Der Widersacher: Rummenigge bekämpft die Super League in neuer Rolle

Rummenigge wehrt sich gegen die Super League - und übernimmt einen Job in der Machtzentrale der Uefa.
| Maximilian Koch
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Zurück im großen Spiel: Karl-Heinz Rummenigge wird ins Exekutivkomitee der Uefa berufen.
Zurück im großen Spiel: Karl-Heinz Rummenigge wird ins Exekutivkomitee der Uefa berufen. © picture alliance/dpa

München - Für Karl-Heinz Rummenigge ist noch lange nicht Schluss, das steht seit Dienstagmittag fest.

Der Vorstandschef des FC Bayern, der Ende Dezember seinen letzten Arbeitstag bei den Münchnern haben wird, wurde wie erwartet für drei Jahre ins Exekutivkomitee der Uefa berufen – auch als Reaktion auf die Gründung der neuen Super League, die von Rummenigge und der Uefa deutlich abgelehnt wird und nun wohl ohnehin nicht kommen wird. 

Nach Zeit beim FC Bayern: Rummenigges neuer Job bei der Uefa

Der Bayern-Macher mischt also weiter im Konzert der Mächtigen mit – wirklich überraschend kommt das nicht. "Es ist ein guter Moment, um loszulassen und an Oliver Kahn zu übergeben", hatte Rummenigge kurz vor Weihnachten im AZ-Interview erklärt, gleichzeitig aber seine Zukunft offengelassen.

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Er schließe zwar nicht aus, sich komplett aus dem Fußball zurückzuziehen, sagte Rummenigge damals, doch plötzlich hatte er Udo Jürgens im Kopf. "Ich bin dann 66 Jahre alt, da gibt es ja diesen berühmten Song, dass das Leben dann erst anfängt."

Und wie! Rummenigge, der im September 66 wird, geht entschieden gegen die Super League der Superreichen vor – als Bayern-Boss und nun auch wieder als wichtiges Mitglied der Uefa.

"Ich darf im Namen des Vorstandes ausdrücklich feststellen, dass der FC Bayern nicht an der Super League teilnimmt", erklärte Rummenigge am Dienstag: "Der FC Bayern steht solidarisch zur Bundesliga. Es war und ist für uns immer eine große Freude, als deutscher Vertreter in der Champions League spielen zu können."

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Und Präsident Herbert Hainer erklärte: "Unsere Mitglieder und Fans lehnen eine Super League ab. Der FC Bayern sagt Nein zur Super League." Zwar ruft auch die Reform der Champions League keine Jubelstürme bei Millionen Fans hervor, doch ist die Königsklasse zumindest ein offener Wettbewerb, der auch kleinere Klubs teilnehmen lässt.

Super League: Erste Klubs steigen bereits aus

Neben Bayern boykottieren Borussia Dortmund und Paris Saint-Germain die Super League, einige Gründer wie Manchester City und der FC Chelsea sind bereits ausgestiegen. Das Nein der Münchner ist eindeutig und unmissverständlich. Rummenigge setzt dennoch auf Deeskalation mit den Abtrünnigen.

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"Wichtig ist, dass wir den Dialog wieder aufnehmen", sagte er dem "Corriere della Sera": "Meine Hoffnung ist, dass wir noch eine Lösung finden, denn die Super League schadet dem ganzen europäischen Fußball. Das müssen wir verhindern." Rummenigge glaubt, dass der Weg aus der finanziellen Krise wegen Corona sei, Kosten zu reduzieren. „Der Weg kann nicht sein, immer mehr einzunehmen und mehr an Spieler und Agenten zu bezahlen."

FC Liverpool Teil der Super League: Kommt Klopp zu Bayern?

Rummenigge wurde zudem gefragt, ob es in der Situation nicht ein Zeichen wäre, Jürgen Klopp als Trainer zu verpflichten. Dieser hatte sich stets gegen eine Super League ausgesprochen und auch am Montag erklärt, dass dies keine gute Idee sei – doch sein aktueller Verein FC Liverpool gehörte zu den zwölf Initiatoren.

Jürgen Klopp brachte den Erfolg zum FC Liverpool zurück.
Jürgen Klopp brachte den Erfolg zum FC Liverpool zurück. © Shaun Botterill/Nmc Pool/PA Wire/dpa

"Wir haben noch keine Entscheidung über den Trainer gefällt. Erstmal gewinnen wir die Meisterschaft und dann entscheiden wir", sagte Rummenigge. "Aber klar, er hat sich deutlich gegen seinen Verein positioniert..."

Ein Flirt mit Klopp, doch der Liverpool-Coach will wohl keine persönlichen Konsequenzen aus der Super-League-Haltung seines Klubs ziehen.

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