„Das ist nicht der FC Bayern“

Harte Kritik von Matthäus. Doch Hoeneß behauptet:„Wir gehören in die Champions League“. Doch gehören sie da wirklich hin? Und wie weit kommen die Bayern im nächsten Jahr?
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Fußballer der traurigen Gestalt: Die Bayern schleichen nach der 0:4-Demütigung durch St. Petersburg vom Platz.
Bongarts/Getty Images Fußballer der traurigen Gestalt: Die Bayern schleichen nach der 0:4-Demütigung durch St. Petersburg vom Platz.

ST. PETERSBURG - Harte Kritik von Matthäus. Doch Hoeneß behauptet:„Wir gehören in die Champions League“. Doch gehören sie da wirklich hin? Und wie weit kommen die Bayern im nächsten Jahr?

Sein Ziel, das hat Ottmar Hitzfeld immer wieder gesagt, ist es, „Jürgen Klinsmann eine intakte Mannschaft zu hinterlassen“. Daran besteht auch nach dem gestrigen Debakel kein Zweifel. Immerhin wird der 59-Jährige dem ehrgeizigen Schwaben einen Double-Sieger übergeben.

Doch spätestens seit Donnerstag Abend, seit der Vorführung durch Zenit St. Petersburg, den Tabellenzwölften Russlands, ist auch klar, dass der nationale Branchenführer auf internationaler Ebene massiv zulegen kann. Es gibt internationalen Spielraum für den früheren Bundestrainer.

Schließlich startet man nächste Saison wieder in der Champions League. Und Manager Uli Hoeneß klang so, als sei er ganz froh, den ungeliebten Uefa-Cup mit dem Aus gestern hinter sich gebracht zu haben: „Ob Triple oder von mir aus Quarterback – oder wie das heißt – das ist mir egal. Nächstes Jahr spielen wir Champions League. Da gehören wir hin!“

Doch gehören sie da wirklich hin? Und wie weit kommen die Bayern im nächsten Jahr?

Kahn: Uefa-Cup kein Maßstab

Keeper Oliver Kahn, der dann nicht mehr aktiv sein wird, ist jedenfalls gespannt. „Nichts gegen den Uefa-Cup“, sagte der 38-Jährige gestern im Petrowsky-Stadion, „aber das ist kein Maßstab, um zu sehen, wo man europäisch steht.“ Seine Prognose für kommende Saison? „Die Mannschaft hat viel Potenzial und diese Saison dazu gelernt. Aber nächstes Jahr wird sie sehen, wo sie international tatsächlich steht.“

Sie redeten also alle nur von der Königsklasse des europäischen Fußballs, obwohl sie bei Zenit im Uefa-Cup, international der Zweiten Liga, gedemütigt worden waren. Lothar Matthäus jedenfalls war entsetzt über den Auftritt seines Ex-Klubs. „Da kam gar nichts, da gab’s gar keine Einstellung zum Spiel“, sagte er bei „Premiere“, „das ist nicht der FC Bayern, wie wir ihn kennen, wie wir ihn lieben. Das war wie in einem Freundschaftsspiel. Dabei wird international ein ganz anderer Fußball gespielt als in der Bundesliga. Da wird jeder Fehler sofort bestraft.“

Matthäus’ Fazit: „Das war unterirdisch! Das war keine Werbung für den deutschen Fußball. Das war kein Auftritt, wie wir uns ihn wünschen. Das war nicht der FC Bayern.“

Hitzfeld: International reicht das nicht

Doch, das war er eben auch. Mit all seinen kleinen Mängeln, an denen Klinsmann demnächst feilen muss. Sogar Hitzfeld räumte ein: „International reicht diese Leistung, vor allem in der Defensive, nicht aus, um den Europapokal zu gewinnen.“ Und damit meinte Noch-Trainer Hitzfeld, den Uefa-Cup.

Insbesondere die Abräumer im Mittelfeld und die Abwehr enttäuschten in St. Petersburg. Vor allem vom abwanderungswilligen Philipp Lahm, vor dem 0:3 von Zenits Dominguez stehen gelassen, war Matthäus enttäuscht: „Ein deutscher Nationalspieler lässt sich von einem Reservespieler von St. Petersburg ausspielen? Das kann ja nicht sein.“ Generell sei auch die Innenverteidigung um Lucio und den zuvor viel gelobten Martin Demichelis „zu naiv in die Zweikämpfe gegangen“ (Matthäus). Auch Zé Roberto und Mark van Bommel „waren nicht da, wo sie hingehört haben“.

Was ja laut Uli Hoeneß auch kein Wunder ist. Schließlich gehören alle Bayern-Stars nicht in den Uefa-Cup, sondern in die Champions League. ps, jos

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