Die Bayern beim Pokalsieg: Kampf statt Kunst

Neue Sachlichkeit anstatt Ball-Ästhetik a la Pep: Die Bayern geben sich nach dem Erfolg gegen Bochum pragmatisch wie lange nicht. Davon könnte die Mannschaft in der Königsklasse profitieren.
| Maximilian Koch
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Grätschen statt zaubern: Bayern-Verteidiger Holger Badstuber (r.) gegen den Bochumer Simon Terodde.
firo, Augenklick Grätschen statt zaubern: Bayern-Verteidiger Holger Badstuber (r.) gegen den Bochumer Simon Terodde.

Neue Sachlichkeit anstatt Ball-Ästhetik à la Pep: Die Bayern geben sich nach dem Erfolg gegen Bochum pragmatisch wie lange nicht. Davon könnte die Mannschaft in der Königsklasse profitieren.

Bochum - Den neuen Pragmatismus beim FC Bayern brachte ausgerechnet ein Spieler zum Ausdruck, der sonst für die schöne Seite des Spiels steht. „Wenn wir immer ein Tor mehr schießen, ist es gut“, sagte Arjen Robben nach dem Pokal-Triumph in Bochum (3:0), bei dem die Bayern sogar drei Tore mehr geschossen hatten als der Gegner, aber sich erst in Überzahl absetzen konnten.

Dass der VfL bis zur Roten Karte gegen Jan Simunek (43. Minute) die bessere und gefährlichere Mannschaft gewesen war? Für Robben und die Kollegen völlig unerheblich. „Wir haben zu Null gespielt, sehr konzentriert“, meinte der Niederländer. Als wäre das schon immer das einzige Ziel der bayerischen Ästheten gewesen. Auch Thomas Müller war „sehr zufrieden“ mit dem Spiel. „Mir ist ein 1:0-Sieg auch recht, das solltet ihr ja mittlerweile wissen“, scherzte er in Richtung der Reporter. Von Müller weiß man das ja wirklich schon länger – aber für das Gesamtkunstwerk FC Bayern unter Pep Guardiola waren diese Aussagen durchaus bemerkenswert.

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Denn auch der Trainer, der so gerne betont, dass ihm die Spielweise, die Verwirklichung seiner Ideen im Zweifelsfall wichtiger sind als Titel, zeigte sich mit der vor allem in der ersten Halbzeit schwachen Leistung seiner Mannschaft einverstanden. „Du kannst nicht 90 Minuten ohne Torchance des Gegners bleiben“, sagte Guardiola verständnisvoll. „Es war nicht einfach. Wir haben es aber insgesamt gut gemacht. Wir sind da, wo wir letztes Jahr waren.“

Letztes Jahr waren die Bayern tatsächlich in einer sehr ähnlichen Situation. In der Bundesliga lag man am 21. Spieltag acht Punkte in Führung, genauso wie jetzt, nur hieß damals der ärgste Widersacher Wolfsburg und nicht Dortmund. In der Champions League hatte man sich – wie in dieser Saison – souverän fürs Achtelfinale qualifiziert, im Pokal – wie jetzt – fürs Halbfinale, wenngleich erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt, weil im Sommer kein großes Turnier anstand. Am Ende allerdings, das ist bekannt, gewann Guardiolas Team „nur“ die Meisterschaft, in Pokal und Champions League kam das Aus im Halbfinale.

„Ich hoffe, dass wir noch einen Schritt weiter kommen“, sagte Pep in Bochum. Am besten bis nach Berlin (Pokalfinale am 21. Mai) und Mailand (Champions-League-Finale eine Woche später). Zumindest der Trip in die Hauptstadt dürfte den Bayern nach dem glücklichen Semifinal-Los Werder Bremen kaum zu nehmen sein. In der Champions League könnte Guardiolas Mannschaft – ob nun vom Trainer tatsächlich so gewollt oder nicht – von der neuen Sachlichkeit profitieren. Offenbar haben das Verletzungspech und die zunehmende Kritik von außen eine Kampfmentalität hervorgerufen.

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Turin, Wolfsburg und Dortmund - schwerer Wochen für den Rekordmeister

 

„Wir haben auch in Bochum wieder eine gute Moral gezeigt, wir sind enger zusammengerückt – auch aufgrund dessen, was in den letzten Tagen passiert ist“, sagte Sammer. „In Augsburg erwartet uns schon am Sonntag eine schwere Aufgabe. Dann haben wir Spiele in Turin, Wolfsburg und Dortmund. Wir wissen, dass das schwer wird. Und deshalb muss jetzt auch die Mannschaft in den Mittelpunkt rücken. Es gab genug Diskussionen in letzter Zeit, aber leider zu wenig über das rein Sportliche und die Spieler. Das muss sich ändern.“

Dass knapp zwei Wochen vor dem Duell mit Juventus die Künstler Douglas Costa und Thiago nicht in allerbester Verfassung sind, dass Xabi Alonso manchmal nur hinterherrennt, dass in der Abwehr Joshua Kimmich aushilft, scheinen die Bayern verkraften zu können. Momentan ist die Mentalität wichtiger als die Fußballkunst. Es gab Zeiten, da waren diese Bayern die gefährlichsten.

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