz Arena ist um 18:30 Uhr (Sky live und AZ-Liveticker). Teil zwei des Duells mit RB. Die Bayern wollen nach dem "Big Point" den "Schub mitnehmen" wie Rummenigge betonte, als "Steilpass für die nächsten Spiele". Den Bullen-Schub.

"Beide Mannschaften werden nach den 120 Minuten total kaputt sein. Aber wir haben den kleinen Vorteil, dass wir mit elf Mann spielen konnten, die Leipziger mussten mehr laufen", sagte der Vorstandsboss. Sein Ziel für das vierte Aufeinandertreffen in zwei Jahren seit dem RB-Aufstieg 2016: "Wir wollen gewinnen, wollen die drei Punkte in München behalten. Es wird gegen diese Mannschaft nicht einfach – wie man gesehen hat." Ob man also mit breiter Brust auflaufen werde, wollte ein Reporter wissen. "Ja, nicht mit einer Hühnerbrust", antwortete Rummenigge amüsiert.

Spielerisch zeigte Bayern jedoch Schwächen, war erst nach dem Platzverweis für RB-Mittelfeldmotor Naby Keita in der 54. Minute überlegen, zuvor hatte das Münchner Aufbau- und Angriffsspiel wenig Sinn und Struktur. Mit zu vielen Ballverlusten lud man die Leipziger regelrecht zu ihrem bekannten Hochgeschwindigkeitsfußball ein. "Allgemein sind wir in einer besseren körperlichen Verfassung und spielen auch besseren Fußball", meinte Mats Hummels, "es ist aber noch nicht so, dass wir alles an die Wand spielen. Ganz im Gegenteil, wir müssen hart kämpfen für unsere Punkte."

Joshua Kimmich dagegen zeigte sich optimistischer. Er ist sich sicher: "Wenn wir als Mannschaft weiter gut zusammenarbeiten, haben wir die Qualität, jeden Gegner zu schlagen – egal, wer kommt."

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