Bradl: Bei Bayern hat fast jeder Benzin im Blut

Motorrad-Star Stefan Bradl ist Fan vom FC Bayern und von Augsburg. Hier spricht er über das knifflige Duell und die Liebe fürs Zweirad: "Müller wäre – glaube ich – ganz gut in der Lage, ein Motorrad zu bewegen".
| Julian Buhl
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AZ-Interview mit Stefan Bradl. Der 29-Jährige aus Zahling bei Augsburg war 2011 Weltmeister in der Moto2-Klasse. Aktuell ist er Testfahrer für Honda in der MotoGP.
Jan Woitas AZ-Interview mit Stefan Bradl. Der 29-Jährige aus Zahling bei Augsburg war 2011 Weltmeister in der Moto2-Klasse. Aktuell ist er Testfahrer für Honda in der MotoGP.

Motorrad-Star Stefan Bradl ist Fan vom FC Bayern und von Augsburg. Hier spricht er über das knifflige Duell und die Liebe fürs Zweirad: "Müller wäre – glaube ich – ganz gut in der Lage, ein Motorrad zu bewegen".

Motorrad-Star Stefan Bradl spricht mit uns über seine Lieblings-Fußballclubs FCB und FCA, deren Fahrbegeisterung, Schmerzgrenzen bei Verletzungen und seine nähere Zukunft in dieser Saison und bei der MotorGP.

AZ: Herr Bradl, Sie sind in Deutschland als erfolgreicher Motorradrennfahrer aus der MotoGP bekannt. Wie stehen Sie zum Thema Fußball, sind Sie Fan?
STEFAN BRADL: Das schon, aber ich schaue mir jetzt auch nicht jedes Spiel an. Mein Lieblingsklub ist schon immer Bayern München gewesen, das hat schon als kleiner Bub angefangen. Ich habe bis zur B-Jugend selbst auch früher aktiv Fußball gespielt.

Sie sind in Zahling in der Nähe von Augsburg aufgewachsen. Am Freitag (20.30 Uhr) sind die Bayern beim FCA zu Gast.
Das ist natürlich immer etwas Besonderes, wenn die beiden Klubs aufeinandertreffen. Und für mich auch ein bisschen schwierig, weil ich auch den Augsburgern die Daumen drücke.

Wäre dann ein Unentschieden also Ihr Wunschergebnis?
Augsburg ist gerade in einer schwierigen Situation, vor allem nach der 0:4-Klatsche in Bremen. Da geht’s momentan ja echt darum, in der Liga zu bleiben. Deshalb hoffe ich, dass sie einen Punkt holen. Aber ich glaube nicht, dass das aktuell gegen die Bayern machbar ist.

Amüsiert Sie die Theatralik beim Fußball manchmal? Sie sind als Rennfahrer ja ganz anderes gewohnt.
Da muss ich schon manchmal schmunzeln und kann die Jammerei nicht so ganz nachvollziehen. Aber es gibt schon auch den ein oder anderen Fußballer, der ein bisschen was wegstecken kann und nicht gleich auf Heulsuse macht. Aber im Endeffekt ist das alles lächerlich im Vergleich zu dem, was wir aushalten müssen, wenn es mal zu Boden geht.

Bei höchstem Tempo.
Die Geschwindigkeit ist da ein großes Thema, die bei einem Sturz ziemlich schnell vernichtet – also abgebremst – werden muss. Bei uns sind es weniger muskuläre Verletzungen, die beim Fußball öfter vorkommen, sondern hin und wieder mal die Knochen, die dann brechen. Aber wenn wir da jammern oder unterm Helm schreien, hört und sieht das ja keiner – nicht so wie bei den Fußballern (lacht).

AZ-Interview mit Stefan Bradl. Der 29-Jährige aus Zahling bei Augsburg war 2011 Weltmeister in der Moto2-Klasse. Aktuell ist er Testfahrer für Honda in der MotoGP.
AZ-Interview mit Stefan Bradl. Der 29-Jährige aus Zahling bei Augsburg war 2011 Weltmeister in der Moto2-Klasse. Aktuell ist er Testfahrer für Honda in der MotoGP. © Jan Woitas

Gibt es bei Bayern Typen, die das Zeug zum Biker hätten?
Thomas Müller wäre – glaube ich – schon ganz gut in der Lage, ein Motorrad zu bewegen. Der ist ja auch so ein bisschen ein Draufgänger, scheut vor nichts zurück und probiert gerne mal neue Dinge aus. Es gibt bestimmt einige, die auf dem Motorrad Spaß hätten.

Jérôme Boateng und David Alaba fahren ab und zu mit ihren Trikes zum Training.
Die Bayern haben ja insgesamt einen ganz schönen Fuhrpark. Da ist fast bei jedem ein bisschen Benzin im Blut. Der Verein wäre – glaube ich – aber nicht unbedingt begeistert, wenn da jeder am freien Tag mit dem Motorrad spazierenfahren würde.

Ex-Bayer Alonso will sich nach seinem Karriereende nun eine Rennmaschine kaufen und sagt: "Auf dem Motorrad spüre ich ein Gefühl von Freiheit."
Das kann ich gut nachvollziehen. Auf dem Motorrad kann man einfach mal abschalten. Du konzentrierst dich auf dich – und die Maschine. Wenn du bei schönem Wetter durch eine tolle Landschaft fährst, bist du ganz bei dir und kannst das Leben genießen. Du kannst den Kopf frei kriegen, bist an der frischen Luft und trotzdem mit ein bisschen Action unterwegs.

Haben Sie noch ein paar Experten-Tipps für ihn?
Ich glaube, er wohnt ja wieder in Spanien, von daher ist er landschaftlich schon mal ganz gut versorgt. Er weiß sicher, was er tut. Relativ schnell zu fahren, das geht relativ leicht, man muss trotzdem vernünftig bleiben. Wenn man richtig schnell fahren und etwas ausprobieren will, sollte man aber schon auf die Rennstrecke gehen.

Was können wir da in dieser Saison von Ihnen erwarten?
Aktuell bin ich Test- und Entwicklungsfahrer für Honda in der MotoGP und werde 2019 zwei bis drei Wildcard-Einsätze haben. Bei den restlichen Rennen bin ich als Experte für Servus TV vor Ort mit dabei. Das ist eine gesunde Mischung, die mir viel Spaß macht. Und ich bin weiter sehr nahe dran.

Ist es Ihr Ziel, nach Ihrer langwierigen Handgelenksverletzung wieder dauerhaft in der MotoGP zu fahren?
Das Ziel, die Motivation und der Wille dafür sind natürlich nach wie vor da. Aber es ist schwierig, ein Team und dann auch konkurrenzfähiges Material zu bekommen. Ich bin in meiner aktuellen Situation sehr glücklich und habe mir als TV-Experte ein zweites Standbein geschaffen. Aber wenn sich etwas ergeben sollte, als Stammfahrer wieder fix in die MotoGP zurückzukehren, wäre das natürlich ein Traum. Bei den Testfahrten vergangene Woche in Malaysia habe ich gesehen, dass ich noch den Speed und das Können habe, um in den Top Ten der Weltmeisterschaft dabei zu sein.

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