Diese Promis entertainen Diktatoren

Mariah Carey ist das jüngste Beispiel für Stars, die für Diktatoren auftreten. Es gibt aber noch weitaus mehr Prominente, die Geld und Macht erliegen.
| (kd/spot)
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Berlin - Der umstrittene Auftritt von Pop-Diva Mariah Carey (43, "Merry Christmas II You") für Angolas Präsidenten José Eduardo dos Santos (71) ist längst kein Einzelfall. Auf der ganzen Welt schmücken sich Diktatoren gerne mit dem Glanz von Hollywood-Stars, Musik-Größen und anderen Promis. Und die spielen allzu oft bereitwillig mit, zumal hohe Gagen winken - bei den Tyrannen sitzt das ihren Völkern abgepresste Geld eben locker. Carey soll etwa für das Konzert in Angola eine Million US-Dollar (etwa 730.000 Euro) kassiert haben.

Dennis Rodman und Jean-Claude Van Damme haben nicht nur ihr Faible für Diktatoren gemeinsam: In "Double Team" standen sie zusammen vor der Kamera

Aber nicht nur der Geldbeutel, auch die Machtfülle der Alleinherrscher scheint zu faszinieren. Anders ist kaum zu erklären, wie sich etwa Ex-Basketballprofi Dennis Rodman (51) an den "Obersten Führer" Nordkoreas, Kim Jong-un (30), heranschmeißt, denn Geld scheint für seine Besuche nicht zu fließen. Egal ob der Jung-Diktator der Welt mit einem Atomkrieg droht, einen US-Bürger gefangen hält oder blutig die eigene Familie von "Verrätern" säubert, Rodman lässt sich nicht von Visiten bei seinem "Kumpel" Kim abhalten. Derzeit weilt er zum dritten Mal in dem kommunistischen Land. Zum Geburtstag des Diktators am 8. Januar will er ein Spiel von Ex-NBA-Stars gegen nordkoreanische Spieler organisieren. Die vor kurzem erfolgte Hinrichtung von Kims Onkel Jang Song-thaek scheint Rodman nicht groß zu interessieren: "Damit habe ich nichts zu tun", sagte er zu Reportern beim Zwischenstopp in Peking.

Ebenfalls erst im Spätsommer dieses Jahres rappte Kanye West (36, "Yeezus") auf der Geburtstagsparty eines Enkels des autoritären kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew (73). Kurz zuvor brachte Jennifer Lopez (44, "Dance Again...") auf einer Firmenfeier der staatlichen chinesischen Ölgesellschaft dem im Publikum sitzenden turkmenischen Alleinherrscher Gurbanguly Berdimuhamedov (56) ein Ständchen zu dessen Geburtstag dar. Sie habe nicht gewusst, dass er ein Diktator sei, erklärte J.Lo danach. Die Pop-Diva hatte allerdings schon vorher einige fragwürdige Auftritte in Ländern wie Usbekistan und Aserbaidschan absolviert.

Berüchtigt ist auch die 35. Geburtstagsfeier des tschetschenischen Präsidenten Ramson Kadyrow im Jahr 2011. Hollywood-Star Hilary Swank (39, "Freedom Writers") sang für ihn in Marylin-Monroe-Manier "Happy birthday, Mister President", auch Seal (50) und Vanessa Mae (35) traten auf der pompösen Fete auf. Action-Star Jean-Claude Van Damme (53) und das MDR Fernsehballet waren ebenfalls mit von der Partie. In der Vergangenheit holte Fußball-Fan Kadyrow auch schon ehemalige Starspieler wie Lothar Matthäus (52), Giovane Élber (41) und Diego Maradona (53) für Show-Spiele ins Land.

Besonders gern umgaben sich der 2011 von Aufständischen ermordete lybische "Revolutionsführer" Muammar al-Gaddafi und seine Sippe mit internationaler Prominenz. So trat Mariah Carey auch für den Gaddafi-Klan auf, ebenso Beyoncé (32, "Beyoncé"), Usher (35), Bon Jovi, Lionel Richie (64) und Nelly Furtado (35). Einige von ihnen entschuldigten sich immerhin nach öffentlichen Protesten und spendeten ihre Gagen wohltätigen Zwecken. Noch näher kam Model Vanessa Hessler (25) der Familie: Sie war vier Jahre lang mit Gaddafis ebenfalls 2011 getöteten Sohn Mutassim liiert. Als sie dessen Tod in der italienischen Presse betrauerte und die Gaddafis als "ganz normale Menschen" bezeichnete, verlor sie ihren Vertrag als Werbegesicht des Telefonanbieters Alice.

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