Lammert: "Abschied aus der aktiven Politik"

Altersmüde oder noch ganz andere Ziele vor Augen? Bundestagspräsident Lammert will nicht mehr für das Parlament kandidieren. Er ist für ein anderes Amt zumindest im Gespräch. Doch Lammert verkündet den "Abschied aus der aktiven Politik".
| dpa
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Norbert Lammert kandidiert nicht wieder für den Bundestag.
dpa Norbert Lammert kandidiert nicht wieder für den Bundestag.

Berlin - Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) will bei der nächsten Bundestagswahl im kommenden Herbst nicht wieder kandidieren. Das habe Lammert (67) in einem Schreiben an seinen CDU-Kreisverband Bochum mitgeteilt, teilte der Sprecher des Bundestages, Ernst Hebeker, am Montag mit. Zuvor hatte "Focus Online" darüber berichtet. Lammert wurde in der Debatte über die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck wiederholt als möglichlicher Kandidat genannt.

Lammert teilt in seinem Schreiben an die Parteifreunde in Nordrhein-Westfalen mit, sein Entschluss sei nach reiflicher Überlegung gefallen. "Der Abschied aus der aktiven Politik fällt mir nicht leicht." Am Ende dieser Legislaturperiode gehöre er dem Bundestag 37 Jahre an. "Ich denke, es ist nun Zeit für einen Wechsel, zumal auch ich nicht immer jünger werde", schreibt der CDU-Politiker weiter.

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Seit Monaten wird in der Politik spekuliert, Lammert habe Chancen auf die Nachfolge Gaucks bei der Wahl im kommenden Februar. Von Anfang an war er der am häufigsten genannte Name. Dem Bundestagspräsidenten wird das Amt allgemein zugetraut. Er hält geschliffene Reden, kann repräsentieren. Lammert selbst hat alle Ambitionen zurückgewiesen. Der Rückhalt in der Union wäre ihm nach Einschätzung von Parteifreunden sicher. Allerdings dürfte die Unterstützung der SPD fehlen.

Lammert gilt als souverän, unbequem, unter Parteifreunden bisweilen auch als widerborstig. Seit 2005 hat sich der CDU-Politiker als Inhaber des protokollarisch zweithöchsten Amtes im Staate Anerkennung über Parteigrenzen hinweg verschafft. Der Westfale wurde nicht müde, vom Parlament mehr Selbstbewusstsein gegenüber der Bundesregierung einzufordern. "Nicht die Regierung hält sich ein Parlament, sondern das Parlament bestimmt und kontrolliert die Regierung", lautet eine seiner oft wiederholten Mahnungen.

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Meist freundlich im Umgang, mit feiner Ironie und Witz, dann auch wieder knallhart in der Sache, übt er sein Amt aus. Mehr als einmal fuhr der CDU-Politiker aus dem einflussreichen Landesverband Nordrhein-Westfalen Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Unions-Fraktionsspitzen in die Parade.

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