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Life-Coach nach Meghan-Interview: Diese Fehler sollten Führungskräfte nicht machen

War das Interview von Herzogin Meghan bei Oprah Winfrey tatsächlich ein Befreiungsschlag? Es sollte wie eine private Plauderei wirken, aber ihre Enthüllungen waren komplett kalkuliert, findet Life-Coach Julia Goessler. Meghan Markle sei durch und durch Unternehmerin.
| Steffen Trunk
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Prinz Harry und Herzogin Meghan im Gespräch mit Oprah Winfrey.
Prinz Harry und Herzogin Meghan im Gespräch mit Oprah Winfrey. © dpa/PA Media | Joe Pugliese/Harpo Productions

Herzogin Meghan und Prinz Harry haben das britische Königshaus in eine Krise gestürzt. In ihrem Interview mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey hatten die beiden schwere Vorwürfe gegen den Palast erhoben - außerdem den "Megxit" erklärt und über ihr Seelenleben gesprochen. 

Julia Goessler über Meghan Markle: Enthüllungen waren kalkuliert

Doch hinter DEM Skandal-Interview des Jahres steckt pure Inszenierung, sagt Mentaltrainerin Julia Goessler. Sie ist Life-Coach und arbeitet mit Unternehmern, Profisportlern und Managern zusammen. Im AZ-Interview erklärt sie, was sich Führungskräfte von Meghan abschauen können und was sie unbedingt anders machen sollten.

AZ: Wie authentisch fanden Sie das Interview bei Oprah Winfrey?
JULIA GOESSLER: In meinen Augen war es echt! Die Themen, die Meghan angesprochen hat, sind real und ehrlich. Sie bricht dabei auch viele Tabus.

Hat Meghan das erreicht, was sie wollte?
Sie hat in drei Punkten ihr Ziel tatsächlich erreicht. Meghan ist in die Offensive gegangen und hat sich nicht weiter zurückgezogen. Denn natürlich kann man die öffentliche Meinung besser beeinflussen, wenn man selbst etwas sagt, als wenn andere über einen schreiben.

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Was noch?
Außerdem stand Meghan immer schon für ihre Überzeugungen und Werte, die sie auch im Interview offen vertritt. Gerade das Thema Rassismus begleitet sie seit der Kindheit. Ihr Traum ist es, dass die Welt offener wird.

Und welches dritte Ziel hat sie noch geschafft?
Meghan und Harry müssen ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren und dabei hilft natürlich starke PR. 

Das Interview war also komplett durchgeplant, oder? 
Wenn ich weiß, dass Millionen Menschen zuschauen, wenn ich ein Interview bei Oprah gebe, dann ist es ratsam, dies gut zu kalkulieren und vorzubereiten, damit es meinen Zielen dient.

"Man merkt die Inszenierung durch das ganze Interview"

An welchen Stellen merkt man die Inszenierung?
Überall im ganzen Interview! Mit Inszenierung meine ich, dass man sieht, dass alles akribisch geplant wurde, um die genannten Ziele zu erreichen. Auch wenn es inszeniert war, antwortet Meghan wahrhaftig. Natürlich wirkt es manchmal zu durchdacht, was sicherlich an der Vorbereitung liegt.

Meghan hat einfach nichts dem Zufall überlassen
Bei so einem großen Fernsehauftritt ist es unabdingbar, sich gut vorzubereiten. Dies hat Meghan auf jeden Fall akribisch getan. Auch wenn sie die Fragen wahrscheinlich nicht vorher kannte, hat sie sich auf alle Szenarien eingestellt. Der Hintergrund, die Garderobe, alles ist abgestimmt. Da ist sie wie erwartet ein Vollprofi.

Mit dem Megxit floh Meghan aus dem Palast, um jetzt von außen die königliche Familie zu verändern!?
Ja, sie nahm Reißaus, um sich hinterher über die Royals zu beschweren. Es wirkt ein wenig, als sei Meghan Markle ein kleines Mädchen, was sich nicht mehr anders zu helfen weiß, als wegzulaufen und dann scharf zu schießen. Für wirkliche Veränderung ist es wichtig, dass man sich mit der anderen Partei an einen Tisch setzt. Nur ein Dialog mit dem Königshaus wird die wirkliche Veränderung in der royalen Familie voranbringen. Dies scheint vorerst nicht mehr möglich.

Rat der Expertin: Dialog mit dem Feind suchen

Sie vermitteln selbst Unternehmern zielorientierte Kommunikation. Was sollten sich weibliche Führungskräfte besser nicht von Meghan abschauen?
Während es okay ist, sich von Themen oder Menschen zu distanzieren, sollten sie sich vorher überlegen: Was ist ein größerer Beitrag für mich? Aus dem Umfeld wegzugehen oder will ich das Umfeld verändern? Wenn weibliche Führungskräfte ihr Umfeld wirklich verändern wollen, dann geht das am schnellsten und nachhaltigsten, wenn sie sich mit dem "Feind" an einen Tisch setzen. 

Im Interview erzählte Meghan von Suizidgedanken und Rassismus in der Königsfamilie
Beides große Tabus! Damit die Welt mit diesen Themen vorankommt, braucht es mutige Vorreiter, die über diese Themen sprechen und damit das Tor für andere öffnen.

Was hat Meghan gut gemacht? 
Meghan geht ihren Weg, obwohl sie sogar von ihrer eigenen Familie schon lange kritisiert wurde. Ihr sind allerdings ihre Werte und ihr Vorankommen wichtiger als das liebe Mädchen zu spielen. Natürlich wirft das Neider auf, die gerne auch kritisieren. Aber am Ende gewinnt Meghan, weil sie zu sich steht. Sie ist kein Fähnchen im Wind. Dies zeigt sie auch im Interview mit Oprah.

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