Bayern gegen Bremen: Der Beweistermin

„Attacke mit dem Pappschwert?“ - Die angeschlagenen Bayern müssen am Dienstag im Pokal gegen Werder Bremen zeigen, dass in dieser Saison noch mit ihnen zu rechnen ist. Trainer, Team und auch Vorstand sind gefordert
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Rot-weißer Jubel in Berlin: Im Mai feierten die Bayern mit einem eindrucksvollen 4:0 gegen Werder den DFB-Pokalsieg.
dpa Rot-weißer Jubel in Berlin: Im Mai feierten die Bayern mit einem eindrucksvollen 4:0 gegen Werder den DFB-Pokalsieg.

MÜNCHEN - „Attacke mit dem Pappschwert?“ - Die angeschlagenen Bayern müssen am Dienstag im Pokal gegen Werder Bremen zeigen, dass in dieser Saison noch mit ihnen zu rechnen ist. Trainer, Team und auch Vorstand sind gefordert

Bayern gegen Bremen, da fällt einem unweigerlich Otto Rehhagel ein. Und der immergrüne Spruch des ehemaligen Trainers beider Vereine: „Wichtig is’ aufm Platz." Eine Plattitüde, natürlich. Doch im Herbst 2011 kann man die aktuelle Situation des FC Bayern kaum besser zusammenfassen. Es gibt auch Ort und Uhrzeit dafür: Dienstag, 20.30 Uhr (ARD und Sky live), das DFB-Pokal-Duell gegen den SV Werder Bremen.

Ein Finale in Runde zwei, ein „Tod-oder-Gladiolen-Spiel", wie Trainer Louis van Gaal am Montag sagte. „Wir dürfen nicht verlieren, sonst sind wir raus." Dienstagabend könnte das Ziel Verteidigung des Double passé sein. Es geht um ein Statement gegenüber dem Rest der Liga, eine Demonstration der Stärke soll es sein – schlicht: der Beweistermin. Eines Vereins, einer Mannschaft, die noch auf der Suche ist. In der Champions League dank dreier Siege top, in der Bundesliga nun 12 Punkte hinterher – mit solch einem Rückstand sind die Bayern noch nie Meister geworden. Ein Erfolg im Pokal gegen Bremen wäre ein Signal. In einem Spiel, in dem es kein Wenn und Aber, kein Später gibt.

Alle müssen sich beweisen.

Der Trainer

Van Gaal muss improvisieren, hofft auf täglichen Spieler-Zuwachs aus dem Krankenstand. Einzig Daniel van Buyten kehrt in den Kader zurück. Miroslav Klose wäre fit, wurde aber wegen eines grippalen Infekts nach Hause geschickt. Der Coach redet die verbliebenen Profis stark: „Ich bin sehr froh: Wir haben mit dieser Mannschaft sieben Punkte geholt: Cluj, Hamburg auswärts. Es wäre so schön, wenn wir gegen Bremen weiterkommen würden, weil das nächste Pokalspiel im Dezember ist – und da sind sicher wieder viele verletzte Spieler zurück. Wenn wir die derzeitige Situation überleben, haben wir noch alle Chancen, alles zu gewinnen." Es liegt an ihm, die richtige Aufstellung und Taktik zu finden, womöglich Ivica Olic an der Seite von Mario Gomez stürmen zu lassen.

Die Mannschaft

:Sie ist geschwächt durch die vielen Ausfälle, klar. Aber gestärkt durch die letzten Spiele. Die vorherigen Dauerreservisten Timoschtschuk, Gomez, Altintop und Ottl haben ihre Sache mehr als ordentlich gemacht. Ihre Stammplätze wollen sie nicht freiwillig wieder hergeben. „Bremen ist eine schwierige Aufgabe. Aber auch diese Mannschaft ist stark genug, um Bremen auszuschalten", sagte Kapitän Philipp Lahm.

Der Vorstand

Präsident Uli Hoeneß ist eigenartig ruhig, es kommen keine Attacken, um die Gegner zu verunsichern. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer bei „Sky": „Der FC Bayern hat letztes Jahr das Double geholt, sie waren im Finale der Champions League: Die haben heute Probleme, weil sie Verletzungen haben. Und die sollen sich jetzt nach außen hinstellen und Attacke rufen mit Pappschwert?“ Vornehme Zurückhaltung ist angesagt. Sammer weiter: „Hoeneß ist nicht ohne Schwert in den sogenannten Krieg gezogen. Der ist schon nicht ganz blöd. Jetzt merkt er, dass sein Schwert stumpf ist, also kann er nicht in den Krieg ziehen, also muss er warten."

Ein Sieg gegen Werder - und die Waffen wären wieder geschliffener.

Patrick Strasser

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