Braucht es einen Eberl-Alleingang? Offenbar nicht alle Bayern-Bosse von dieser Verlängerung überzeugt
Gerät die Vertragsverlängerung von Serge Gnabry doch noch ins Wackeln? Zuletzt schien die Ausdehnung des im Sommer auslaufenden Arbeitspapiers beim FC Bayern schon so gut wie durch zu sein. Klub und Spieler wollen die seit 2017 bestehende Zusammenarbeit weiter fortsetzen und sollen sich schon fast handelseinig gewesen sein, die Vollzugsmeldung wurde in den kommenden Wochen erwartet. Nun könnte allerdings nochmal Bewegung in die Sache kommen.
Laut einem Bericht des "Kicker" spricht sich in der Führungsriege der Münchner nicht jeder für eine zeitnahe Verlängerung mit dem 30-Jährigen aus. Die Bedenkenträger würden demnach mit der Vertragsunterschrift noch etwas warten und erst noch die weitere Entwicklung des 57-maligen Nationalspielers beobachten. Gnabry zeigt sich in dieser Saison zwar wieder in verbesserter Form, ihn begleiten aber seit Jahren Verletzungsprobleme. Auch das Thema fehlende Konstanz wurde bei ihm immer wieder bemängelt.
Gnabry-Verlängerung: Eberl und Freund brauchen keine Zustimmung des Aufsichtsrats
Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund würden jedenfalls gerne mit dem Angreifer verlängern, das haben sie bereits mehrfach betont. Grünes Licht vom Aufsichtsrat bräuchten sie dafür – anders als bei den meisten Deals – nicht. Das mächtige Gremium muss erst Verträge ab einem Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro absegnen.

Die zustimmungspflichtige Höhe war vor einigen Jahren unter Ex-Boss Hasan Salihamidzic angehoben worden. Der Vorgänger von Eberl hatte sich zu Beginn seiner Amtszeit noch Deals bis zu einem Volumen von 25 Millionen Euro vom Aufsichtsrat absegnen lassen müssen, was sich aufgrund der extrem gestiegenen Gehälter und Ablösesummen irgendwann als nicht mehr zeitgemäß erwies.
Gnabrys neuer Vertrag soll deutlich leistungsbezogener sein
Bei Gnabry steht ein neuer Zweijahresvertrag bis 2028 im Raum. Im Vergleich zu seinem bisherigen Gehalt in Höhe von kolportierten 18 Millionen Euro müsste der Angreifer Abstriche machen, wozu er dem Vernehmen nach auch bereit ist. Unabhängig davon würde das Gesamtvolumen des Vertrags unterhalb von 50 Millionen Euro liegen und wäre damit nicht durch den Aufsichtsrat zustimmungspflichtig, sodass Eberl und Freund die Verlängerung auch auf eigene Faust durchziehen könnten.
Klar ist: Gnabrys jährliches Salär wird künftig nicht nur niedriger ausfallen, sondern auch deutlich stärker leistungsbezogen sein. Seinen aktuellen Vertrag hat der Angreifer im Sommer 2022 unterschrieben, damals noch unter der Führung der Ex-Bosse Salihamidzic und Oliver Kahn. Seinerzeit war Gnabry bei den Bayern unumstrittener Stammspieler und wichtiger Bestandteil der Mannschaft, die kurz zuvor noch das historische Sextuple geholt hatte.

Trotz verbesserter Form: Gnabry ist bei Bayern nicht gesetzt
Seinem Top-Gehalt wurde der Angreifer in den Jahren darauf nur selten gerecht, stattdessen war er aufgrund von Verletzungen immer wieder zum Zuschauen gezwungen. In der aktuellen Saison blüht der gebürtige Stuttgarter aber wieder auf und kommt wettbewerbsübergreifend auf fünf Tore und acht Vorlagen in 21 Spielen.
Einen Stammplatz hat der sechsmalige deutsche Meister unter Trainer Vincent Kompany aber nicht – obwohl er in der Offensive flexibel einsetzbar ist. Auf den Flügeln haben Michael Olise und Luis Díaz ihre Plätze sicher, im Sturmzentrum ist Tormaschine Harry Kane gesetzt und auf der Zehn hat sich Supertalent Lennart Karl immer mehr festgespielt. Verschärft wird der Konkurrenzkampf durch die bevorstehende Rückkehr von Jamal Musiala, der nach überstandenem Beinbruch in den kommenden Wochen sein Saisondebüt feiern soll.
