FC Bayern: Der magnetische Jamal Musiala attackiert Leroy Sanés Stammplatz

Bayern-Juwel Jamal Musiala (18) glänzt gegen den Bremer SV und wird von Trainer Julian Nagelsmann gefeiert: "Er hat einen Magnet eingebaut." Trotz einer ordentlichen Leistung muss Leroy Sané zittern.
| Maximilian Koch
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Mit einer herausragenden Leistung - mal wieder: Bayerns Jamal Musiala erzielt beim 12:0 gegen den Bremer SV zwei Tore. Trainer Julian Nagelsmann schwärmt von ihm.
Mit einer herausragenden Leistung - mal wieder: Bayerns Jamal Musiala erzielt beim 12:0 gegen den Bremer SV zwei Tore. Trainer Julian Nagelsmann schwärmt von ihm. © GES/Marvin Ibo Güngör

München/Bremen - Am Mikrofon macht Jamal Musiala (18) noch nicht den abgeklärten und spielerischen Eindruck wie auf dem Platz - dafür aber einen äußerst sympathischen.

Bei Sky wurde der Youngster des FC Bayern nach seinem abermals herausragenden Auftritt in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Bremer SV (12:0) gefragt, ob er denn jetzt Stammplatzansprüche stellen würde. Musiala überlegte, er wedelte unruhig mit den Armen und wollte offenbar bloß nicht zu forsch rüberkommen. Dann sagte er: "Ich will mich nur auf meine Leistung konzentrieren, ein hohes Niveau erreichen. Und der Trainer wird dann entscheiden."

"Vielleicht hat er da einen Magnet zwischen den Beinen eingebaut"

Was man wissen muss: Musiala, der von 2010 bis 2019 in England lebte und fußballerisch ausgebildet wurde, spricht im privaten Bereich vor allem Englisch. Ans Deutsche muss sich der gebürtige Stuttgarter, der im hessischen Fulda aufwuchs, erst wieder gewöhnen. Auf dem Spielfeld hingegen sieht es ganz anders aus.

Da braucht Musiala keinerlei Nachhilfe, er gehört zu den besten Bayern-Spielern im bisherigen Saisonverlauf. Nach einer Top-Leistung zuletzt in der Liga gegen Köln beeindruckte er auch gegen die Amateure aus Bremen mit tollen Dribblings und 2,5 Toren.

Der Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 wurde als Eigentor des Bremers Jan-Luca Wahl gewertet, der Musialas Schuss vor der Linie nicht mehr klären konnte.

Egal - die beiden anderen Tore des Außenstürmers zum 2:0 und 7:0 waren ansehnlich genug, sie zeigten die technischen Qualitäten des Strafraumtänzers Musiala, dem leichtfüßigsten Spieler im Kader. Das wollte auch Trainer Julian Nagelsmann noch einmal betonen.

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"Er hat schöne Tore gemacht und eine gute Aktivität gehabt", sagte der Bayern-Coach. Musiala habe "eine Fähigkeit, dass der Ball immer auf den Füßen landet, vielleicht hat er da einen Magnet zwischen den Beinen eingebaut. Und mit dem Ball kann er gut umgehen."

Der magnetische Musiala. Mit 18 Jahren ist er noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. "Es steckt noch viel mehr Potenzial in ihm drin", sagte Nagelsmann, der auf AZ-Nachfrage sogar erklärte, noch nie einen so guten Spieler in diesem Alter trainiert zu haben: "In meinen Teams nicht. Es gibt natürlich noch ein paar gute 18-Jährige wie Pedri (vom FC Barcelona, d. Red.). Aber Jamal ist wirklich ein sehr großes Talent."

Sonderlob von Nagelsmann für Sané

Und inzwischen ganz nah dran an der Stammelf des FC Bayern. Besonders Leroy Sané muss daher um seinen Platz zittern, wenngleich der Außenstürmer eine Leistungssteigerung zeigte, zwei Torvorlagen lieferte und selbst zum 8:0 traf. Kurz darauf wechselte Nagelsmann Sané aus, gab ihm einen Klaps auf den Rücken. Während die Bremer Fans den Superstar auspfiffen, gab es vom bayerischen Anhang diesmal viel Applaus - anders als noch am Sonntag gegen den 1. FC Köln. . .

Trainer Julian Nagelsmann wechselt Leroy Sane (r.) aus.
Trainer Julian Nagelsmann wechselt Leroy Sane (r.) aus. © GES/Marvin Ibo Güngör

"Er war unglaublich engagiert, hat extrem gut verteidigt, ein Tor gemacht", schwärmte Nagelsmann: "Ich glaube, er hätte noch drei, vier Tore mehr machen können, wenn er einen Querpass mehr bekommen hätte." Dann verteidigte der Coach Sané energisch: "Das, was man versucht, ihm anzuheften, ist, dass er vielleicht nicht an die Grenze geht, das wirkt so. Heute wollte er aber alles reinwerfen, von daher bin ich sehr zufrieden."

Es war ein Abend, der Sané guttat. Einige Bayern-Fans hatten ein Plakat zur Aufmunterung vorbereitet, darauf stand: "Kopf hoch und immer weiter, Leroy". Sané postete ein Bild davon bei Instagram und bedankte sich. Nach der Partie gegen Köln, als es bei seiner Auswechslung zur Halbzeit Jubel gab, war Sané ziemlich gekränkt. "Ich habe ihm eine kurze Nachricht geschrieben, in der ich ihm meine Meinung dargelegt habe, was ich davon halte, was ich ihm raten würde als Mensch und was ich als Trainer mit ihm mache, dass ich ihn nicht plakativ fünf Stunden in den Arm nehme, um jedem zu zeigen: Ich stärke ihm den Rücken", verriet Nagelsmann. Die Botschaft zahlte sich aus - dennoch droht Sané Samstag gegen Hertha BSC (18.30 Uhr) die Bank.

Ein gewisser Jamal Musiala ist dafür verantwortlich.

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