Corona-Schock beim FC Bayern: Thomas Müller soll erst in München in Quarantäne

Bayerns Vize-Kapitän hat sich mit dem Virus angesteckt und deshalb das Finale verpasst. Er soll in München in Quarantäne gehen.
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Ist positiv auf das Coronavirus getestet worden: Thomas Müller.
Ist positiv auf das Coronavirus getestet worden: Thomas Müller. © sampics/Augenklick

München - Eine Schocknachricht musste der FC Bayern am Donnerstag schon weit vor dem Anpfiff des Finales der Klub-WM gegen den mexikanischen Vertreter Tigres UANL (1:0) verkraften. Übermittelt wurde diese den Münchnern in Form eines positiven Coronatests. Erwischt hatte es dabei Vize-Kapitän Thomas Müller.

Müller sei von der Mannschaft isoliert worden und werde sich im Anschluss an seine Rückkehr nach München "umgehend in Quarantäne begeben", teilte der FC Bayern mit. Dies habe man "mit den zuständigen Behörden abgestimmt". Die Tests bei Müllers Teamkollegen fielen vor dem Finale negativ aus.

Robert Lewandowski dachte nach dem 1:0-Erfolg gegen Tigres auch an Müller: "Es ist schade, dass er nicht dabei sein konnte. Ich hoffe, dass er schnell zurück ist."

Positiver Coronatest: Wo hat sich Müller angesteckt?

Erst am Montag vor dem Halbfinale gegen Al-Ahly (2:0) waren noch alle Bayern-Profis inklusive Müller negativ getestet worden. Am Mittwoch erwischte es den Offensivstar dann. Bei allen Tests wurde übrigens die vergleichsweise sichere PCR-Methode und kein Schnelltest angewandt.
Für das Endspiel wurde Müller folglich von der Fifa gesperrt. In der Nacht auf Freitag sollte er laut "Bild" per Privatjet zurück nach München fliegen.

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Die Bayern rätseln darüber, wo sich Müller mit dem Virus angesteckt haben könnte. In Doha befolgten sie ein strenges Sicherheitskonzept. Im Al-Messila-Hotel sind neben der Mannschaft nur der Trainerstab und die medizinische Abteilung untergebracht.

Die Klubbosse checkten extra woanders ein. Die Anlage, auf der keine weiteren Gäste erlaubt sind, dürfen die Profis nur zur Busfahrt zum Training und den Spielen verlassen. "Das zeigt, dass die Blase offensichtlich nicht unverwundbar ist. Sie ist eben doch verwundbar", sagte die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag bei Sky.

Ansteckung durch Goretzka oder Martínez unwahrscheinlich

Müllers letzter Kontakt zu den bereits Ende Januar ebenfalls in München positiv auf das Coronavirus getesteten Leon Goretzka und Javi Martínez liegt eigentlich so weit zurück, dass eine Ansteckung bei seinen Teamkollegen wohl ausgeschlossen werden kann.

Sowohl Goretzka als auch Martínez hatten ihre Quarantäne in der vergangenen Woche verlassen können, die Klub-WM aufgrund ihrer Infektion aber dennoch verpasst. Müller ist nun der dritte Bayern-Star, der sich mit dem Virus angesteckt hat. Bei Niklas Süle, Serge Gnabry und Joshua Zirkzee lagen Ende des vergangenen Jahres zuvor lediglich Tests vor, die sich im Nachhinein dann als falsch-positiv herausgestellt hatten.

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Im Vorfeld des durchaus umstrittenen Trips nach Katar hatte Bayerns Trainer Hansi Flick klargestellt, dass der Triple-Sieger mit dem sechsten Titel in einem Jahr unbedingt versuchen wollte, mit der Mannschaft Geschichte zu schreiben, gleichzeitig aber angemerkt: "Wir wissen auch, dass Gefahren da sind mit der Reise und so weiter." Die haben die Münchner nun mit Müllers positivem Test endgültig eingeholt.

Bayerns Katar-Trip: Erst Abflug-Chaos, dann Schocknachricht

Begonnen mit Goretzka und Martínez, die nicht mit- oder nachfliegen konnten, schien die Reise von Beginn an ohnehin unter keinem guten Stern zu stehen. Beim Abflug aus Berlin musste das Team aufgrund der nicht mehr rechtzeitig erteilten Starterlaubnis die Nacht auf dem Rollfeld im Flieger verbringen.

Am Mittwoch erreichte die Münchner in Doha dann mit dem Tod von Kasia Lenhardt, der ehemaligen Partnerin von Jérôme Boateng, eine wirkliche Schreckensnachricht aus der Heimat. Der Abwehrspieler war daraufhin sofort abgereist und steht den Bayern, wie Flick mitteilte, "bis auf Weiteres" nicht mehr zur Verfügung.

Der FC Bayern hat für die Möglichkeit, bei der Klub-WM Geschichte zu schreiben, jedenfalls einen hohen Preis gezahlt – vielleicht einen zu hohen...

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