Bosse geraten ins Schwärmen: Dieses Duo ragt sogar aus einem starken FC-Bayern-Kollektiv heraus

Allzweckwaffe Laimer und der stürmende Upamecano drücken dem Bayern-Spiel ihren Stempel auf. Eberl und Dreesen frohlocken.
Patrick Strasser |
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Konrad Laimer und Dayot Upamecano ragten in Madrid aus einem starken Bayern-Kollektiv heraus.
Konrad Laimer und Dayot Upamecano ragten in Madrid aus einem starken Bayern-Kollektiv heraus. © IMAGO/Maciej Rogowski

Zeit ist die Währung der Regeneration. Um möglichst kurze Wege zu haben, quartierte sich der Tross des FC Bayern rund um den Champions-League-Ausflug zu Atlético Madrid in einem Hotel am Flughafen Barajas ein. So bildete das "INNSiDE by Meliá Madrid Valdebebas" mit dem Airport und dem Atlético-Stadion Riyadh Air Metropolitano ein Dreieck. Der Plan ging ebenso auf wie der Matchplan.

Der führte zum ersten Erfolg der Bayern im vierten Anlauf bei Atlético. Was Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen (Bayerns Vorstandsboss ist am 18. November zu Gast auf dem AZ-Sofa) bei seiner Bankettrede in der Nacht zum Mittwoch glücklich als "historisch" einstufte und den VIPs, Sponsoren sowie der Mannschaft, dem Trainer- und Betreuerstab zurief: "Was für ein Abend! Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass nur sehr wenige mit diesem Ergebnis gerechnet haben." Bei den Begleitumständen: Cheftrainer Vincent Kompany erholt sich zu Hause von einer Hirnhautreizung, vier Offensivspieler fehlen verletzt: Luis Díaz, Jamal Musiala, Serge Gnabry und Ismael Saibari.

Dreesen schwärmt: "War wunderbar, euch zuzusehen"

"Liebe Mannschaft, ihr habt es geschafft, uns alle zu überraschen. Ihr habt gezeigt, dass der FC Bayern auch in schwierigen Zeiten immer eine Macht ist, mit der man rechnen muss", schwärmte Dreesen und lobte: "Ihr habt füreinander gekämpft, um jeden Ball gerungen, und es war wunderbar, euch zuzusehen."

Einen Profi erwähnte er ausdrücklich: Konrad Laimer (29), von der Uefa zum Spieler des Spiels gewählt. "Konny – unfassbar", so Dreesen über den Dauerläufer auf der rechten Seite, der das 2:0 erzielte. Gegen die Rojiblancos verbuchte der nominelle Rechtsverteidiger 13 Ball-Aktionen im gegnerischen Strafraum – geteilter Rekord in der Königsklasse mit Reals Marcelo 2017 im Viertelfinale gegen den FC Bayern.

Konrad Laimer sorgte mit einem perfekt platzierten Vollspannschuss aus spitzem Winkel für das 2:0 gegen Atlético.
Konrad Laimer sorgte mit einem perfekt platzierten Vollspannschuss aus spitzem Winkel für das 2:0 gegen Atlético. © IMAGO/IPA Sport/ABACA

"Er hat unfassbar gut gespielt", fand Sportvorstand Max Eberl und meinte: "Konny ist eine Maschine, er passt perfekt hierher. Wir haben immer gesagt, auch letztes Jahr, als wir schon so brillant Fußball gespielt haben: Konny Laimer war immer der, der uns die Energie gegeben hat, der den Push gegeben hat, wenn wir es gebraucht haben. Und das macht er momentan als eine Art Führerspieler."

Im Juli wurde der Vertrag des Österreichers bis 2029 verlängert. Die immer mal wieder schwelende Diskussion über den Kauf eines neuen Rechtsverteidigers hat Laimer selbst durch seine Leistungen ad acta gelegt. Seine Form ist stabil, auf sehr hohem Niveau.

Eberl über Upamecano: "Zum Glück haben wir den verlängert"

Laimer ist ebenso wenig aus der Startelf der Münchner wegzudenken wie Dayot Upamecano (28). Der Innenverteidiger strotzt nur so vor Kraft und Selbstvertrauen. Zum Franzosen, seit Wochen in Topform, könne man derweil "nichts mehr sagen außer Weltklasse", meinte Eberl, der – ein bisschen Selbstlob darf schon mal sein – hinzufügte: "Gott sei Dank haben wir den verlängert (bis 2030, d. Red.) Gott sei Dank ist er bei uns im Verein. Er macht Tore, in der Vergangenheit hat er sogar noch mehr Tore gemacht."

Dayot Upamecano zeigte auch gegen Atlético wieder eine bärenstarke Leistung.
Dayot Upamecano zeigte auch gegen Atlético wieder eine bärenstarke Leistung. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg

Weil das Trainerteam um Kompany Upamecano stark gemacht hat und ihm Offensiv-Ausflüge ausdrücklich gestattet. An seiner Seite kämpfen Jonathan Tah, mit aufsteigender Form in Madrid, und Min-jae Kim um den zweiten Platz in der Abwehrzentrale.

Hinten kaum zu überwinden, vorne überraschend treffsicher. Die österreichisch-französische Kombination "Laimamecano". So lässt sich auch die nächste Aufgabe, das für die Münchner oft so unangenehme Auswärtsspiel am Samstag in Mainz, überstehen. Mit Teamgeist und Widerstandsfähigkeit – Eigenschaften, für die Laimer und Upamecano exemplarisch stehen.

"Wir standen gut zusammen", sagte Kapitän Manuel Neuer, "das zeigt, dass wir als Kollektiv immer zusammenhalten, zusammenstehen und auf alles eine Antwort haben."

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