Couscous statt Fischstäbchen für Boateng

Zwölf Pflichtspiele zu null, Spitzenposition ausgebaut, Generalprobe für Neapel geglückt – die tollste Belohnung für die Bayern-Gala gegen Hertha gibt es für Jerome Boateng.
| dapd
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Trikot-Tausch zwischen den Kumpels Boateng (l.) und Änis Ben-Hatira. Jetzt gibt's Couscous von Hatiras Mutter.
Rauchensteiner/Augenklick Trikot-Tausch zwischen den Kumpels Boateng (l.) und Änis Ben-Hatira. Jetzt gibt's Couscous von Hatiras Mutter.

Zwölf Pflichtspiele ohne Gegentor, Bundesliga-Spitzenposition ausgebaut, Generalprobe für Neapel geglückt – doch die tollste Belohnung für die neuerliche Bayern-Galavorstellung war das Couscous von Halima Ben Hatira.

München - Zumindest gilt das für Nationalspieler Jerome Boateng, denn der hatte durch das 4:0 (3:0) gegen die Bayern-Filiale Hertha BSC die kulinarische Wette mit seinem alten Berliner Kumpel Änis Ben-Hatira gewonnen. Dessen tunesische Mama muss jetzt für den Sieger kochen. Boateng nahm es mit einem treuherzigen Lächeln: „Ich freue mich auf ein großes Essen. Ich mag Couscous gern.“

Der Nationalverteidiger war durch die Aussicht auf das tunesische Nationalgericht offenbar besonders motiviert und mit ihm die Mannschaft – nach 13 Minuten stand es schon 3:0. Boateng zeigte seine bislang stärkste Leistung im Bayern-Trikot, bereitete das 2:0 des ebenfalls überragenden Franck Ribery (7.) mit einem tollen Flankenlauf vor.

Gomez vergleicht Boateng mit bestem Außenverteidiger der Welt

Doppeltorschütze Mario Gomez (5. und 69. per Foulelfmeter) – den weiteren Treffer erzielte Bastian Schweinsteiger (13.) – verglich Boateng im Scherz sogar mit dem momentan wohl besten Außenverteidiger der Welt: „Wir haben da draußen ja jetzt einen Fopper, einen Dani Alves mit weißen Schuhen.“

Auf der Tribüne schauten die beiden Bayern-Sorgenkinder Breno und Arjen Robben zu. Der Holländer hatte eigentlich Sonderurlaub von Trainer Jupp Heynckes erhalten, ließ sich aber vor dem Spiel lieber noch einmal von Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersuchen. Breno trainierte am Samstag drei Wochen nach seiner Verhaftung erstmals wieder.

Es fügt sich momentan halt alles wundersam zusammen bei diesen Bayern, die ihre Bilanz in den letzten vier Bundesliga-Heimspielen auf 19:0 Tore ausbauten.

1108 Pflichtspiel-Minuten ist Nationaltorhüter Manuel Neuer jetzt ohne Gegentor, aber trotz aller Rekorde bemühen sie sich beim Branchen-Primus sichtlich, auf dem Boden zu bleiben. “Wir dürfen nicht glauben, dass die Bundesliga ein Selbstläufer ist. Auch wenn dieser Spieltag mit der Niederlage von Bremen und dem Remis von Gladbach sehr gut gelaufen ist", meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Es ist keine Frage, dass Bayern München in dieser Form in Deutschland keine Konkurrenz hat. Hertha-Coach Markus Babbel brachte es auf den Punkt: “Ich hatte Angst, dass wir zweistellig in die Pause gehen."

Gerade wegen dieser Dominanz freuen sie sich bei den Bayern auf die schwierigen internationalen Aufgaben. Am Dienstag steht das Champions-League-Auswärtsspiel beim europäisch ebenfalls noch ungeschlagenen SSC Neapel an. Rummenigge hofft ganz konservativ auf ein Unentschieden, “damit wir die Tabellenführung in der Gruppe verteidigen".

Tanz auf dem Vulkan meistern – wie FC Barcelona

Doch diese Bayern sind so selbstbewusst, dass sie auch den Tanz auf dem Vulkan am Fuße des Vesuvs meistern wollen. “Das wird ein ganz schweres Spiel. Da müssen wir was dazu packen – aber ich bin optimistisch, dass wir auch das schaffen", sagte Trainer Jupp Heynckes: "Der FC Bayern spielt einen Fußball, der nicht alltäglich ist.„ So mancher fühlt sich da schon an den grandiosen Fußball von Champions-League-Sieger FC Barcelona erinnert. Dazu gehört aber laut Kapitän Philipp Lahm, “dass wir unsere Leistung in jedem Spiel abrufen: Deshalb fahren wir nach Neapel, um zu gewinnen."

Dieses Bayern-Siegergen wollte Babbel, der 16 Jahre für die Münchner gespielt hatte und in Thomas Kraft, Andreas Ottl und Christian Lell gleich drei Spieler in die Hauptstadt geholt hatte, eigentlich zu Hertha importieren. Das Spiel in München hat gezeigt, dass das doch nicht ganz so einfach geht. “Hamburg, Freiburg, Leverkusen – die haben hier schöne Klatschen bekommen. Und wir haben uns da eingereiht„, meinte der Coach: “Hier kann man nicht bestehen, wenn man Angst hat. Daraus muss meine Mannschaft lernen.„

Vielleicht auch, dass man nur Wetten mit Chancen auf den Sieg eingehen sollte. Wettverlierer Änis Ben-Hatira, der auf Fischstäbchen von Jerome Boatengs Mama gehofft hatte, war nicht nur deshalb recht kleinlaut: “Jerome hat die Wette klar gewonnen. Er ist herzlich eingeladen."

 

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