Das Hamstern beginnt: Nagelsmanns erstes Ausrufezeichen bei Bayern

Endlich: Julian Nagelsmann gewinnt mit Bayern den Supercup und damit seinen ersten Titel als Trainer im Profibereich. "Das ist aber erst der Anfang", sagt Vorstandschef Oliver Kahn. Kommen noch Spieler?
| Maximilian Koch
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Der erste Titel - und er soll nicht der letzte sein in dieser Saison: Julian Nagelsmann (links oben) bejubelt mit seiner Bayern-Mannschaft den Triumph im Supercup gegen Borussia Dortmund.
Der erste Titel - und er soll nicht der letzte sein in dieser Saison: Julian Nagelsmann (links oben) bejubelt mit seiner Bayern-Mannschaft den Triumph im Supercup gegen Borussia Dortmund. © imago images/Uwe Kraft

München - Auf dem Siegerpodest zeigte Julian Nagelsmann (34) sein strahlendes Lächeln, aus den Boxen dröhnte der Bayern-Klassiker "Stern des Südens" - und während die Dortmund-Fans nach dieser bitteren Supercup-Pleite einfach nur noch wegwollten aus ihrem eigenen Stadion, sorgte der Trainer des FC Bayern für den Spruch des Tages, wahrscheinlich sogar einen der Sprüche der Saison.

"Ich würde gern ein Titel-Hamster sein"

"Ich wünsche mir mehr Titel als nur einen", sagte Nagelsmann nach seiner ersten Trophäe überhaupt im Profi-Bereich, die er mit seinem ersten Bayern-Sieg überhaupt gewann: "Ich habe ja auch so kleine Hamsterzähne. Ich würde gern ein Titel-Hamster sein." Fantastisch - Nagelsmann zeigte mit diesem Satz nicht nur, dass er sich selbst nicht so ernst nimmt, sondern auch die Gier auf Erfolg, die jeder Bayern-Trainer braucht.

Wie twitterte doch Vorstandschef Oliver Kahn nach Abpfiff des bayerischen 3:1-Erfolgs, noch berauscht vom Jubel auf der Tribüne: "Der erste Titel der Saison gehört uns! Herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft und das Trainerteam zu diesem Erfolg." Um dann in typischer Bayern-Manier zu ergänzen: "Dieser Titel ist aber erst der Anfang, wir haben noch viel vor!"

Erfolg trotz Verletzungen und kurzer Vorbereitung

Das Hamstern beginnt, mit Nagelsmann als oberstem Nagetier der Münchner. Trotz der Ausfälle der Frankreich-Stars Benjamin Pavard und Lucas Hernández und extrem kurzer Vorbereitung der EM-Fahrer um die Torschützen Robert Lewandowski (41. und 74. Minute) und Thomas Müller (49.) demonstrierte der Bayern-Kader gegen den BVB, zu was er imstande ist.

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Es war ein Statement-Sieg, ein erstes Ausrufezeichen in dieser jungen Saison - und auch eine Lektion für Nagelsmann selbst, wie Joshua Kimmich meinte: "Wir haben ihm direkt mal gezeigt, dass es nicht Leipzig ist, sondern Bayern. Da kann man auch mal ein Finale gewinnen." Frech!

Der Titel gebührt laut Nagelsmann seinem Vorgänger

Nagelsmann hingegen trat demütig auf, bescheiden. "Der Titel ist eine Belohnung für die letzte Saison. Das ist ein Titel, der Hansi (Ex-Trainer Flick, Anm.d.Red.) und der Mannschaft gebührt", sagte Nagelsmann: "Ich freue mich trotzdem. Ich glaube, das darf ich auch. Ich sehe ihn als wichtig an."

Weil auch Dortmund mit der bestmöglichen Elf spielte und unbedingt gewinnen wollte. Mehr als das Traumtor von Marco Reus (64.) zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer gelang dem BVB aber nicht, Bayern spielte defensiv stark.

Der BVB-Coach bleibt optimistisch

"Nach dem 1:2 hatten wir die Bayern am Haken. Auch wenn wir verloren haben, nehme ich viel Positives mit für die nächsten Aufgaben", sagte Marco Rose.

Der neue BVB-Coach ist guter Dinge, dass der Dortmunder Aufwärtstrend anhält: "Wir wollen mutig bleiben. Und wir wollen aus unseren Fehlern lernen." Ähnlich sah es Kapitän Reus: "Wir hatten nicht das Gefühl, dass wir keine Chancen hatten."

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Cleverer und erfahrener

In den entscheidenden Phasen war Bayern aber cleverer, erfahrener. Man konnte das Titelgen spüren. Ob nun noch mehr Titel in dieser Saison gehamstert werden? In der Bundesliga, dem DFB-Pokal und der Champions League gibt es drei Chancen.

Dafür sollte der Kader allerdings noch etwas üppiger besetzt werden. "Wir prüfen, was geht auf dem Transfermarkt", sagte Nagelsmann, "es gibt wenig Dynamik, außer in den ganz abgespaceten Sphären."

Gegen die reichen Investoren-Klubs wie Paris St. Germain, Manchester City oder den FC Chelsea setzt Bayern auf seine Hamster-Mentalität.

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