FDP geht in den Angriffsmodus zur AfD über

FDP-Chef Lindner stimmt seine Partei auf den Wiedereinzug in den Bundestag ein. Gleichzeitig warnt er vor zu viel Übermut. Die Fehler der Vergangenheit sollen sich nicht wiederholen.
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Voll auf Angriff: FDP-Chef Christian Lindner während des Parteitags der Liberalen in Berlin.
dpa Voll auf Angriff: FDP-Chef Christian Lindner während des Parteitags der Liberalen in Berlin.

Berlin - "Es macht wieder Spaß, zu einem FDP-Parteitag zu gehen." Der Vorsitzende der liberalen Senioren und frühere Bundestagsabgeordnete Detlef Parr sprach aus, was viele der 660 Delegierten dachten, die am Samstag und Sonntag zu dem Parteikongress nach Berlin geladen waren. Zum Ende der vergangenen Legislaturperiode war die FDP tief gespalten. Viele Gruppen und Grüppchen arbeiteten im günstigsten Fall alleine vor sich hin, im ungünstigen Fall, und das kam insbesondere an der Parteispitze häufig vor, gegeneinander.

Zweieinhalb Jahre nach der Bundestagswahl sind die Freien Demokraten wieder im Spiel. Und Parteichef Christian Lindner muss schon mahnen: "Wir sind erfolgreich als Team. 2013 hat uns niemand anderes besiegt als wir uns selbst. Und dazu lassen wir es niemals wieder kommen."

 

Bei fünf Wahlen konnte die FDP zulegen

 

Mit den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sieht Lindner eine Trendwende. Bei fünf Wahlen infolge habe man zulegen können: Hamburg, Bremen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, in Sachsen-Anhalt habe es dann um einen Flügelschlag doch nicht in den Landtag gereicht. Grund genug zu Stolz und Freude - aber bitte in Demut.

Doch so ganz scheint es mit der Demut nicht zu klappen. Unmittelbar vor dem Parteitag sagte Lindner in der Funke Mediengruppe selbstbewusst vorher, die Liberalen würden 2017 nicht nur wieder in den Bundestag einziehen. Sie würden auch besser abschneiden als die rechtspopulistische AfD. Lindners Stellvertreter Wolfgang Kubicki prophezeit via RedaktionsNetzwerk Deutschland seiner Partei für die Bundestagswahl sogar ein knapp zweistelliges Ergebnis. Derzeit liegt sie in Umfragen bei 7 Prozent. Und er brachte "vielleicht in 20 Jahren" eine Kanzlerkandidatur Lindners ins Gespräch.

 

Lindner: Nicht mehr in alte Fehler verfallen

 

Lindner selbst können solche Sprüche nicht recht sein. Denn sie erinnern sehr an den Hochmut der Partei zu Zeiten von Guido Westerwelle. Dabei hat sich Lindner geradezu geschworen, nicht mehr in alte Fehler zu verfallen. Kubicki schien das Problem gesehen zu haben und versuchte, die Aussage am Samstag auf dem Parteitag offenbar einzufangen.

Aber natürlich wollen die Liberalen bei der Bundestagswahl stärker werden als die AfD. Das sei sogar "eine demokratische Pflicht". Und er ging zugleich in den Angriffsmodus über: "Wir sind das genaue Gegenteil der AfD." Bis Ende vergangenen Jahres versuchten Lindner und die Parteispitze, das Problem AfD durch Nichtbeachtung auszusitzen. Das funktionierte nicht. Zum Jahreswechsel wurde dann die direkte Auseinandersetzung gesucht. Und nun will man offenbar in den Kampfmodus übergehen.

Dahinter dürfte auch das Kalkül stecken, in dieser Auseinandersetzung das eigene Profil zu schärfen - und bis zu den nächsten Wahlen den Aufmerksamkeitspegel für die FDP hochzuhalten.

 

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