Merz schließt nach Spahn-Rücktritt Kabinettsumbau nicht aus

Nach dem Rücktritt von Jens Spahn sucht die Union einen neuen Fraktionschef. Im ZDF-"Sommerinterview" schließt Kanzler Merz einen größeren Personalumbau nicht aus.
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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und sein Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU). Würde Frei an die Spitze der Unionsfraktion wechseln, müsste seine einflussreiche Stelle im Kanzleramt neu besetzt werden. (Archivbild)
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und sein Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU). Würde Frei an die Spitze der Unionsfraktion wechseln, müsste seine einflussreiche Stelle im Kanzleramt neu besetzt werden. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa
Berlin

Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat Bundeskanzler Friedrich Merz einen Personalumbau in der Bundesregierung nicht ausgeschlossen. "Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken", sagte er im ZDF-"Sommerinterview", verwies zugleich aber wiederholt darauf, dass man hier im Konjunktiv spreche.

Merz war gefragt worden, ob er über einen größeren Personalumbau im Kabinett nachgedacht habe. Auf Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) angesprochen, der ein "Top-Kandidat für den Fraktionsvorsitz" sei, sagte Merz, er wisse nicht, wer ihn zum Top-Kandidaten gemacht habe und höre das zum ersten Mal.

Nach Spahns Rücktritt strebt Merz eine Entscheidung über dessen Nachfolge an der Fraktionsspitze vor seiner ab Ende Juli geplanten Urlaubszeit an, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des CDU-Chefs erfuhr.

Die Personalspekulationen laufen auf Hochtouren. Am häufigsten wird Frei als möglicher Nachfolger genannt. Dann müsste Merz für den einflussreichen Posten des Kanzleramtschefs, den dieser aktuell besetzt, jemand anderes finden. Als Fraktionschef käme neben Frei auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann infrage. Auch über Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) wird spekuliert – dann wäre allerdings dessen Position neu zu besetzen.

Der Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag wird traditionell von den beiden Parteichefs von CDU und CSU – Merz und Markus Söder – vorgeschlagen, die über das Wochenende dazu im Gespräch bleiben wollen.

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