Spekulationen schon vor der Wahl: Wer wird was in Berlin?

Die Wahl ist noch gar nicht gelaufen, da tratscht das politische Berlin bereits eifrig über Personalien und Posten. Demnach soll Münte gehen, Gabriel kommen, Guttenberg umziehen. Die AZ hat sich in der Gerüchteküche umgehört.
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Franz Müntefering - verlässt er nach der Wahl die Partei?
dpa Franz Müntefering - verlässt er nach der Wahl die Partei?

BERLIN - Die Wahl ist noch gar nicht gelaufen, da tratscht das politische Berlin bereits eifrig über Personalien und Posten. Demnach soll Münte gehen, Gabriel kommen, Guttenberg umziehen. Die AZ hat sich in der Gerüchteküche umgehört.

Dem Vernehmen nach bedrängen einflussreiche Sozialdemokraten ihren Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier, auf jeden Fall den Fraktionsvorsitz zu übernehmen. Reicht es für Schwarz-Gelb, soll Steinmeier Oppositionsführer werden und vielleicht schon auf dem Parteitag im November Franz Müntefering als Parteichef ablösen. Die Sozi-Strategen raten dem bisherigen Vizekanzler dies auch im Fall einer Neuauflage der großen Koalition.

Außerhalb der Kabinettsdisziplin könnte der flügelübergreifend anerkannte Steinmeier die SPD strategisch für Rot-Rot-Grün 2013 öffnen. Vize-Kanzler könnte dann der populäre Peer Steinbrück werden – weiter als Finanzminister oder auch als Außenminister. Sollte die SPD weiter mitregieren, dürfte sie ihre Minister-Riege verjüngen: Abtreten müssen wohl Langzeit-Ressortchefin Heidemarie Wieczorek-Zeul (Entwicklungshilfe), der mit der Bahnprivatisierung gescheiterte Wolfgang Tiefensee (Verkehr) und die von ihrer Dienstwagenaffäre gebeutelte Ulla Schmidt (Gesundheit). Der rhetorisch begabte Haudrauf und Umweltminister Sigmar Gabriel dagegen könnte Fraktionschef werden, falls Steinmeier nicht will. Auf dem Sprung ins Kabinett sind SPD-Vize Andrea Nahles und die junge Familienexpertin Manuela Schwesig.

Bei der CDU wackelt vor allem der Stuhl von Verteidigungsminister Franz Josef Jung. Bildungsministerin Annette Schavan könnte an die Spitze der Adenauer-Stiftung weggelobt werden. Auf dem Sprung ins Kabinett steht dagegen der Fraktionsgeschäftsführer und Merkel-Getreue Norbert Röttgen. Er könnte Kanzleramtsminister Thomas de Maizière ablösen, der angeblich mit dem Innenministerium liebäugelt. Amtsinhaber Wolfgang Schäuble werden Ambitionen nachgesagt, in die EU-Kommission nach Brüssel wechseln zu wollen. CDU-General Ronald Pofalla wiederum würde gerne Arbeits- und Sozialminister werden.

CSU-Chef Horst Seehofer hat angekündigt, dass Karl-Theodor zu Guttenberg (Wirtschaft) und Ilse Aigner (Agrar) im Kabinett bleiben sollen. Guttenberg könnte für Jung ins Verteidigungsministerium umziehen – oder Finanzminister werden. Falls die CSU einen dritten Minister stellen darf, wird über Landesgruppenchef Peter Ramsauer als Verkehrsminister spekuliert.

Kommt es zu Schwarz-Gelb, wird FDP-Chef Guido Westerwelle Vizekanzler. Entweder würde er Steinmeier im Auswärtigen Amt beerben oder ins Wirtschaftsressort wechseln, für das auch Rainer Brüderle im Gespräch ist. Bundestagsvizepräsident Hermann Otto Solms würde gerne Finanzminister werden, ist aber schon 68. Bayerns FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger könnte als Justizministerin an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren.

jox

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