25 Gründe für den 25. Meistertitel

Der FC Bayern ist Deutscher Meister 2015! Der Rekordmeister krönt durch den Sieg gegen die Hertha – und Schützenhilfe aus Gladbach – diese grandiose Saison in der Liga. Die AZ zeigt die Erfolgsgaranten auf.
| Patrick Strasser
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Bastian Schweinsteiger (r.) schießt seinen Klub mit dem 1:0 gegen Hertha Richtung 25. Meisterschaft. Auch Pep Guardiola gefällt das.
imago/dpa/Augenklick/AZ Bastian Schweinsteiger (r.) schießt seinen Klub mit dem 1:0 gegen Hertha Richtung 25. Meisterschaft. Auch Pep Guardiola gefällt das.

München - Es ist vollbracht! Zum 25. Mal. Die Bayern feiern silberne Hochzeit mit der Schale. Am Samstag war Bayern nach dem 1:0 gegen Hertha durch das Tor von Bastian Schweinsteiger (80.) zwar praktisch, aber noch nicht faktisch Meister.

Am Sonntag konnten die Rechenschieber für diese Saison eingemottet werden, da der einzige noch theoretische Verfolger Wolfsburg in Gladbach 0:1 verlor, ist es jetzt Gewissheit. Die Truppe von Pep Guardiola ist Meister:

Titeltriumph Nummer 25!

„Der 25. Titel ist was Besonders, das ist mit einer silbernen Hochzeit vergleichbar. Ein Jubiläum“, sagte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer bei „sky“. Am Samstag in der Allianz Arena wollte aber niemand feiern – zu müde waren die Helden nach dem Gewalt- und Kraftakt gegen den FC Porto, diesem rauschenden 6:1. Und zu sehr roch dieses 1:0 gegen die Berliner nach Alltag, Schweiß und Überwindung.

Zurückhaltung also war angesagt, der dritte Meistertitel in Serie zwischen Porto und Dortmund, dem Pokal-Halbfinale am Dienstag, ein Stück Normalität. „Wir können uns ja nicht abschießen, weil wir den BVB vor uns haben“, gab Thomas Müller den Mahner Matthias Sammer. „Alles zu seiner Zeit“, sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Guardiola: „Das ist der wichtigste Titel!“

Die AZ gratuliert und nennt 25 – nicht immer ganz bierernst gemeinte – Gründe, warum sich die Bayern den 25. Titel geschnappt haben:

1. Jürgen Klopp: Der Nebeneffekt seines BVB-Lebenswerks: Der Double-Coach (2012) hat Bayern geärgert, gereizt und angetrieben. Dafür wollten ihm die Münchner Bosse am Dienstag danken – per Blumenstrauß. Klopp lehnte dankend ab.

2. Pep, der Mastermind: Als Guardiola die Spieler „wie im Hollywood-Film wegstarben, immer einer weniger“ (O-Ton Müller) stellte er die Taktik um, etwa in Dortmund. Rummenigge: „Er hat auch einen Plan C, D usw.“

3. Arjen Robben: Bayerns Spieler der Saison. Schlicht Weltklasse – bis ihn Mitte März sein Körper stoppte. Das ewige Lied.

4. Die schwache Konkurrenz, Teil 1: Leverkusen? Na ja, immerhin Dritter. Schalke? Holte zwei Mal ein 1:1 gegen Bayern, sonst enttäuschend.

5. Manuel Neuer: Der Weltmeister spielte 19 Mal zu Null (egalisierte damit den Rekord von Oliver Kahn aus 2001/02). Nur 13 Gegentore nach 30 Spielen – neuer Bundesliga-Rekord.

6. Bastian Schweinsteiger: Der Vize-Kapitän schoss das 1:0 gegen Berlin und widerlegte alle Zweifler und Kritiker, er würde nach der WM in Brasilien nie (so richtig) zurückkehren.

7. Die schwächelnde Konkurrenz, Teil 2: Gladbach? Verlor zwei Mal nicht gegen Bayern (0:0, 2:0), dennoch zu inkonstant. Dortmund? Ein Seuchenjahr.

8. Robert Lewandowski: Nach Anlaufschwierigkeiten immer besser in Form. Kann seinen Titel als Torschützenkönig (aktuell 16 Treffer) noch verteidigen.

9. Pep, der Eckfahnen-Flitzer: Beim Reklamieren ist ihm kein Weg zu weit. Und in der Liga hielt die Hose.

10. Hermann Gerland, der Anti-Pep: Die Ruhe in Person, der „Tiger“. Kein Pep-Flüsterer, die gute Seele der Trainerbank.

11. Pep, der Frauenversteher: Legte den Arm um die 4. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus – die verschmähte ihn. Dennoch: Keine Strafe vom DFB.

12. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt: Der Vereinsarzt (72) schmiss hin, die Spieler gehen weiter zu ihm. Seit 1977 war er – offiziell – dabei, diese Meisterschaft ist auch seine. Und insgesamt Titel Nummer 48.

13. Juan Bernat: Die Konstante auf der linken Seite. Als No-Name aus Spanien gekommen, nun unverzichtbar.

Lesen Sie hier: DFB-Pokal: Dortmund ohne Weidenfeller zum FC Bayern

14. Xabi Alonso: Der Routinier kam im August als Last-Minute-Deal von Real. Der Ballkontakt-Königliche ersetzte die Mittelfeld-Hoheiten Schweinsteiger (verletzt bis November) und Lahm (verletzt von November bis März) glänzend.

15. Matthias Sammer: Mahnte so lange vor gewissen Konstellationen (Lieblingswort) als „würde es kein Morgen geben“ (Lieblingsvergleich). Liebt Eishockey, siehe die Puck-Affäre mit Werders Manager Eichin.

16. Die Wölfe: Das Duo Hecking/Allofs folgt auf das Gespann Klopp/Watzke. Hinzu kommt: Der VfL ist dank VW finanziell besser aufgestellt. Der Zweite ist der künftige Konkurrent. Damit Antreiber, Motivator.

17. Die Rekorde: Auch wenn die 100-Tore-Marke doch nicht angekratzt wird, das 8:0 gegen den Hamburger SV (14.2.) war der vierthöchste Siege der Vereinshistorie.

18. Pepe Reina: Ein Weltmeistertorwart (2010) als Ersatz für Weltmeister Neuer – gibt’s nur bei Bayern. Spielte zwei Mal – und beide Male zu null.

19. Der Papstbesuch: Der wohl cleverste Schachzug, sich Beistand von oben zu holen. Nach dem 7:1 in Rom weilte Bayern zur Privat-Audienz bei Papst Franziskus im Vatikan.

20. Bayern-Dusel? War einmal. Man hat ja jetzt den Papst in der Tasche.

21. Thiago: Bayerns bester Fußballer, der Pep auf dem Platz, kehrte im März zurück und war gleich wieder: göttlich.

22. WM-Sieg in Brasilien: Von wegen WM-Loch samt Müdigkeit und Motivationsproblemen! Die sechs Bayern-Weltmeister kamen besser durch die Saison als gedacht.

23. Udo Lattek: Der legendäre Meistertrainer verstarb am 1. Februar mit 90 Jahren. Einer der Väter der heutigen Bayern.

Lesen Sie hier: Robben und Benatia zurück im Teamtraining

24. Kurt Landauer: Der jüdische Präsident wurde dank der Fans in dieser Saison vom vergessenen Bayern-Erfinder zur Kultfigur. Er war der Grundsteinleger für alles.

25. Thomas Müller: Neben all den Toren und Storchenbeinen-Dribblings verdankt man ihm (wem sonst?) den besten Spruch der Saison: „Ich bin der Müller ohne Wohlfahrt.“

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