Bayerns Hauptkontrahenten in der Königsklasse? Sammer würde einen "vielleicht ausschließen"

Sollte Christoph Kramers Prognose stimmen, dürfen sich alle Fans auf ein wahres Fußballfest am 5. Juni im Estadio Metropolitano von Atlético Madrid freuen. "Ich sage: Im Finale spielt Barcelona gegen Bayern", legte sich der Weltmeister von 2014 am Montag in seiner Funktion als Champions-League-Experte bei Amazon Prime Video fest.
Was Mats Hummels zum Schmunzeln brachte. Kramer sei für seine präzisen Vorhersagen bekannt, scherzte Hummels über seinen früheren DFB-Kollegen – und wagte sich selbst nicht so weit aus der Deckung.

"Bayern ist ein Favorit, nicht der Topfavorit", sagte Hummels über die Aussichten der Münchner in der Königsklasse: "Ich habe keine Mannschaft, die heraussticht, sondern die fünf, sechs üblichen Verdächtigen, die es gewinnen können, vielleicht auch nur vier. Bayern ist einer davon."
Kompany formuliert klaren Titelanspruch
In der vergangenen Saison schaffte es die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany immerhin schon bis ins Halbfinale gegen den späteren Sieger Paris Saint-Germain, diesmal soll erstmals seit 2020 wieder der ganz große Wurf gelingen. "Wir wollen die Champions League gewinnen, daran besteht kein Zweifel", gab Kompany als klares Ziel aus.
Und wer das Team des Belgiers zum Saisonstart beim 5:1 gegen den VfB Stuttgart sah, der konnte schon wieder Angst bekommen: Der FC Bayern überrollte den Gegner mit seiner kraftvollen Offensive – dabei standen Jamal Musiala und Serge Gnabry noch nicht einmal im Kader.

Kanes Hunger und der Blick nach vorn
"Seit ich zurück bin, habe ich einen echten Hunger und den Wunsch gesehen, sogar noch besser zu sein, als wir es im letzten Jahr waren", berichtete Harry Kane, der diesmal ganz ungewohnt ohne Tor blieb. "Was wir in der letzten Saison oder in der Saison davor geleistet haben, ist jetzt bedeutungslos", ergänzte der Engländer, der seinen Vertrag wohl bis 2029 verlängern wird: "Es geht darum, uns als Mannschaft weiterzuentwickeln, die Messlatte höher zu legen, die Grenzen zu verschieben."
Bayerns Triple-Jagd
Nach dem Double in der vergangenen Spielzeit sind die Kompany-Bayern jetzt heiß aufs Triple. Nach Jupp Heynckes 2013 und Hansi Flick 2020 könnte Kompany in den elitären Kreis der Dreifachsieger aufsteigen. "Wenn wir schon zufrieden wären, dann wäre Vincent nicht zufrieden, dass wir zufrieden sind", sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen: "Wir haben noch ein bisschen was vor."
Die Siege im Supercup in Dortmund (2:1) und nun gegen den VfB waren aber schon mal zwei "Duftmarken", wie Sportvorstand Max Eberl meinte: "Das fällt uns nicht in den Schoß."

Sammers Einschätzung der Titelkandidaten
Doch die Frage lautet: Wer soll diese Bayern schlagen? Gibt es in Europa wirklich ein besseres Team? Die größten Konkurrenten sind wohl Titelverteidiger PSG, Flicks FC Barcelona mit Weltmeister-Verstärkung Rodri sowie der FC Arsenal um Kai Havertz und Real Madrid mit Trainer-Rückkehrer José Mourinho.
"Bayern hat sich nicht verschlechtert, vielleicht sind sie mit Brown und Saibari sogar noch einen Tick besser", sagte Matthias Sammer, der dritte Prime-Experte im Bunde. Paris müsse man nach dem schlechten Saisonstart mit nur einem Sieg aus vier Partien "vielleicht ausschließen", ergänzte Sammer: "Aber das haben wir oft erlebt, dass sie sich steigern im Laufe der Saison." Wie in den vergangenen beiden Spielzeiten, als Paris zweimal den Henkelpott holte.
Traum vom siebten Henkelpott
Und diesmal? "Arsenal wird wieder eine gute Rolle spielen", sagte Sammer. "Ich würde Real Madrid dazunehmen, weil sie gute Transfers getätigt haben." Coach Mourinho sei allerdings eher "eine ältere Praline als eine frische Frucht", schränkte Sammer in seiner unnachahmlichen Art ein. "Barcelona mit Rodri wird auch eine gute Rolle spielen."
Beim FC Bayern rechnet Sammer in der Ligaphase mit "sieben Siegen. Das ist einfach der Primus. Sie sind mit die Besten der Welt, in Europa sowieso." Es wäre die perfekte Grundlage für den insgesamt siebten Henkelpott.