FC Bayern München: Dieter Hoeneß über den wiedererstarkten Thomas Müller

Bayern-Angreifer Thomas Müller rückt in der Bestenliste der Torjäger weiter vor. "Er wird Karl-Heinz Rummenigge noch einholen", sagt Dieter Hoeneß in der AZ.
| Maximilian Koch
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Ex-Bayern-Stürmer Dieter Hoeneß (rechts) über Jetzt-Bayern-Stürmer Thomas Müller: "Er ist unheimlich wertvoll."
Rauchensteiner/Augenklick Ex-Bayern-Stürmer Dieter Hoeneß (rechts) über Jetzt-Bayern-Stürmer Thomas Müller: "Er ist unheimlich wertvoll."

Angreifer Thomas Müller vom FC Bayern rückt in der Bestenliste der Torjäger weiter vor. "Er wird Karl-Heinz Rummenigge noch einholen", sagt Dieter Hoeneß in der AZ.

München - Geärgert hat sich Dieter Hoeneß nicht – dafür mag er Thomas Müller viel zu sehr. "Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis er mich einholt", sagt Hoeneß in der AZ: "Ich freue mich über jedes Tor, das Thomas schießt, ich gönne es ihm von Herzen."

Seit dem vergangenen Wochenende, seit Müllers Treffer beim 4:0-Sieg gegen den SC Freiburg, sind es 102 Tore für Müller in der Bundesliga. Genauso viele hat Dieter Hoeneß auch erzielt. Allerdings brauchte der Ex-Stürmer ein paar Spiele weniger dafür (Hoeneß: 224/Müller: 278).

Macht den geteilten Platz vier für das Duo in der ewigen Liga-Schützenliste des FC Bayern (siehe Tabelle unten). Doch während Hoeneß (65), der seine Karriere 1987 beendete, nicht mehr nachlegen kann, hat Müller weitere Bayern-Legenden im Blick: Roland Wohlfarth auf Rang drei (119) liegt nur 17 Treffer voraus, der heutige Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (162) 60 Tore.

Funkt Müller Torjäger Lewandowski dazwischen?

"Thomas wird Roland Wohlfarth auf jeden Fall noch überholen", legt sich Hoeneß fest: "Und auch Karl-Heinz Rummenigge muss sich langsam warm anziehen. Thomas ist ja erst 28 Jahre alt: Deshalb wird er beide noch einholen. Aber an Gerd Müller kommt er nicht mehr heran."

Der "Bomber" thront unangefochten an der Spitze, 365 Mal traf Gerd Müller in 427 Spielen für die Roten. Einmalig. Und wohl auch nicht zu wiederholen. Nicht mal von Superstar Robert Lewandowski, der inzwischen bereits Hoeneß und Müller im Nacken sitzt (97 Tore). Wie weit Lewandowski in der Rangliste noch klettert, hängt von seiner Zukunftsplanung ab.

Widersteht der Pole den Verlockungen aus Madrid, winkt ihm Platz zwei. Falls Müller nicht dazwischenfunkt. Der Kapitänsvertreter von Manuel Neuer spielt seit Wochen in Topform, überzeugt als Leader, Torschütze – und Vorbild. "Thomas Müller ist als Kapitän vorangegangen mit Leistung, mit läuferischem Vermögen, mit Torgefährlichkeit", sagte Trainer Jupp Heynckes nach dem Sieg in Freiburg und ergänzte: "So sind alle Spieler. Sie wissen genau, dass wir den Rhythmus für die Champions League brauchen. Wir machen so weiter wie bisher."

Hoeneß: "Müller spürt jetzt das Vertrauen des Trainers"

Müllers Aufstieg ist ziemlich eng mit Heynckes verknüpft. Seit der Coach im Oktober des vergangenen Jahres auf die Bayern-Bank zurückkehrte, war Müller in 18 Partien an 19 Treffern direkt beteiligt (neun Tore, zehn Vorlagen).

Zum Vergleich: Unter Heynckes' Vorgänger Carlo Ancelotti gelangen Müller zuvor nur ein Tor und ein Assist. Was der neue Trainer besser macht? Hoeneß hat eine Erklärung parat: "Nicht nur bei Müller ist dieser Aufschwung zu erkennen unter Heynckes, auch bei anderen Spielern. Man sieht, wie wichtig es auch für einen Weltklassespieler ist, wenn er das Vertrauen des Trainers spürt."

Bei Ancelotti, der Müller in wichtigen Spielen auf der Bank ließ, war dieses Vertrauen nicht immer gegeben. "Die Selbstverständlichkeit ist jetzt zurück in Müllers Spiel, die Sicherheit", erklärt Hoeneß weiter: "Er folgt wieder seinen Instinkten. Er ist ein entscheidender Spieler für die Bayern-Mannschaft."

Teamintern war Müller ohnehin nie umstritten, auch dann nicht, wenn die Trefferquote schwächer war als aktuell. "Thomas ist brutal wichtig für uns", sagt Torhüter Sven Ulreich: "Er ist einer, der viele Wege geht für die Mannschaft, viel ackert. Jetzt macht er die Tore wieder so, wie wir ihn kennen. Er ist ein Weltklasse-Spieler."

Thomas Müller: "Bin kein klassischer Rechtsaußen"

Und einer, dem der Teamerfolg mehr bedeutet als eigene Bestmarken. "Ich werde an Toren gemessen – aber nicht von mir selbst", sagte Müller in Freiburg. Der Sieg der Mannschaft und die Geburt des Fohlens aus seinem Stall waren ihm wichtiger. "Ich bin praktisch Papa geworden und habe mich ein bisschen anstacheln lassen", scherzte der Pferdenarr.

Mit zusätzlichen PS geht es für Müller in den Saisonendspurt. Und der Ur-Bayer hat beste Chancen, dass er seine Torstatistik weiter verbessert. Im Offensivsystem von Heynckes ist Müller gesetzt – im Zentrum oder auf der rechten Seite wie gegen Freiburg.

"Ich bin kein klassischer Rechtsaußen", erklärte Müller: "Aber auf den sogenannten Heat Maps sehen meine Laufwege sehr ähnlich aus, egal wo ich anfange." Stimmt. Müller treibt sich wieder herum wie zu besten Zeiten, er ist "unheimlich wertvoll", so Hoeneß.

Wie wertvoll genau? Dazu wurde Mats Hummels befragt. Müller sei jemand, "den man gegen jede Mannschaft der Welt braucht", sagte der Verteidiger: "Ich hoffe, das ist eindeutig genug."

Lesen Sie hier: Sandro Wagner bringt sich als Trainer des FC Bayern ins Spiel

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