Parteien ohne Antwort

"Die Piraten sind nicht mehr nur ein Phänomen in Großstädten." Die AZ-Redakteurin Vanessa Assmann über den Erfolg der Piratenpartei.
| Vanessa Assmann
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Es hat etwas Tollpatschiges an sich, wie die Parteien von SPD bis FDP auf den Erfolg der Piraten im Saarland reagieren. Indem FDP-General Döring etwas von der „Tyrannei der Masse“ poltert, die Grünen schlechterdings darüber schweigen und SPD-Generalin Nahles sich anstrengen will, „die Piraten aus dem Bundestag rauszuhalten“, offenbaren die machterfahrenen politischen Akteure: Sie haben keine Antwort auf den Umbruch, der sich gerade unter den (wohl vor allem jungen Wählern) vollzieht.

Sie machen es Wählern einfach, sich mit den Piraten zu solidarisieren: Denn um die Partei hat sich ein Hype entwickelt, der sich nicht mit ihrem großen Thema Internet oder der Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen erklären lässt. Weniger als um Inhalte geht es den Wählern um einen Politikstil. Da ist die Sehnsucht nach Unangepasstheit in einem karriereorientierten Politikbetrieb. Und der Frust über eben jene verbreitete Sorte von Politikern, die, sobald sie regieren, ihre Themen vergessen. Den Wählern der Piraten geht es um Mitbestimmung und Authentizität. Sie fühlen sich nicht ernst genommen. Und in ihrer Nach-Wahl-Rhetorik schlagen die etablierten Parteien nun genau in diese Kerbe.

Die Frage ist weniger, ob die Piraten tatsächlich auf der politischen Bühne angekommen sind. Das können erst die nächsten Wahlen zeigen. Im gesellschaftlichen Rampenlicht stehen sie längst. Und die Konkurrenz muss erkennen: Die Piraten sind mehr als ein Großstadtphänomen.

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