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Strafbefehl gegen Münchner Szene-Wirt Bachmaier: Hat er gegen Corona-Regeln verstoßen?

AZ exklusiv: Gastronom Hugo Bachmaier muss 3.500 Euro zahlen, weil er angeblich gegen die Corona-Regeln verstoßen hat. Er sieht das deutlich anders.
| Kimberly Hagen
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Kämpft für eine Öffnung der Freischankflächen - und gegen einen Strafbefehl: Schwabings Szene-Wirt Hugo Bachmaier inmitten seiner Panda-mie im Bachmaier Hofbräu in der Leopoldstraße. Im Barbereich ist nun ein Corona-Testzentrum aufgebaut worden.
Kämpft für eine Öffnung der Freischankflächen - und gegen einen Strafbefehl: Schwabings Szene-Wirt Hugo Bachmaier inmitten seiner Panda-mie im Bachmaier Hofbräu in der Leopoldstraße. Im Barbereich ist nun ein Corona-Testzentrum aufgebaut worden. © Mila Pairan

Er mag polarisieren, selbst dem ein oder anderen Promi für seine Verhältnisse zu wilde Partys schmeißen (als das noch erlaubt war), doch eines kann man Münchens schillerndem Szene-Wirt Hugo Bachmaier (63) nicht vorwerfen: Er kümmert sich auf kreative, beinahe anrührend-niedliche Weise.

Seine Idee mit der Panda-mie - Plüsch-Pandabären im Lokal sollen durch die Scheiben bei großen und kleinen Passanten für ein Lächeln in tristen Gastro-Zeiten sorgen - ging um die Welt, schaffte es sogar in ein asiatisches TikTok-Video, das über eine Millionen Mal aufgerufen wurde.

Plüschiger Panda-Appell vorm Bachmaier Hofbräu: "Freischankfläche bitte öffnen!"
Plüschiger Panda-Appell vorm Bachmaier Hofbräu: "Freischankfläche bitte öffnen!" © privat

Bachmaiers Lokal ist ein Corona-Testzentrum

Außerdem kämpft er mit einem Plüsch-Pandabären vor seinem Wirtshaus Bachmaier Hofbräu in der Leopoldstraße für die "kontrollierte Öffnung der Freischankflächen", bevor wild und ohne Abstand auf Münchner Plätzen Alkohol getrunken wird.

Und: Bachmaiers Lokal ist seit Montag obendrein ein Corona-Testzentrum, für 30 Euro bekommt man hier in 15 Minuten ein Corona-Testergebnis (täglich von 8 bis 18 Uhr).

Warum muss Hugo Bachmaier 3.500 Euro Strafe zahlen?

Umso überraschter war der Szene-Wirt nun, als er zwischen Plüsch-Appell und Schnelltest-Aufbau einen Brief zugeschickt bekam. Ein Strafbefehl über 3.500 Euro. Was war passiert?

Hugo Bachmaier zur AZ: "Ich konnte es selbst erst nicht glauben, aber ich soll gegen die Corona-Regeln verstoßen haben. Das kann nicht sein. Ich habe nach dem ersten Lockdown wirklich alles getan - und sehr viel Geld und Zeit in ein supersicheres Hygienekonzept investiert."

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Hat Bachmaier 2020 gegen Corona-Auflagen verstoßen?

Es geht um einen Vorfall im Frühsommer 2020. Bei einer Fußballübertragung haben zwei Polizisten gesehen, wie der Münchner Gastronom die Tische zu eng aneinandergestellt hat. Und eine Mitarbeiterin von ihm soll einen Gast (der in Wahrheit ein enger Freund von ihr war) ohne Maske mit einem Bussi begrüßt haben.

Bachmaier zu den Vorwürfen: "Ich habe alle Tische, außen und innen, mit mindestens 1,5 Meter Abstand aufgestellt. Das habe ich selbst getan und mit dem Maßband nachgecheckt. Der Abstand war sogar noch größer als eigentlich vorgeschrieben. Wie da jemand zu eng sitzen konnte, ist mir schleierhaft. Es kann höchstens sein, dass ein Gast nach dem Toilettengang mit seinem Stuhl etwas näher an einen anderen Tisch herangerutscht ist - oder weil er so besser das Fußballspiel verfolgen konnte."

Aber, so ergänzt der Wirt: "Ich kann die Stühle ja nicht festtackern am Boden."

Hugo Bachmaier über schwarze Schafe in der Gastronomie: "Ich gehöre nicht dazu"

Was ihn besonders stört: "Zwei Mitarbeiter der Bezirksinspektion waren an dem besagten Abend vor Ort, haben sich alles angesehen und mir gesagt, dass alles okay ist. Später wollen zwei zivile Polizisten gesehen haben, dass die Abstände zu nah waren. Das ist doch komisch, wenn mir die Bezirksinspektion zuvor grünes Licht gegeben hat."

Hugo Bachmaier hat jetzt einen Anwalt eingeschaltet, möchte gegen den Strafbefehl vorgehen, weil er die Summe von 3.500 Euro "eindeutig zu hoch" findet.

Der Gastronom abschließend: "Ich finde es völlig richtig und auch gut, dass es all diese Maßnahmen gibt - und dass diese auch kontrolliert werden. Es gibt leider sicher ein paar schwarze Schafe in der Gastronomie. Aber ich gehöre nicht dazu. Deshalb finde ich den Strafbefehl ungerecht und übertrieben."

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