5:2 - auch die Eiseskälte stoppt heiße Bayern nicht

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bleibt bei den Bayern das große Zittern aus: Mit einer spielerisch starken Leistung schickt Van Gaals Elf Hertha BSC mit 5:2 nach Hause und überwintert auf Platz drei.
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Arjen Robben jubelt über seinen Treffer zum 3:0.
dpa Arjen Robben jubelt über seinen Treffer zum 3:0.

MÜNCHEN - Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bleibt bei den Bayern das große Zittern aus: Mit einer spielerisch starken Leistung schickt Van Gaals Elf Hertha BSC mit 5:2 nach Hause und überwintert auf Platz drei.

Bayern München hat seinen Höhenflug auch zum Abschluss der Hinrunde fortgesetzt. Der deutsche Fußball-Rekordmeister besiegte Schlusslicht Hertha BSC Berlin hochverdient mit 5:2 (3:0) und bleibt nach dem sechsten Pflichtspielsieg in Folge in Lauerstellung zur Spitze. Aufgrund der Leistung im letzten Spiel vor der Winterpause konnten die Bayern es auch gut verkraften, dass das vom Präsidenten Uli Hoeneß augerufene Zwischenziel Herbstmeisterschaft verpasst wurde.

Während die Bayern mit Trainer Louis van Gaal dem Rückrundenstart am 15. Januar gegen 1899 Hoffenheim optimistisch entgegenblicken können, dürften die seit 16 Spielen sieglosen Berliner, die wie ein Absteiger auftraten, nach der schlechtesten Hinrunde ihrer Bundesliga-Geschichte den Klassenerhalt wohl nur noch mit viel Glück und größter Kraftanstrengung realisieren. Die Hertha überwintert mit mindestens sieben Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

"Kühlschrank" Allianz Arena

Vor 69.000 Zuschauern hatten die Bayern bei Temperaturen von minus zehn Grad, anhaltendem Schneefall und glattem Untergrund im Arena-"Kühlschrank" von Beginn an leichtes Spiel gegen eine einmal mehr erschreckend schwache Hertha. In der 16. Minute brachte Daniel van Buyten die Münchner in Führung. Mario Gomez mit seinem achten Saisontor (31.) und Arjen Robben in der 33. Minute erhöhten noch vor der Pause auf 3:0. In der 60. Minute gelang Thomas Müller nach tollem Pass des starken Robben das 4:0. Einziger Schönheitsfehler war das Eigentor von Martin Demichelis in der 71. Minute, ehe Ivica Olic in der 77. Minute auf 5:1 erhöhte. Den Schlusspunkt setzte Raffael (90.).

Der 25 Jahre alte Robben stand bei einem Bundesligaspiel erstmals seit knapp drei Monaten wieder in der Startformation. Der Niederländer hatte beim 0:1 in Hamburg am 26. September letztmals von Beginn an gespielt und kam seitdem wegen einer langwierigen Knieverletzung nur noch auf vier Kurzeinsätze. Dafür fehlte neben dem gesperrten Kapitän Mark van Bommel erneut Mittelfeldstar Franck Ribery. Der Franzose wollte gegen die Hertha eigentlich sein Comeback feiern, musste diesmal jedoch wegen einer Nagelbettentzündung im Fuß passen.

Doch auch ohne Ribery hatten die Bayern keine Probleme. Nachdem Torjäger Gomez in der 9. und 12. Minute noch zwei gute Möglichkeiten ausgelassen hatte, traf Abwehrchef van Buyten nach einem Eckball von Holger Badstuber per Kopf zur Führung. Dabei hielt die Hertha-Abwehr inklusive Torwart Jaroslav Drobny ein Nickerchen. Nach der Führung ließen es die Münchner gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht zunächst etwas ruhiger angehen, ohne dabei die Kontrolle abzugeben. Dann schlugen sie aber durch Gomez nach Flanke von Philipp Lahm und Robben nach Vorarbeit von Gomez zweimal eiskalt zu. Hertha kam vor dem Wechsel nur zweimal gefährlich vor das Münchner Tor: Maximilian Nicu scheiterte beide Male aber kläglich.

Starker Gomez

In der zweiten Hälfte bot sich den fröstelnden Fans das gleiche Bild: dominante Bayern, harmlose Berliner. Die hatten in der 49. Minute Glück, dass Gomez freistehend nicht entschlossen genug war. Nur einmal wurde es für die Münchner gefährlich, als Lukasz Piszczek den Außenpfosten traf (57.). Die Antwort durch Müller kam jedoch postwendend – 4:0. Fünf Minuten später traf Bastian Schweinsteiger bei einem Freistoß das Lattenkreuz. Kurz darauf rettete Drobny gegen Gomez, ehe der Argentinier Demichelis noch ins eigene Netz traf und Olic nach erneute Vorarbeit von Gomez seinen sechsten Saisontreffer erzielte.

Bei den Bayern verdienten sich Robben und Gomez die besten Noten. Auch Schweinsteiger konnte in seiner neuen zentralen Rolle vor der Abwehr erneut gut gefallen. Bei Hertha erreichte einmal mehr kein Spieler Normalform. (sid)

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