Schwarz-Gelb im Landtag startet „vertiefte Gespräche“

Seehofer wird Regierungschef - Zeit, sich um die eigene Mehrheit zu kümmern. Jetzt beginnen die schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen. Unterdessen wird immer klarer, wer Seehofers Nachfolger in Berlin wird.
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Demnächst Partner in München: Noch-CSU-Chef Erwin Huber und Bayerns FDP-Spitzenpolitiker Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Martin Zeil.
dpa Demnächst Partner in München: Noch-CSU-Chef Erwin Huber und Bayerns FDP-Spitzenpolitiker Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Martin Zeil.

MÜNCHEN - Seehofer wird Regierungschef - Zeit, sich um die eigene Mehrheit zu kümmern. Jetzt beginnen die schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen. Unterdessen wird immer klarer, wer Seehofers Nachfolger in Berlin wird.

Jetzt wird’s ernst beim schwarz-gelben Techtelmechtel: Zwei sechsköpfige Delegationen von CSU und FDP treffen sich am Donnerstag um 14 Uhr in der Landesleitung an der Nymphenburger Straße zu „vertieften Gesprächen“. Am Freitag soll das Gespräch in der FDP-Zentrale am Rindermarkt fortgesetzt werden. Das Ziel: die Aufnahme offizieller Koalitionsverhandlungen.

Während die Verhandler um Sachthemen ringen, schießen bereits Spekulationen darüber ins Kraut, welche FDP-Minister ins Kabinett Seehofer eintreten könnten. Als gesetzt gilt Spitzenkandidat Martin Zeil (52). Der Rechtsanwalt würde gerne das Wirtschaftsressort leiten. Doch auch Landeschefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (57) schließt einen Wechsel vom Bundestag in die Landespolitik nicht aus: „Ich halte München für sehr, sehr reizvoll“, sagte sie gestern. Die Ex-Bundesjustizministerin, die sich als Vorkämpferin für Freiheitsrechte einen bundesweiten Ruf erworben hat, hätte sicher Appetit auf das Innenministerium. Die CSU wird aber wohl darauf beharren und der FDP das Justizressort anbieten, das auf Landesebene weniger Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Bliebe Schnarrenberger in Berlin, käme auch Max Stadler (59) als Justizminister infrage – der Innenexperte scharrt bereits mit den Hufen. Sollte die FDP das Schul- oder Wissenschaftsressort besetzen dürfen, hält sich Bildungsexpertin Renate Will (61) bereit, die Vizechefin der Bayern-FDP.

Unterdessen wird immerklarer, wer Horst Seehofers Nachfolger als Bundesminister werden könnte: ein Mann aus dem eigenen Haus. Neuer Ressortchef für Landwirtschaft und Verbraucherschutz soll nach dem Willen der CSU-Landesgruppe Seehofers parlamentarischer Staatssekretär Gerd Müller werden. Der 53-jährige Wirtschaftspädagoge ist auf einem Bauernhof bei Krumbach aufgewachsen und saß als Landwirtschaftsexperte bereits in EU-Parlament und Bundestag.

Seehofers Nachfolger brauche angesichts der schwierigen Verhandlungen auf EU-Ebene, Fachkompetenz und Erfahrung, heißt es in der CSU-Landesgruppe: „Und da spricht sehr vieles für Gerd Müller.“ Die endgültige Entscheidung will Seehofer in Absprache mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und CSU-Landesgruppenchef Ramsauer treffen. Offiziell gab sich die CSU gestern schmallippig: „Entschieden ist nichts.“

Schwabens CSU-Bezirkschef Markus Ferber trommelt heftig für seinen Vize Müller: „Das wäre eine kluge Entscheidung, jedenfalls haben wir Schwaben ein kluges Personalangebot zu bieten.“ Weil Oberbayer Seehofer Partei- und Regierungschef wird, pochen viele in der CSU darauf, dass ein Franke oder ein Schwabe ins Bundeskabinett einzieht.

Markus Jox

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