"Am Ende spielen immer die Besten": Kimmich wehrt sich in DFB-Debatte

Es war Joshua Kimmich ein Anliegen, da mal etwas klarzustellen. Unmissverständlich und an all seine Kritiker gerichtet. "Am Ende spielen immer die Besten. Und die letzten zehn Jahre ist es mir ganz gut gelungen, zu den Besten zu gehören", sagte der Vizekapitän des FC Bayern nach dem 2:2 in Augsburg, als es um seine Rolle in der deutschen Nationalmannschaft ging. Kimmich hatte ein siegessicheres Lächeln im Gesicht.
Diskussion um Kimmichs Zukunft im DFB-Mittelfeld
Zuletzt war öffentlich immer lauter darüber diskutiert worden, ob Bundestrainer Jürgen Klopp im zentralen Mittelfeld nicht doch besser einen Umbruch vollziehen sollte – ohne Kapitän Kimmich. Die Bayern-Jungstars Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic hatten sich in den Länderspielen gegen Serbien und Griechenland mit guten Leistungen aufgedrängt.

Reaktionen von Experten und Vereinsbossen
Doch so einfach lässt sich ein Kimmich nicht in Frage stellen. "Ich bin jetzt elf Jahre dabei, ich weiß, wie das Geschäft läuft", sagte der 31-Jährige über die Debatte der vergangenen Tage. Da hatte etwa Oliver Kahn gesagt, dass Kimmich nicht mehr automatisch einen Stammplatz im DFB-Team haben werde. Und Lothar Matthäus meinte, dass sich Kimmich als Anführer nun beweisen müsse. "Ehrlicherweise habe ich es gar nicht verfolgt, aber man kriegt ja trotzdem mit, dass ein bisschen was los war", sagte Kimmich: "Das Einzige, worauf ich mich konzentrieren kann und muss, ist auf meine Leistung. Das mache ich, das habe ich die letzten elf Jahre gemacht, das werde ich weiterhin so machen."
Kimmichs Rolle als Leader
Seit Mai 2016 ist Kimmich im DFB-Team vertreten, er hat 116 Länderspiele absolviert (zehn Tore). Was ihm fehlt, ist ein richtig erfolgreiches Turnier mit einem Titel oder Finaleinzug. Kimmich sei "irgendwie das Gesicht einer Mannschaft, die in den letzten Jahren nicht so erfolgreich war", sagte Sportvorstand Max Eberl – um den Mittelfeldstar dann deutlich zu verteidigen: "Ich habe verfolgt, dass die Qualitäten von Joshua Kimmich infrage gestellt wurden, und das finde ich absolut absurd. Das ist ein Leader, der vorneweg geht", sagte Eberl.

Kimmich habe zwar bei seinen bisherigen Turnieren wenig gewonnen. "Aber Joshua Kimmich ist für mich ein herausragender deutscher Spieler, und wir sollten froh sein, dass wir so einen Spieler in unseren Reihen haben." Ehrenpräsident Uli Hoeneß nannte die Kimmich-Diskussion am Rande des Bayerischen Sportpreises "lächerlich".
Das Thema war auch deshalb so groß geworden, weil DFB-Coach Klopp Kimmich Einsätze in den beiden letzten der vier Nations-League-Spiele verwehrte. Der Spielführer wäre gern beim Team geblieben. "Je öfter man fragt, desto weniger wahrscheinlich bekommt man das, was man will", sagte Klopp. Und das klang gar nicht mal so nett.

Kampf um Plätze im Mittelfeld
Auf die Frage, ob er sich in der Debatte mehr Rückendeckung von Klopp gewünscht habe, antwortete Kimmich: "Nein, überhaupt nicht. Er hat dann auch beschrieben, wie es war." Er habe gehofft, durch die Verletzung von Jamal Musiala doch noch länger beim DFB-Team bleiben zu dürfen. "Aber der Trainer hat das ja von Anfang an ganz klar kommuniziert, hat auch die Hintergründe kommuniziert. Dementsprechend war es für mich auch okay und alles klar."
Man darf gespannt sein, wie das deutsche Mittelfeld bei den nächsten Länderspielen Mitte November aussehen wird. Klar ist auf jeden Fall: Kampflos wird Kapitän Kimmich seinen Platz nicht hergeben.