"Muss eine Koalition zusammenhalten": Söder will Merz nicht in den Rücken fallen

Der CSU-Chef ist für klare Ansagen bekannt und hält auch mit Kritik nicht hinter dem Berg. Im Rentenstreit zwischen Kanzler Merz und der Jungen Union kann er aber beide Seiten verstehen.
AZ/ dpa |
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Merz müsse auch eine Koalition zusammenhalten, gibt CSU-Chef Markus Söder der Jungen Union im Rentenstreit zu Bedenken.
Merz müsse auch eine Koalition zusammenhalten, gibt CSU-Chef Markus Söder der Jungen Union im Rentenstreit zu Bedenken. © Philipp von Ditfurth/dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat im Streit um das Rentenpaket der Bundesregierung Verständnis für die Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geäußert. Er werde Merz nicht in den Rücken fallen, sagte der CSU-Vorsitzende beim Deutschlandtag der Jungen Union im südbadischen Rust. "Friedrich Merz muss auch eine Koalition zusammenhalten."

Die Nachwuchsorganisation der Union sieht das Vorhaben der schwarz-roten Koalition kritisch, einige ihrer Bundestagsabgeordneten drohen mit Ablehnung. 

Söder sprach sich aber für weitere Verhandlungen mit der SPD über das Rentenpaket aus. "Ich finde, ihr habt schon gute Argumente, und man muss sie auch wägen und beachten. Und wir müssen darüber auch mit der SPD reden", sagte Söder. "So ein reines SPD-Basta von der Seite geht auch nicht." SPD-Chef Lars Klingbeil hatte zuvor Änderungen am Rentenpaket ausgeschlossen.

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, bis 2031 die Haltelinie für das Rentenniveau - also das Absicherungsniveau im Verhältnis zu den Löhnen - bei 48 Prozent zu verlängern. In dem vom Kabinett und damit auch von Kanzler Merz beschlossenen Rentengesetzentwurf ist vorgesehen, dass auch nach 2031 das Rentenniveau um rund einen Prozentpunkt höher als im geltenden Recht liegen soll. Die Junge Gruppe der Unionsabgeordneten im Bundestag moniert, dass das nicht im Koalitionsvertrag vereinbart ist und 118 Milliarden Euro zusätzlich kosten würde.

Merz hatte das Rentenpaket bei seinem Auftritt in Rust am Samstag verteidigt und die Junge Union aufgefordert, sich konstruktiv zu beteiligen. "Nehmt an dieser Debatte konstruktiv teil. Aber nicht, indem ihr sagt, was nicht geht", sagte Merz. Man müsse gemeinsam diskutieren, was gehe. "Glaubt jemand ernsthaft, dass wir einen Unterbietungswettbewerb gewinnen? Wer bietet das niedrigste Rentenniveau?", rief Merz in den Saal. "Das kann doch nicht euer Ernst sein!" Damit gewinne man keine Wahlen.

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  • Hart aber nötig am 16.11.2025 19:41 Uhr / Bewertung:

    Die JU macht keinen Unterbietungswettbewerb, wie Merz es nennt, sondern fördert
    - Arbeitskräfte mit einer sinnvollen Beteiligung am gesellschaftlichen Leben aufzuwerten,
    - die Besetzung von Arbeitsplätzen mit Inländern statt durch Migration
    - die Entlastung der Sozialversicherungen und damit der Unternehmen und des Bundeshaushalts durch Arbeit von Arbeitsfähigen.

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  • Bongo am 16.11.2025 17:40 Uhr / Bewertung:

    Antwort an den wahren Tscharlie:
    Söder könnte sagen, was er will, es würde bei Dir niemals Gefallen finden. Könnte er übers Wasser gehen, würdest Du ihm unterstellen, dass er wohl nicht schwimmen kann.
    Aber glaub mir, es ist völlig uninteressant, was Leute wie Du denken. Entscheidend sind die Wahlergebnisse und da wird in Bayern die CSU mit Söder noch lange vorne sein und die Partei(en), denen Du anhängst, weiterhin „unter ferner liefen“ hinterherrennen.und weißt Du warum? Weil es genügend Wähler/innen in Bayern gibt, die mehr Verstand haben als Du!

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  • Der wahre tscharlie am 16.11.2025 17:30 Uhr / Bewertung:

    Ich hab mir ja Söders gut halbständige Rede angehört. Denn ich mag es einfach, wenn er mit ständig erhobenen Zeigefingern auf die Menschen einredet.
    Das Meiste seiner Rede war eher Eigenwerbung in Sachen CSU, was sie in Bayern alles richtig macht. Fehlen durfte natürlich nicht seine Ablehnung gegenüber den Linken und Grünen (kennt man ja nicht anders von ihm) wobei, als er von der Antisemitin Thunberg sprach, gabs sogar Buhrufe aus dem Publikum.
    Sein Fanclub war anscheinend auch vor Ort mit Markus, Markus-Rufen und Schildern.
    Anekdoten aus seiner pol. Laufbahn durften auch nicht fehlen.

    Zum Rententhema hat er recht wenig gesagt (keine Details) außer dass die JU dem Merz und Spahn nicht in den Rücken fallen sollen (erhobener Zeigefinger).

    Summasumarum, eine unterhaltsame Rede mit kabarettistischen Zügen.

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