Das Meister-Triell: Werden Leverkusen und Dortmund dem FC Bayern gefährlich?

Nach der überraschenden 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt hat der FC Bayern zwei Verfolger im Nacken: Leverkusen und Dortmund. "Wir sind immer noch Tabellenführer. Das ist wichtig", sagt Sportvorstand Hasan Salihamidzic.
| Maximilian Koch
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Die Bayern sind trotz der Niederlage gegen Frankfurt weiterhin der Meister-Favorit.
Die Bayern sind trotz der Niederlage gegen Frankfurt weiterhin der Meister-Favorit. © imago/ActionPictures

München - Kurz vor seinem 100. Tag als Trainer des FC Bayern am kommenden Freitag erwischte es Julian Nagelsmann dann doch noch: Das 1:2 gegen Eintracht Frankfurt war gleichbedeutend mit der ersten Nagelsmann-Niederlage im elften Pflichtspiel für die Münchner – bei neun Siegen und einem Remis. Eine weiter starke Bilanz und sicher auch kein Drama: Vielleicht hilft diese Pleite, die Sinne wieder zu schärfen.

Nagelsmann war dennoch verärgert. Am Montag powerte er sich beim Sport mal so richtig aus. "Da komme ich auf hoffentlich ganz gute Ideen, die das wieder in die richtige Richtung lenken", sagte der 34-Jährige: "Wir hatten sehr vieles selber in der Hand, und demnach kann man auch viele Lehren daraus ziehen."

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Eine davon: Die Liga ist nach sieben Spieltagen spannend! Hinter Bayern (16 Punkte, 24:7 Tore) lauert Bayer Leverkusen (16 Punkte, 20:7 Tore) auf Rang zwei, am nächsten Spieltag nach der Länderspielpause (17. Oktober, 15.30 Uhr) kommt es in Leverkusen zum direkten Aufeinandertreffen.

Und weil Borussia Dortmund (15 Punkte, 19:13 Tore) nur einen Zähler hinter dem Führungsduo zurückliegt, dürfen sich die Fans über ein Meister-Triell freuen. Wer derzeit die besten Umfragewerte hat? Die Analyse der AZ.

FC Bayern: Die Münchner bleiben weiterhin Favorit

"Wir sind immer noch Tabellenführer. Das ist wichtig", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Allerdings hatten sich bereits in den vergangenen Spielen kleinere Konzentrationsschwächen eingeschlichen, Nachlässigkeiten offensiv wie defensiv. Frankfurt nahm die Einladung an.

"Wir waren sowohl vorne als auch hinten nicht effektiv", kritisierte Thomas Müller: "Wenn wir das 2:1 machen, dann kann es auch 3:1 ausgehen oder 4:1. Dann stehen wir wieder hier und singen Super-Bayern. Und so ist es jetzt nichts mit Super-Bayern." Im Angriff sprang trotz etlicher Großchancen nur das 1:0 durch Leon Goretzka heraus (29. Minute), in der Abwehr hatten Dayot Upamecano und Co. Zuordnungsprobleme – vor allem bei den Gegentoren durch Martin Hinteregger (32.) und Filip Kostic (83.).

Bayerns Dayot Upamecano (l.) hatte gegen Frankfurt so seine Probleme.
Bayerns Dayot Upamecano (l.) hatte gegen Frankfurt so seine Probleme. © Matthias Balk (dpa)

Nagelsmann sprach von einer "besonders schmerzhaften" Niederlage, "weil sie die erste ist und sie total vermeidbar war". Vor dem Leverkusen-Topspiel hat der Coach kaum Zeit für Korrekturen, fast alle Stars sind mit ihren Nationalteams unterwegs. Aber klar: Solche Partien wie am Sonntag in einer Woche in Leverkusen lieben die Münchner-Spieler – und sie gewinnen diese auch meistens. Bayern bleibt aufgrund der Erfahrung und individuellen Qualität der ganz große Meisterschaftsfavorit.

Bayer Leverkusen: Werkself ist noch nicht bereit für die Schale

Vor der Saison hatte kaum jemand die Werkself auf der Rechnung, doch das Team des neuen Trainers Gerardo Seoane zeigt begeisternden Offensivfußball. Dabei im Fokus: Florian Wirtz, gerade 18 Jahre jung, Nationalspieler und bereits mit vier Treffern und fünf Assists in dieser Saison.

Muskelmann: Leverkusen-Stürmer Patrik Schick glänzte gegen Bielefeld als Doppel-Torschütze.
Muskelmann: Leverkusen-Stürmer Patrik Schick glänzte gegen Bielefeld als Doppel-Torschütze. © Friso Gentsch/dpa

"Man kann stolz sein. Im Moment macht es schon sehr viel Spaß, für Bayer 04 zu spielen", sagte Kapitän und Torwart Lukas Hradecky nach dem 4:0 bei Arminia Bielefeld: "Nach der Länderspielpause müssen wir aufpassen und Bayer richtig repräsentieren. Wir hoffen, dass alle gesund zurückkehren. Dann gibt es keine Bremse mehr." Das klang sehr selbstbewusst. Mit einem Sieg gegen Bayern würde Leverkusen seinen Champions-League-Anspruch untermauern. Für die Meisterschale ist die junge Mannschaft aber wohl noch nicht bereit.

Borussia Dortmund: Titelchance nur mit Haaland in Bestform

Auch ohne Superstar Erling Haaland gewann der BVB mit 2:1 gegen den FC Augsburg und verkürzte den Rückstand auf Bayern. Nach der Länderspiel-Unterbrechung soll der Norweger am 16. Oktober im Heimspiel gegen Mainz in den Kader zurückkehren, die Reise zur Nationalelf sagte er ab.

Borussia Dortmund kann auch ohne Top-Stürmer Erling Haaland gewinnen.
Borussia Dortmund kann auch ohne Top-Stürmer Erling Haaland gewinnen. © Bernd Thissen/dpa

Nur mit Haaland in Bestform hat Dortmund eine ernsthafte Chance im Titelkampf – und mit einer stabileren Abwehr. 13 Gegentore in der Liga sind viel zu viele.

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