FC Bayern: Allianz Arena endlich wieder voll – doch scharfe Fan-Kritik an Hainer und Kahn

Erstmals nach eineinhalb Jahren ist die Allianz Arena zum Spitzenspiel gegen Freiburg wieder voll besetzt. Die Ultras machen mit einem Protest-Banner auf die umstrittene Zusammenarbeit mit Katar aufmerksam. Im Fokus stehen Präsident Hainer und Vorstandsboss Kahn.
| Bernhard Lackner
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Oliver Kahn und Herbert Hainer mussten am Samstag Kritik der eigenen Fans über sich ergehen lassen. (Archivbild)
Oliver Kahn und Herbert Hainer mussten am Samstag Kritik der eigenen Fans über sich ergehen lassen. (Archivbild) © IMAGO / kolbert-press

München - Endlich wieder ein Gefühl der Normalität! Nachdem die beiden Heimspiele gegen die TSG Hoffenheim und Benfica Lissabon zuletzt trotz weggefallener Kapazitätsbeschränkungen nicht ausverkauft waren, war die Allianz Arena beim Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag wieder mit 75.000 Zuschauern komplett gefüllt. Grund dafür war, dass die Jahreskarten beim Spiel gegen die Breisgauer wieder gültig waren. In den beiden Spielen davor gab es ausschließlich Tageskarten.

Die Stimmung in der Arena war bestens. Nach dem 2:1-Sieg gehen die Münchner schließlich als Tabellenführer in die anstehende Länderspielpause. Zwei Männer dürften zwischenzeitlich allerdings etwas missmutig von der Ehrentribüne in die Südkurve geblickt haben: Präsident Herbert Hainer und der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn.

Bayern-Fans protestieren: "Für Geld waschen wir alles rein"

Die Bayern-Ultras vergessen nicht. Falls das den beiden Bayern-Bossen bislang noch nicht klar war, wissen sie es spätestens seit diesem Samstag. Denn die organisierte Fanszene hatte eine klare Botschaft mitzuteilen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit entfalteten die Ultras in der Südkurve ein großes Protestbanner. "Für Geld waschen wir alles rein", stand auf dem Transparent geschrieben. Unter dem Schriftzug waren Kahn und Hainer neben einer Waschmaschine mit der Aufschrift "FCB AG" beim Waschen blutverschmierter Kleidung zu sehen. In Kahns linker Hand war ein Koffer voller Geld mit der Aufschrift "You can rely on us" (Ihr könnt euch auf uns verlassen) zu sehen.

Dieses große Protestbanner zeigten die Bayern-Ultras kurz nach Wiederanpfiff.
Dieses große Protestbanner zeigten die Bayern-Ultras kurz nach Wiederanpfiff. © IMAGO / ULMER

Umstrittene Katar-Beziehungen: Bayern rechtfertigt sich

Der Hintergrund: Die geschäftlichen Beziehungen der Bayern mit dem Emirat Katar sind den Ultras schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Im Gastgeberland der WM 2022 absolvieren die Münchner Profis regelmäßig ihr Winter-Trainingslager. Außerdem ist die katarische Fluggesellschaft Qatar Airways bereits seit mehreren Jahren ein großer Sponsor der Bayern.

Auch Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, die Vorgänger von Kahn und Hainer, wurden von den Ultras für die höchst umstrittene Zusammenarbeit immer wieder scharf kritisiert.

Hoeneß und Rummenigge mit Euro-Scheuklappen - im Hintergrund werden Arbeiter ausgepeitscht, die den Platz präparieren.
Hoeneß und Rummenigge mit Euro-Scheuklappen - im Hintergrund werden Arbeiter ausgepeitscht, die den Platz präparieren. © imago images / MIS

Konkrete Anzeichen, die Beziehungen aufgrund der Menschenrechtsverletzungen in Katar zu beenden oder zumindest zu überdenken, gab es von Vereinsseite bislang nicht. Der FC Bayern hat sein Engagement im Wüstenstaat hingegen vielfach verteidigt. Nur über einen Dialog mit den Machthabern vor Ort könnten Veränderungen erzielt werden, hieß es stets.

JHV-Antrag: Bayern-Fans wollen Verlängerung des Katar-Deals verhindern

Die Ultras geben sich damit aber nicht zufrieden. Teile der Bayern-Fans haben daher zuletzt einen Antrag für die Jahreshauptversammlung am 25. November eingereicht, in dem der Klub aufgefordert wird, die Zusammenarbeit mit dem Emirat nicht zu verlängern.

"Wir wollen präventive Maßnahmen ergreifen, um einen neuen Abschluss zu verhindern", sagte Initiator Michael Ott. Katar stehe für massive Menschenrechtsverletzungen, zudem gebe es schwere Vorwürfe von Korruption im Sport, hieß es in einer Mitteilung der kritischen Anhänger. Der FC Bayern helfe mit der Zusammenarbeit mit einem Staatsunternehmen aktiv dabei, "von den Missständen abzulenken" und "ein modernes, weltoffenes Bild von dem Land zu verbreiten".

Klar ist: Von alleine wird sich das Thema nicht lösen. Solange sich der Klub in dieser Diskussion nicht bewegt, werden die Proteste weitergehen. Die Ultras vergessen nicht, das wissen die Bayern spätestens seit diesem Samstag.

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