Edmund Stoiber über Terror-Angst: Meine Frau fährt nicht mehr Bahn

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat sich in einem Interview zu der Terrorangst nach den Anschlägen von Nizza und in Bayern geäußert.
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Edmund Stoiber ist vorsichtiger geworden, will aber nicht sein Handeln durch Terrorangst bestimmen lassen.
dpa Edmund Stoiber ist vorsichtiger geworden, will aber nicht sein Handeln durch Terrorangst bestimmen lassen.

MünchenIm Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit präsentiert sich Stoiber als jemand, dessen grundlegende Besorgnis zwar gestiegen ist, der sich aber dennoch weigert, seinen Alltag durch die Angst vor Terror und Amok diktieren zu lassen: "Die Angst vor Terroranschlägen rückt näher, aber sie bestimmt nicht mein Verhalten. Deshalb werde ich selbstverständlich auf die Wiesn gehen, auch wenn ein abstraktes Angstgefühl immer mitschwebt."

Nach der Axt-Attacke in einem Regionalzug bei München ist aber zumindest seine Frau Karin deutlich vorsichtiger geworden: "Meine Frau allerdings fährt abends nicht mehr unbedingt mit der S-Bahn", sagte Stoiber. Er selber hingegen vertraue "auf das Glück, dass ich nicht zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort bin."

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"Die Menschen haben so viel Angst wie noch nie", behauptet der CSU-Politiker mit Verweis auf aktuelle Studien und liefert gleich auch noch ein Beispiel mit, wie diese diffuse Angst ganz ungewollt das Handeln beeinflussen kann: "Kürzlich habe ich aus einer unbestimmten Sorge heraus meine Frau darum gebeten, mit meinen beiden kleinen Enkeln zum fünfzig Meter entfernten Spielplatz mitzugehen."

Stoiber: Die AfD bietet keine Lösungen

Dass rechtspopulistische Parteien aus der aktuellen Situation Profit schlagen können, überrascht ihn nicht. Er glaubt aber auch: "Sie werden nicht wegen ihrer Lösungen gewählt, sondern aus Protest. Die überwältigende Mehrheit derer, die der AfD die Stimme geben, geben sie ihr nicht, weil sie glauben, das Personal der AfD wäre besser als die anderen. Sie wählen sie nur, weil sie mit der Entwicklung der gegenwärtigen Politik nicht einverstanden sind."

Deshalb sei es auch die Aufgabe der etablierten Parteien, jetzt Maßnahmen gegen die Terrorgefahr und gegen die im Rahmen der Flüchtlingskrise aufgetretenen Probleme zu finden. Einer der wichtigsten Schritte sei es, mehr Polizisten einstellen und diese besser auszurüsten. Aber auch ein Burka-Verbot gehöre zu den erforderlichen Maßnahmen: "In unserem Land, in unserem christlich geprägten Abendland, zeigt man die Gesichter offen. Das gehört zu unserer Leitkultur."

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