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Zuschauerschwund beim FC Bayern: Gegen Bielefeld blieben fast 7.000 Plätze frei

Unabhängig von den coronabedingten Zuschauerlimits bleiben bei Heimspielen des FC Bayern immer wieder Plätze in der Allianz Arena frei.
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12.000 Zuschauer in der Allianz Arena gegen Bielefeld. Bei Heimspielen des FC Bayern bleiben mittlerweile öfter Plätze frei.
12.000 Zuschauer in der Allianz Arena gegen Bielefeld. Bei Heimspielen des FC Bayern bleiben mittlerweile öfter Plätze frei. © imago images/Passion2Press

München - Der FC Bayern bekommt die Arena nicht mehr voll – und das unabhängig davon, wie viele Zuschauer die jeweils geltenden Corona-Regeln im Stadion ermöglichen. 

Nachdem das Stadion letzte Woche gegen Freiburg endlich mal wieder voll war, blieben am Samstag beim Heimspiel gegen Arminia Bielefeld schon wieder mehrere Tausend Plätze frei. Die offizielle Zuschauerzahl flimmerte zehn Minuten nach Anpfiff der zweiten Hälfte über die Anzeigetafel: 12.000 hatten den Weg nach Fröttmaning angetreten.

Und das, obwohl gemäß Corona-Verordnung 18.750 Plätze hätten besetzt werden dürfen. Die Stimmung? Überschaubar. Fan-Gesänge, die man zwischenzeitlich laut und deutlich hörte, kamen von den wenigen Hundert mitgereisten Bielefelder Anhängern. 

Neuer: "Stimmung nicht immer lupenrein"

Dass das auch Spielern und Verantwortlichen aufs Gemüt schlägt, deutete nach dem Spiel auch Manuel Neuer an. Eigentlich im Hinblick auf den Bruch zwischen Ultras und Klub-Bossen wegen des umstrittenen Katar-Sponsorings befragt, sagte der Kapitän: "In der letzten Zeit war die Stimmung schon nicht lupenrein, dadurch dass auch hier nicht immer volles Haus war."

Denn: Auch bei erlaubter voller Auslastung, wie erstmals seit Beginn der Pandemie gegen die TSG Hoffenheim am 23. Oktober und gegen Benfica Lissabon (5:2) am 2. November, blieben etliche Plätze, teilweise ganze Blöcke leer. 

Im Hintergrund gut zu erkennen: Beim Heimspiel gegen Benfica war der Oberrang in der Allianz Arena teilweise komplett leer.
Im Hintergrund gut zu erkennen: Beim Heimspiel gegen Benfica war der Oberrang in der Allianz Arena teilweise komplett leer. © firo/Augenklick

Leere Plätze in der Allianz Arena: Was steckt dahinter?

Gegen Hoffenheim waren immerhin noch 60.000 Zuschauer in der 75.000 Personen fassenden Arena in München-Fröttmaning. Gegen den portugiesischen Rekordmeister Benfica lag die offizielle Zuschauerzahl bei gerade einmal 50.000. Eine ungewohnte Situation für die Bayern, die ihre Heimspiele vor der Pandemie regelmäßig vor ausverkauftem Haus absolviert haben.

Auch gegen die TSG Hoffenheim herrschte im Oberrang der Allianz Arena gähnende Leere.
Auch gegen die TSG Hoffenheim herrschte im Oberrang der Allianz Arena gähnende Leere. © IMAGO / MIS

Woran das liegt? Zunächst einmal hatten die Jahreskarten in den genannten Spielen noch keine Gültigkeit, stattdessen wurden ausschließlich Tageskarten verkauft. Hinzu kommt der Umstand, dass die Spiele bis letzte Woche in der Allianz Arena unter der 3G-Plus-Regelung ausgetragen werden mussten.

In der vergangenen Woche wurde sogar auf 2G-Plus verschärft. Wer also weder genesen noch geimpft ist, hat mittlerweile gar keine Chance auf Einlass. Alle anderen müssen sich einem verhältnismäßig teuren PCR-Test oder einem Antigen-Schnelltest unterziehen, wozu viele Fans nicht bereit sind. 

Behördliche Vorgaben: Maximalkapazität kann kaum erreicht werden

Zudem führen die behördlichen Vorgaben dazu, dass nicht immer alle (aktuell 18.750) Plätze vergeben werden können. Hier spielt die Abstandsregel eine entscheidende Rolle, die im Freistaat Bayern weiter 1,5 Meter beträgt, wenn nicht eindeutig ist, dass es sich um Mitglieder desselben Hausstandes handelt. 

Je kleiner eine Personengruppe beim Stadion-Besuch ist, umso mehr Plätze bleiben frei, da der Abstand zwischen den einzelnen Besucher-Gruppen stets gewährleistet sein muss.

Großer Zuschauerschwund in der Bundesliga

Tatsächlich ist der FC Bayern nicht der einzige Klub, der seine Arena nicht voll bekommt. Schon in den vergangenen Wochen, als die Stadien in der Republik zunehmend stärker ausgelastet werden durften, hat sich im Profifußball ein Zuschauerschwund abgezeichnet. Waren die Stadien in Deutschland vor dem Ausbruch der Pandemie noch zuverlässig sehr gut besucht, tun sich aktuell viele Klubs schwer damit, alle Karten zu verkaufen.

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Dies betrifft beispielsweise auch Borussia Dortmund, den zweiten großen Zuschauer-Magneten in der Bundesliga. Beim letzten Heimspiel des BVB in der letzten Woche, es gab noch keine Beschränkungen, waren gerade einmal knapp 58.000 der 81.000 Plätze im Signal Iduna Park besetzt.

Noch eklatanter stellt sich die Situation bei der TSG Hoffenheim dar, die gegen RB Leipzig am letzten Spieltag nur gut 13.000 Zuschauer in der PreZero Arena (rund 30.000 Plätze) begrüßen konnte.

Für die Klubs bedeutet das nicht nur schlechtere Stimmung, sondern auch finanzielle Einbußen. Ob sich diese Situation in den nächsten noch weiter verschärfen wird, ist noch nicht abzusehen. Am Sonntag sprach sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder allerdings angesichts der wütenden vierten Corona-Welle wieder für Geisterspiele aus. 

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