FC Bayern: Holger Broich, der Meister der Qualen

Holger Broich zählt zu den unbesungenen Helden im Hintergrund, ohne die der Triple-Erfolg des FC Bayern wohl nicht möglich gewesen wäre. Von Jupp Heynckes wurde der Fitness-Chef zurückgeholt.
| Maximilian Koch
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Macht den Bayern Beine: Fitness-Chef Holger Broich (r.) nach dem Sieg in Champions League mit Lucas Hernández.
imago images/Poolfoto 2 Macht den Bayern Beine: Fitness-Chef Holger Broich (r.) nach dem Sieg in Champions League mit Lucas Hernández.
Matthias Balk/dpa 2

München - Es ist Jupp Heynckes zu verdanken, dass Prof. Dr. Holger Broich heute beim FC Bayern arbeitet – und zu einem der heimlichen Helden beim Triple-Triumph der Münchner avancierte.

Carlo Ancelotti verzichtete in seiner Bayern-Amtszeit einst auf die Dienste des Fitness-Gurus, was Heynckes schließlich rückgängig machte, als er im Herbst 2017 für den entlassenen Ancelotti übernahm. Unter Broich erreichten die Stars wieder ihr altes Topniveau. Bis heute profitieren die Münchner extrem von Heynckes’ Rückholaktion.

Für Ribéry ist der "Professor" der beste Fitnesstrainer

"Er ist für mich der beste Fitnesstrainer, den ich in meinem Leben getroffen habe", sagte Bayern-Legende Franck Ribéry einmal über Broich, der im Team nur "Professor" genannt wird. Offiziell heißt sein Titel: Wissenschaftlicher Leiter und Leiter Fitness.

Bevor er 2014 zum FC Bayern kam, war der gebürtige Meppener Broich bei Bayer Leverkusen tätig. Dort lernte Heynckes die Fähigkeiten des Sportwissenschaftlers kennen – und schätzen. Über viele Jahre leistete Broich wertvolle Arbeit im Hintergrund, so richtig in den Fokus rückte er dann in dieser Corona-Zeit.

© Matthias Balk/dpa

Die Bayern waren gezwungen, auf Training zu Hause umzustellen. Und mit Broich hatten sie den idealen Coach dafür in ihren Reihen. "Großes Lob an Holger Broich und das ganze Trainerteam, wie sie das alles geplant haben in der Spielpause mit dem Cyber-Training", sagte Abwehrspieler Jérôme Boateng während des Champions-League-Turniers in Lissabon, bei dem auch Boateng mit starken Leistungen überzeugte.

"Ich glaube, es ist der Schlüssel, dass wir damals früh angefangen haben, sobald das möglich war", erinnerte Boateng an die Zeit des Corona-Lockdowns im März. "Holger Broich hat das super aufgebaut. Wir sind physisch sehr gut drauf. Es ist wichtig, gerade in der Champions League bei Spielen in Turnierform, wenn man hinten raus nochmal etwas drauflegen kann, wenn der Gegner müde wird."

Broich macht Bayern für Pressing Beine

Und das war bei Bayern in jedem der Spiele zu beobachten. Kein anderes Team konnte über 90 Minuten ein derart intensives Pressing spielen, keine andere Mannschaft wirkte so fit und fokussiert wie die Münchner.

Broich, der Meister der Qualen, hatte das Team in eine ideale Verfassung gebracht. "Wir sind immer weiter marschiert. Das Pressing war brutal", sagte Leon Goretzka nach dem 8:2-Erfolg im Viertelfinale gegen den FC Barcelona.

Dass die Schinderei nicht immer Spaß machte, ist auch klar. Thomas Müller erklärte, dass die Spieler den "lieben Herrn Professor" manchmal "am liebsten auf den Mond geschossen" hätten. Es war nicht böse gemeint, vielmehr ein typischer Müller-Spruch, der höchste Anerkennung bedeutete. Müller hätte Broich manchmal gern "auf den Mond geschossen"

Wer weiß, ob Bayern ohne Broich so gut durch die Corona-Zeit gekommen wäre. Solche Herausforderungen gab es auch für Profifußballer noch nie. "Das gilt ja für die ganze Gesellschaft und nicht nur für den Fußball: Man hat in der Corona-Pandemie ein paar Dinge kennengelernt, die man beibehalten wird, Videokonferenzen, Online-Lehre, Home-Office – und dazu gehört auch unser Cybertraining", sagte der 45-Jährige in der "Süddeutschen Zeitung". Auf dem Klubgelände soll künftig ein spezielles Studio eingerichtet werden. Denkbar wäre dann, dass die Profis gerade nach Turniersommern etwas länger an ihren Urlaubsorten verbleiben könnten und sich von dort zum Cyber-Training mit Fitnesschef Broich zuschalten. Dass es funktioniert, weiß man jetzt beim FC Bayern.

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